Angeblicher Virus – Klarmobil nötigt Kunden am Telefon in Vertrag

Angeblicher Virus - Klarmobil nötigt Kunden am Telefon in Vertrag

Klarmobil ist bekannt dafür, immer mal wieder Kunden telefonisch mit Werbung zu belästigen. Besonders fragwürdig ist dabei das Vorgehen, den Kunden Angst zu machen. So werden Szenarien aufgezeigt, dass Schadprogramme im Ausland anrufen und teure Telefonrechnungen verursachen. Lösung sei angeblich ein Virenscanner. Heute wiederholte sich diese Masche in einer besonders dreisten Art. Denn der Mitarbeiter tischte einer Kundin regelrechte Unwahrheiten auf. Diese wandte sich an den telespiegel.

Belästigung von Klarmobil: Angeblich sitzt ein Virus auf dem Server

Der Fall trug sich nach dem bekannten Muster zu. Allerdings setzte der Mitarbeiter im Callcenter noch einen drauf. Er gab sich als Mitarbeiter von Klarmobil zu erkennen und nannte unter anderem als Beleg persönliche Daten der Kundin. Dann erklärte er, es sei ein Problem aufgetreten und Klarmobil helfe nun allen Kunden, um diesen Unannehmlichkeiten zu ersparen. Er deutete der vom Anruf überraschten Kundin demnach an, dass sich ein Virus auf den Servern von Klarmobil befinde und sich gerade rasend schnell ausbreite. Entsprechende Meldungen seien in den Medien nachzulesen – was schlicht unwahr ist. Dieser Virus rufe von Handys aus unbemerkt im Ausland an und verursache so horrende Telefonrechnungen. Der Kunde könnten dies vorher nicht bemerken. Um seine Kunden zu schützen, rufe Klarmobil derzeit alle Vertragskunden einzeln an.

Abhilfe gegen den Virus schaffe demnach ein Virenscanner. Dieser wiederum könnten sie jedoch nicht aus dem Kundenbereich herunterladen, sondern müsste manuell installiert werden. Dazu würde der Mitarbeiter in Kürze eine SMS mit Link senden. Im Zuge des Gesprächs machte der Mitarbeiter klar, dass der Virenscanner vier Wochen kostenlos sei. Erst danach würde eine Monatsgebühr anfallen. Zugleich machte der Anrufer die Kundin darauf aufmerksam, dass Sie außerdem für ein attraktives Kennenlernangebot von Maxdome ausgesucht worden sei. Dieses werde er per SMS ebenfalls zusenden.

Abzocke pur: Vorgehen von Klarmobil ist dreist, frech und verlogen

Es geht Klarmobil um nichts anderes, als Zusatzleistungen zu verkaufen. Die Kunden werden mit Nachrichten konfrontiert, die so abwegig klingen, dass sie schon wieder wahr sein könnten. Dabei zeichnen die Mitarbeiter offensichtlich ein Panikszenario, bei dem die Kunden unbedingt handeln müssten, um nicht von sehr hohen Telefonrechnungen überrascht zu werden. Das setzt die Kunden unter Druck, in die die SMS für eine vorerst kostenlos nutzbare Software einzuwilligen.

Das dreiste Vorgehen grenzt an Nötigung und entbehrt jeder Grundlage. Hart ausgedrückt belügen die Mitarbeiter die Klarmobilkunden sogar. Das Beste: Klarmobil zog offenbar in der Vergangenheit mehrfach Kosten für Virensoftware ein, bevor die Kunden diese installiert hatten. Der Vertrag kommt also bereits telefonisch bei dem frechen Überrumplungsanruf zustande, obwohl gar kein vertragsrelevantes Angebot gemacht wird. Besonders frech ist, dass Klarmobil Kunden in dieser Form anruft, aber auf der Facebookseite von diesem Vorgehen jeweils nichts wissen will.

Was können Klarmobil-Kunden bei belästigenden Anrufen unternehmen?

Kunden müssen zunächst sicherstellen, dass Sie keinen ungewünschten Vertrag abschließen. Daher ist es ratsam, von dem Telefongeschäft innerhalb von 14 Tagen schriftlich zurückzutreten. Dazu reicht ein formloser Widerruf aus, der die angebotenen Leistungen auflistet. Ein entsprechender Vordruck für einen Musterbrief ist unter anderem bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zu finden und sollte als Einschreiben verschickt werden. Die Marktwächter der Verbraucherzentralen haben außerdem ein entsprechendes Beschwerdeformular bereitgestellt.

Beim Versuch, direkt bei Klarmobil vom Vertrag zurückzutreten, scheitern Kunden an der Hotline. Eine Kündigung sei erst einen Tag später möglich und müsse schriftlich erfolgen. Dazu können Kunden die E-Mail-Adresse dokumente@klarmobil.de nutzen. Kunden sollten sich den Eingang bestätigen lassen. Eine fristlose Kündigung des Handyvertrages ist nach einem solchen Vorkommnis jedoch leider nicht möglich.

Klarmobil zeigt sich mit solchen Aktionen von einer äußerst düsteren Seite. Das Unternehmen täuscht Kunden falsche Tatsachen vor und versetzt diese in Panik. Dabei spielen sich die Mitarbeiter sogar als Helfer auf und bieten scheinbar kostenlos und unverbindlich einen SMS-Link an. Über den beim Gespräch abgeschlossenen Vertrag fällt kein Wort. Das ist Verbrauchertäuschung pur. Hinzu kommt, dass sich das Unternehmen auf Facebook unwissend und verständnisvoll gibt. Trotz der Entschuldigung auf Social-Media-Kanälen: Klarmobil profitiert von diesen Abzocke-Anrufen und billigt diese mindestens. Das muss aufhören.

Weitere Informationen

Handy Flatrate Vergleich

Update 17.07.2020

Aufgrund unerlaubter Telefonwerbung hat die Bundesnetzagentur ein Bußgeld gegen Mobilcom verhängt, zu dem Konzern ebenfalls Klarmobil gehört.

11 Kommentare

  1. 21.04.2020: Die gleiche Betrugsmasche läuft erneut. Heute einen Anruf von 040 – 210311803 erhalten: Schadsoftware auf dem Server bei Klarmobil. Unbedingt Kaspersky-Software kaufen. Auf meine Frage, wo denn diese Software auf mein Handy zugreifen kann, wenn ich gar kein Update von Klarmobil nutze,kam nur dummes Gestammel. Da ich erneut nachfragte, um Details zu erfahren, wurde einfach aufgelegt.

  2. 12.06.2020: Ebenfalls einen Anruf von 040210311803 erhalten: Klarmobil wurde gehackt. Ich solle Kaspersky installieren. Das Gerät mit Kaspersky prüfen lassen. Wenn ich möchte, kann ich die Software dann für 4,99 € monatlich behalten. Heute kam dann die Bestätigung meiner gewünschten Option. Der erste Satz in der Bestätigung: „Vielen Dank für Ihre Kontaktaufnahme mit unserem Kundenservice.“ Ich wurde angerufen, nicht ich habe angerufen. Die Option ist nun fest gebucht und lässt sich online auch nicht reaktivieren. Dort steht dann immer „Das gesuchte Element konnte leider nicht gefunden werden.“. Diese Vorgehensweise ist schon ziemlich armselig. Ich habe alle Verträge mit Klarmobil gekündigt!

  3. Habe mich die Tage leider auch überrumpeln lassen! Internetsuche zeigt, dass die Masche bei Mobilcom und Töchtern schon seit Jahren gebräuchlich ist! Echt frech, seine Kunden zu belügen! Bei nächster Gelegenheit gehe ich zu einem anderen Anbieter!
    Das einzige, was man Ihnen zugute halten kann, dass man die Option im online im Kundenportal selbst wieder kündigen kann, ohne ein Einschreiben schicken zu müssen – allerdings erst mit Wirksamkeit einen Monat nach Buchung! Bin gespannt, ob sie mir jetzt dafür die € 4,99 abziehen, denn ich habe das so verstanden, dass der erste Monat kostenlos ist…

  4. Ist mir heute auch passiert. Klarmobilmasche mit Kaspersky und angeblichem Hackerangriff. Auch hier mit Telefonnummer +4940210311803.

  5. Am 01.07.2020 bekam ich ebenfalls einen solchen Anruf von Klarmobil. Es seien Hacker am Werk und haben schon einen sehr hohen mehrstelligen Schaden zu Lasten der Telefonkunden angerichtet. Zur eigenen Sicherheit ist die Installation der Kaspersky-Software erforderlich. Nach 24 h habe ich eine SMS erhalten und man teilt mir mit, dass ich die Sicherheitssoftware von Kaspersky gebucht habe. Das habe ich mit Nichten und werde das auch nicht!

  6. Habe heute den fünften Anruf dieser Nummer innerhalb 10 Tagen angenommen und wurde eben mit dieser Hacker-Geschichte belabert. Als angeblich eine Aufzeichnung stattfinden sollte, versetzte ich, dass im Falle eines Hackerangriffes oder jeglicher anderer vertragsfremder Nutzung meiner Daten eine Benachrichtigung in Papierform erfolgen solle. Der Anrufer sagte „ich vermerke es“ und beendete das Telefonat.
    Direkt im Anschluss ließ ich die Kündigung meines noch jungen Vertrages bei Klarmobil direkt vormerken. Man versicherte mir, dass es keinen Hackerangriff gegeben habe und ging nicht auf meine Kritik ein, dass es die Marketingmethoden sind, die von den Partnern toleriert werden. Ich blieb bei der Kündigungsvormerkung, das Gesprächsklima kühlte sich merklich um ein paar Grad ab, dann noch die Behauptung: es sei noch zu früh, meinen jungen Vertrag zu kündigen. Ich bestand darauf, was anschließend akzeptiert wurde. Ich war ansonsten mit Klarmobil sehr zufrieden, finde die Leistungen und die Abwicklung gut- unverständlich ist mir, dass der Kostendruck offenbar rechtfertigt, die Reputation an die Wand zu fahren.

  7. Wurde eben auch angerufen, Kaspersky holen mit Link in SMS – werde dem ganzen zwar nicht nachgehen bin aber gespannt ob ich jetzt Kaspersky durch annehmen des Anrufs „gebucht“ hab’s

    • Hallo. Ich bin seit letzten Samstag in der selben Situation. Was war bei dir das Ergebnis des Ignorieren? Ich denke ich sollte lieber fristgerecht widerrufen oder?

  8. Das bussgeld war wohl zu niegrig. Habe heute 14.10.2020 9.45 uhr auch denselben anruf von klarmobil bekommen. Den braten schon gerochen und dankend abgelehnt.

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