Weniger Wettbewerb – Vodafone kauft Kabelnetz von Unitymedia

Vodafone

Erneut kommt es in Deutschland offenbar zu einer Fusion, die den Wettbewerb am Markt schwächt. Vodafone kauft nach eigenen Angaben von Liberty Global die Kabelnetze von Unitymedia. Der Deal beinhaltet ebenfalls die Netze in Tschechien, Ungarn und Rumänien. Der Kaufpreis soll bei 18,4 Milliarden Euro liegen. Die Vereinbarung steht unter Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden.

Vodafone kauft Unitymedia – was bedeutet das?

Stimmt das Bundeskartellamt zu, würde Vodafone nach Kabel Deutschland einen weiteren großen regionalen Kabelnetzbetreiber in Deutschland aufkaufen. Durch die Unitymedia-Infrastruktur in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen hätte Vodafone damit flächendeckend ein eigenes Kabelnetz.

Für Kunden von Unitymedia ändert sich zunächst nichts. Vodafone würde die bestehenden Verträge und Bandbreiten übernehmen. Die bisherigen Angebote würden in das Vodafone-Portfolio übernommen und ggf. an die eigenen Angebote angepasst werden.

Der Kauf ermöglicht es dem Unternehmen, seinen Kunden ein schnelles Internet über TV-Kabelanschlüsse zu bieten. Dabei profitiert Vodafone von einer Kombination aus neuen Breitbandanschlüssen, Kabelanschlüssen sowie den bestehenden, teilweise beschleunigten Festnetzanschlüssen mit Kupferkabel. Das Unternehmen kann somit in der Fläche den Kunden vielerorts einen schnellen Internetanschluss bieten – zu deutlich größeren Teilen dann unabhängig von der Telekom, die noch immer Marktführer im Festnetzbereich ist. Vodafone selbst spricht von einem „massiven Schub in digitale Innovationen“, der durch das vergrößerte Netz möglich sei.

Weniger Wettbewerb trotz verbesserter Konkurrenzsituation

Es bleibt allerdings abzuwarten, ob die Wettbewerbshüter den Kauf genehmigen. Zwar würde Vodafone die Position als klare und sehr starke Nummer zwei am Festnetzmarkt festigen, es geht allerdings Vielfalt und damit potenzieller Wettbewerb verloren. Denn Unitymedia bot nicht nur Kabelfernsehen, sondern Kabel-DSL. Über diese Anschlussart konnte das Unternehmen in direkten Wettbewerb mit DSL-Anbietern treten, die im Festnetz agieren. Durch den Kauf würde ein regional starker Konkurrent von Telekom, Vodafone und den anderen DSL-Anbietern wegfallen. Der Preisdruck lässt dadurch potenziell nach.

Dem entgegen steht das Argument, dass Vodafone nach eigenen Aussagen das Kabelnetz schneller ausbauen will. Auch eine Konkurrenz über das Kabelnetz selbst war bisher nicht gegeben, da nur ein Anbieter DSL- und TV-Leistungen in das Netz einspeisen kann.

Der Konkurrenzdruck sinkt dennoch. Schnelle Internetleitungen könnten damit spätestens mittelfristig sogar teurer werden. Wie stark Vodafone wirklich wird, zeigen Zahlen. Denn das Unternehmen würde bei einem genehmigten Kauf einen Umsatz von 13 Milliarden Euro erreichen und rund sieben Millionen Breitband- und 14 Millionen TV-Kunden versorgen.

Weitere Informationen

DSL Vergleich – Pauschalangebote als Komplettpaket im Vergleich

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