VATM und Telekom – Ist die Zukunft von Call-by-Call gesichert?

Call by Call

Auf Grund des Drucks durch die EU-Kommission plant die Bundesnetzagentur ein Ende der Regulierung für Call-by-Call und Preselection. Es bestehe in Zukunft keine Notwendigkeit mehr, die Deutsche Telekom zur Bereitstellung von Call-by-Call oder Preselection zu verpflichten.

Die Entscheidung der EU-Kommission

Im vergangenen Jahr hat die EU-Kommission entschieden, dass Call-by-Call und Preselection im europäischen Binnenmarkt keine entscheidende Rolle mehr zu kommt. Der Grund hierfür sei, dass Call-by-Call weitgehend durch die Internetkommunikation abgelöst worden sei. Am 15. Mai dieses Jahres beschloss die EU, dass Anrufe ins europäische Ausland sowohl mobil als auch im Festnetz nicht mehr als 22 Cent kosten dürfen.

VATM und Telekom wollen Sparvorwahlen sichern

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) ist mit der Entscheidung der Bundesnetzagentur nicht einverstanden. Der Geschäftsführer Jürgen Grützner bemängelt, dass die EU-Kommission bei ihrer Entscheidung „die Besonderheiten des deutschen Marktes“ nicht berücksichtigt habe. Aus diesem Grund ist VATM nun in Verhandlungen mit der Deutschen Telekom getreten, um eine Lösung für das Problem zu finden.

„Es zeichnet sich ab, dass wir eine belastbare vertragliche Grundlage für den Markt gefunden haben, von der die Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin profitieren können“

, so Grützner.

Verbraucherfreundliche Preise durch Call-by-Call

Bis heute nutzen mehrere Millionen Menschen in Deutschland die Sparvorwahlen. Pro Jahr werden etwa 5 Millionen Minuten über Call-by-Call oder Preselection telefoniert. Die Call-by-Call Nummern haben seit der Liberalisierung des Marktes maßgeblich zu verbraucherfreundlichen Preisen beigetragen. Die Entscheidung der EU-Kommission führte, laut Aussage von Grützner, anstelle einer Senkung zu einer erheblichen Preissteigerung. Denn die Verbraucherpreise liegen durch die Sparvorwahlen in Deutschland auf einem deutlich niedrigeren Niveau als die, von der EU festgelegten, maximalen 22 Cent. Durch die Sparvorwahlen kosten Gespräche bisher oftmals weniger als einen Cent. An einem Festnetzanschluss der Deutschen Telekom können Verbraucher bis zu 90 Prozent einsparen.

Mangelnder Wettbewerb

Durch den möglichen Wegfall von Call-by-Call und Preselection, dürften auch viele weitere Kunden den Preis in Richtung der von der EU genehmigten 22 Cent anziehen. Der Schaden, der durch die Entscheidung entsteht, würde demnach alle Kunden in Deutschland betreffen.

Die Beweggründe der Deutschen Telekom

Die Beweggründe, weshalb sich die Deutsche Telekom zu einer Einigung mit VATM entschieden hat, liegen vermutlich darin, dass die Call-by-Call-Anbieter der Deutschen Telekom Geld bezahlen müssen, um den Telefonverkehr über den Call-by-Call-Anbieter leiten zu dürfen. Darüber hinaus müssen die Verbraucher Basiskunden bei der Telekom bleiben, um Call-by-Call nutzen zu können.

Call-by-Call Tarifrechner

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