Festnetz-Kooperation – Zugang zum Telekom-Glasfasernetz für O2 Kunden

Festnetz-Kooperation – Zugang zum Telekom-Glasfasernetz für O2 Kunden

Heute wurde von der Deutschen Telekom und der Telefónica Deutschland bekannt gegeben, einen Vertrag zur Nutzung des Breitbandnetzes vereinbart zu haben, der bundesweit gilt. Der Vertrag mit einer zehnjährigen Laufzeit wurde bereits von beiden Unternehmen unterzeichnet, wodurch sie ihre langjährige Festnetz-Kooperation ausweiten. Im Frühjahr nächsten Jahres soll die Vereinbarung dann in Kraft treten.

Was steckt hinter dem Kooperationsvertrag der beiden Unternehmen?

Telefónica nutzt bereits die VSDL- und Vectoringanschlüsse der Telekom; das VSDL-Netz der Telekom deckt rund 33 Millionen Haushalte in Deutschland ab. O2-Kunden erreichen mit den VDSL-Lösungen Surfgeschwindigkeiten von bis zu 250 Megabit pro Sekunde. Nun soll die Kooperation auf Glasfaseranschlüsse ausgedehnt werden; die VDSL- und Vectoring-Vorleistungsprodukte werden weiterhin genutzt. Bereits seit sieben Jahren bezieht Telefónica Kupferanschlüsse auf Basis des Glasfasernetzes der Telekom. Nun stellt die Telekom erstmal einem Wettbewerber auch das Highspeed-Glasfasernetz mit Downloadgeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde zur Nutzung zur Verfügung. 1,8 Millionen Haushalte in Deutschland sind momentan mit Glasfaseranschlüssen der Deutschen Telekom versorgt. In den nächsten Jahren soll der Glasfaserausbau deutlich beschleunigt werden. Es ist der erste langfristige Kooperationsvertrag den das Unternehmen mit einem Wettbewerber eingeht, in dem die Nutzung des Glasfasernetzes inklusive Glasfaser-Hausanschlussleitung (FTTH = Fiber to the Home) bereitgestellt wird. Damit nutzt erstmals ein Wettbewerber das FFTH-Netz der Deutschen Telekom.

Wie profitieren die Unternehmen von der Festnetz-Kooperation?

Die Telekom kann sich durch das Kontingentmodell eine langfristige Auslastung des Netzes sichern. Die langfristig gesicherten Erträge aus dieser Festnetz-Kooperation mit Telefónica sind für das Unternehmen, das plant in einen erheblichen Ausbau seines FFTH-Netzes zu investieren, wichtig. „(…) wir erhalten finanzielle Mittel, die wir in den Ausbau unserer Netze reinvestieren“, erklärt Telekom Deutschland-Chef Dirk Wössner. Telefónica profitiert hingegen von einem gesicherten Zugriff auf die Netze der Deutschen Telekom zu günstigen Konditionen und kann seinen Kunden eigene Produkte bereitstellen. Durch die langfristige Kooperation erhält das Unternehmen Planungssicherheit. „Unseren O2 Kunden können wir künftig vor allem in Großstädten einen Zugang zum Glasfasernetz anbieten. Auf dieser Basis können wir unseren Kunden erstklassige konvergente Produkte anbieten“ sagt CEO von Telefónica Deutschland / O2 Markus Haas. Die Festnetz-Kooperation sei „(…) ein wegweisender Deal für den Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur in Deutschland über das nächste Jahrzehnt. Basierend auf einer freiwilligen kommerziellen Einigung zweier großer Marktteilnehmer, von der viele Menschen und Unternehmen in Deutschland profitieren werden“, betont Wössner.

Meilenstein um Breitbandnetze schneller auszubauen

Die Einigung mit dem Wettbewerber wird von der Telekom als Meilenstein angesehen, um die wettbewerbsfähigen Breitbandnetze schneller ausrollen zu können. Wössner gibt an, auch ähnliche Vereinbarungen mit anderen Unternehmen anzustreben. Auch anderen Marktteilnehmern würden diese Kooperationen angeboten werden.

Die Bundesnetzagentur begrüßt die Einigung der Unternehmen

Der vereinbarte Vertrag wird in den nächsten Tagen der Bundesnetzagentur vorgelegt, denn die Kooperation unterliegt noch der regulatorischen Zustimmung. Die Bundesnetzagentur prüft vor dem Inkrafttreten, ob die Vereinbarung den Regulierungsangaben entspricht, da der Vertrag der sektorspezifischen TK-Regulierung unterliegt. „Die Bundesnetzagentur begrüßt die Vereinbarung. Das ist ein gutes Signal für weitere Kooperationen zwischen den Marktakteuren. (…)“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Kooperationen auch im Mobilfunk

Nicht nur im Festnetz, auch im Mobilfunk kooperieren die Deutsche Telekom und Telefónica bereits seit längerer Zeit. Momentan werden rund 5 000 Mobilfunkstationen der Deutschen Telekom von Telefónica genutzt. Zusammen mit Vodafone arbeiten die beiden Unternehmen außerdem daran, ungefähr 6 000 „weiße Flecken“ im Mobilfunk zu schließen. Insbesondere in ländlichen Regionen ist die Mobilfunkabdeckung oftmals mangelhaft.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Glasfaseranschlüsse – BNetzA veröffentlicht Leerrohrentgelte-Entwurf

Glasfaseranschlüsse

BNetzA veröffentlicht Leerrohrentgelte-Entwurf

Die Telekom muss Wettbewerbern den Zugang zu sogenannten Leerrohren ermöglichen, um zusätzliche Bauarbeiten zu vermeiden. Wie viel das Unternehmen für die Nutzung durch die Konkurrenz erhält, steht bislang noch nicht fest. Jetzt hat die zuständige Behörde einen Kompromiss vorgeschlagen. […]

Adaptive Timeout-Funktion – längere Akkulaufzeit bei Android 15

Adaptive Timeout-Funktion

Längere Akkulaufzeit bei Android 15

Ein neues Feature, das mit Android 15 kommen soll, könnte die Akkulaufzeit von Android-Geräten erheblich verlängern. Entdeckt wurden Hinweise auf „adaptive Timeout“ auf der zweiten Developer Preview. Das neue Betriebssystem soll bereits in einigen Monaten erscheinen. […]

Spielspaß oder Suchtrisiko? – das steckt hinter sogenannten Lootboxen

Spielspaß oder Suchtrisiko?

Das steckt hinter sogenannten Lootboxen

Als Lootboxen bezeichnete virtuelle Überraschungskisten erfreuen sich bei vielen Gamern großer Beliebtheit. Es gibt jedoch auch kritische Stimmen, die darin eine ähnliche Suchtproblematik wie bei Online-Glücksspiel sehen. Noch sind die Boxen hierzulande legal. Andere Länder haben bereits reagiert. […]

Mehr als 300.000 Gbit/s – neuer Geschwindigkeitsrekord im Glasfasernetz

Mehr als 300.000 Gbit/s

Neuer Geschwindigkeitsrekord im Glasfasernetz

Einem internationalen Team gelang ein neuer Rekord bei der Übertragungsgeschwindigkeit im Glasfasernetz. Sie erreichten die 4,5-Millionenfache Geschwindigkeit der durchschnittlichen Breitbandverbindungen in Haushalten. Für Endnutzer könnte das künftig zu erheblichen Verbesserungen führen. […]