Betrugsmasche – WhatsApp-Nachrichten von vermeintlichen Familienangehörigen

Betrugsmasche – WhatsApp-Nachrichten von vermeintlichen Familienangehörigen

Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt vor einer Betrugsmasche, die bereits seit Juni letzten Jahres über den beliebten Messenger-Dienst WhatsApp im Umlauf ist. Aktuell häufen sich wieder vermehrt die Hinweise auf die perfide Masche, mit der Cyberkriminelle versuchen an Geld zu gelangen.

Was steckt hinter der Betrugsmasche?

Die Cyberkriminellen versenden über WhatsApp Nachrichten, in denen sie sich als vermeintliche Familienangehörige – meist Tochter oder Sohn – der Empfänger ausgeben. Die Daten, die für die Betrugsmasche genutzt werden, könnten aus kriminellen Accountübernahmen bei WhatsApp aus dem Jahr 2020 stammen. Möglich ist auch, dass die Kriminellen über Phishing-SMS über vermeintliche Paketbenachrichtigungen an die Daten gelangt sind. In der Nachricht täuschen die Betrüger vor, dass dringend eine Rechnung beglichen werden muss und hierfür Hilfe benötigt wird. Die Betroffenen werden dazu aufgefordert eine oder mehrere Online-Banküberweisungen zu tätigen, um der vermeintlichen Tochter oder dem Sohn zu helfen. Die Nachrichten sind in gutem Deutsch verfasst und sprechen den Empfänger direkt an, weshalb sie auf viele Betroffene authentisch wirken. Die Chatverläufe starten beispielsweise wie folgt:

  • „Hallo papa, Mein Handy ist kaputt, das ist jetzt meine neue Nummer…“
  • „Mama, ich habe den Anbieter gewechselt das ist meine neue Nummer du kannst meine alte Nummer löschen“
  • „Hallo Mama! Ich habe eine neue Telefonnummer. Handy und SIM ist kaputt… ich ließ das Handy fallen, die alte Nummer kann entfernt werden.“

Zahlreiche Meldungen gehen beim LKA ein

Viele der Betroffenen zeigten sich hilfsbereit und überwiesen einen oder mehrere Geldbeträge auf fremde Konten, im Glauben daran, dass sie ihrem Familienmitglied helfen. Versuchen die Empfänger der Nachricht, die vermeintliche Person per Anruf zu erreichen, werden hierfür Ausreden erfunden. Das Landeskriminalamt Niedersachsen informiert darüber, dass sich nun vermehrt Personen melden, die bereits von der Betrugsmasche betroffen waren, und nun erneut von den Cyberkriminellen kontaktiert wurden. Diese baten die Betroffenen erneut um Überweisungen. Eine Frau, die glaubte von ihrem Sohn kontaktiert worden zu sein, verlor durch diese Masche 1 700 Euro. In der WhatsApp-Nachricht wurde vorgespielt, das Smartphone des Sohnes sei kaputt und es müsse dringend eine Überweisung getätigt werden. Als der Sohn nach Hause kam, fiel der Betrug auf.

Wie sollen sich Betroffene verhalten?

Das LKA Niedersachsen rät Empfängern von Nachrichten von unbekannter Nummer, nicht auf diese zu antworten. Die vermeintliche Person solle stattdessen auf einem anderen Weg kontaktiert werden. Eine parallele Kommunikation per Telefon oder E-Mail ist sehr wichtig, um den Wahrheitsgehalt der Nachricht zu prüfen. Zudem sollte niemals Geld auf ein unbekanntes Bankkonto überwiesen werden. Ist das Geld erst einmal überwiesen, ist es in den meisten Fällen verloren. Wurde die Überweisung bereits getätigt, sollten Betroffene umgehend ihre Bank informieren und zudem eine Anzeige bei der Polizei erstatten. Eine Dokumentation des Vorfalls mit Screenshots der Nachrichten und der Banküberweisung sind hierbei äußerst hilfreich.

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