Anordnung der EU-Kommission – mobilcom muss Onlineshop für sieben Monate schließen

Anordnung der EU-Kommission - mobilcom muss Online-Shop für sieben Monate schließen

Dem Mobilfunkanbieter mobilcom drohte im Jahr 2002 durch hohe Investitionen in die UMTS-Technik die Insolvenz. Die Bundesrepublik Deutschland und das Land Schleswig-Holstein bürgten mit 112 Millionen € für ein Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). mobilcom hat den Kredit im September 2003 zurückgezahlt und die Bürgschaft an Bund und Land zurückgegeben. Die EU-Kommission genehmigte die Ende 2002 gewährten Unterstützung und verband diese „Umstrukturierungsbeihilfe„ mit einer Auflage. Das Unternehmen muss den Direktvertrieb von Mobilfunk-Verträgen über den mobilcom-Onlineshop für sieben Monate unterbrechen. Die Beihilfe sei von mobilcom nicht nur für eine Neustrukturierung genutzt worden, das Unternehmen habe sich auch neu ausgerichtet, teilte die EU-Kommission mit. Dadurch habe es sich gegenüber seinen Mitbewerbern einen Vorteil verschafft. Weil der Online-Direktvertrieb an Handyverträgen für das Unternehmen an Bedeutung zunehme, sei die Einstellung für sieben Monate ein Ausgleich für die entstandenen Wettbewerbsverzerrungen.

Dr. Thorsten Grenz, Vorstandsvorsitzender der mobilcom AG, erklärte, er halte es „unternehmerisch widersinnig„ einerseits die Bürgschaft als Beihilfe zu genehmigen und andererseits die Fortsetzung des Wiederaufstiegs des Unternehmens zu behindern. Das Unternehmen habe aus eigener Kraft innerhalb eines Jahres die Ertragswende erreicht und die Kredite zurückgeführt.

Aufgrund der Anordnung der EU-Kommission sank die mobilcom-Aktie um über sieben Prozent. Nach der Information, dass nur 1,5 Prozent mobilcom-Neukunden Handytarife über das Internet abschließen, legte die Aktie wieder zu. mobilcom plant, gegen die Entscheidung der EU-Kommission rechtlich vorzugehen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Neuer Minderungs-Rechner – Ansprüche bei schlechtem Handyempfang

Neuer Minderungs-Rechner

Ansprüche bei schlechtem Handyempfang

Mit dem neuen Minderungs-Rechner der Verbraucherzentrale NRW können Verbraucher bei schlechtem Handyempfang mögliche Minderungen berechnen und ihre Ansprüche einfacher gegenüber Mobilfunkanbietern durchsetzen. […]

Internetfallen im Urlaub vermeiden – Sicher surfen auf Reisen

Vorsicht

Internetfallen im Urlaub

Ob Urlaub im In- oder Ausland: Wer unterwegs öffentliche WLAN-Netze nutzt oder sein Smartphone an fremden Ladestationen anschließt, setzt sich möglichen Internetfallen aus. Welche Risiken bestehen und wie Reisende ihre Daten und Geräte wirksam schützen können. […]

OLG Koblenz kippt zentrale 1&1-AGB – Stärkung der Verbraucherrechte

OLG Koblenz kippt zentrale 1&1-AGB 

Stärkung der Verbraucherrechte

OLG Koblenz kassiert zentrale AGB-Klauseln von 1&1: Von automatischen Vertragsverlängerungen bis zur Rechnungszustellung im Kundenportal – das Urteil stärkt Verbraucherrechte deutlich und knüpft an die Rechtsprechung zum Kündigungsbutton an. […]

Windows plant Wandel – weniger Update-Zwang, mehr Nutzerkontrolle

Windows plant Wandel

Weniger Update-Zwang, mehr Nutzerkontrolle

Mit dem Projekt „Windows K2“ will Microsoft Windows grundlegend verbessern. Weniger erzwungene Updates, mehr Flexibilität und höhere Stabilität stehen dabei im Fokus. Gleichzeitig sollen Leistung, Gaming und Benutzerfreundlichkeit optimiert werden. […]