Nicht abhörsicher – Mailbox von Handy-Kunden soll besser geschützt werden

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Die Mobilfunk-Anbieter stellen ihren Kunden eine Mailbox zur Verfügung, einen Anrufbeantworter für ihren Mobilfunk-Anschluss. Der speichert hinterlassene Nachrichten, wenn der Kunde gerade mal nicht erreichbar ist und kann später durch einen Anruf bei der Mailbox abgehört werden. Bislang ist es so, dass der Kunde sich bei diesem Anruf dadurch identifizieren kann, dass er die Verbindung mit seinem Handy erstellt. Die mitgesendete Rufnummer ist sein Passierschein, die Angabe eines Passworts in diesem Fall nicht nötig, um an die in der Mailbox gespeicherten Informationen zu gelangen. Sorgen mussten sich die Nutzer einer Mailbox deshalb bislang nur machen, wenn ihr Handy in fremde Hände geriet, doch es gibt noch eine weitere Möglichkeit, wie sich Unberechtigte Zugang zu einer Mailbox verschaffen können. Der Spiegel wies verschiedene Mobilfunknetz-Betreiber auf eine bisher weitgehend unbekannte Sicherheitslücke hin. Anders als bei Telefonaten aus dem Festnetz oder von dem Handy kann bei Anrufen über einige Internettelefonie (VoIP)-Anbieter frei gewählt werden, welche Rufnummer als Anrufernummer angegeben wird. So kann ein VoIP-Nutzer theoretisch jede beliebige Rufnummer für seine abgehenden Gespräche angeben und damit vortäuschen, von einem bestimmten Anschluss aus zu telefonieren. Hat er Interesse an den gespeicherten Informationen oder den Einstellungen der Mailbox eines bestimmten Handy-Nutzers, könnte er dessen Rufnummer als abgehende Rufnummer angeben und sich damit als dieser Handy-Nutzer identifizieren. Die Mailbox würde ihm den Zugang nicht verweigern, weil sein Anschluss sich als Mobilfunk-Anschluss des berechtigten Nutzers identifiziert. Dadurch könnte der Anrufer die gespeicherten Nachrichten abhören, löschen und die Einstellungen der Mailbox ändern, eventuell sogar ohne dass der Inhaber es bemerken würde.

Da die Mailbox nicht in dem Handy des Kunden sondern in dem Mobilfunk-Netz hinterlegt ist, betrifft dieses Problem alle Mobilfunk-Kunden, die ihre Mailbox nicht haben abschalten lassen, unabhängig davon, welches Mobiltelefon sie benutzen. Die angesprochenen Mobilfunk-Netzbetreiber reagierten nach Angaben des Spiegel schnell und versprachen, das Problem innerhalb weniger Tage zu lösen und zwar durch stärkere Nutzung der Zugangs-PINs. Auf Nummer sicher gehen Handy-Kunden, die vollkommen auf ihre Mailbox verzichten. Schließlich spricht dafür mehr als ein Grund, denn das Abhören der eigenen Mailbox ist nicht bei allen Anbietern kostenfrei und auch der Anrufer zahlt dafür, eine Nachricht auf dem virtuellem Anrufbeantworter hinterlassen zu dürfen. Sollte der Anrufer trotz abgeschalteter Mailbox eine Notiz hinterlassen wollen, kann er das auch per SMS tun, die der Empfänger erhält, sobald sein Handy wieder eingeschaltet ist. Einige Netzbetreiber bieten auch einen Dienst an, der den Angerufenen informiert, wenn ein Anrufer versucht hat, ihn zu erreichen während dessen Handy ausgeschaltet war. Das klappt allerdings nur, wenn der Anrufer seine Rufnummer mitsendet, ist für den Angerufenen aber kostenfrei.

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