Simyo – Wirbel um die Marke mit der ganz anderen Prepaidkarte

simyo

Seit einigen Wochen ist ein neues Produkt auf dem Markt, das für einige Schlagzeilen sorgt. Die Marke Simyo des Mobilfunk-Netzbetreibers E-Plus zeigt ein ganz neues Prinzip der Gestaltung eines Mobilfunk-Angebots. Simyo verzichtet vor allem auf eins, kostenintensive Zusatzleistungen. Und dieser Vorteil wird an den Kunden weitergegeben. Dem Kunden wird eine Prepaidkarte zur Verfügung gestellt, die mit einem sowohl günstigen als auch einfachen Tarif überzeugt und die Wettbewerber dadurch in Zugzwang bringt.

Bei Simyo handelt es sich um eine reine Online-Marke. Die Bestellung und Verwaltung ist nur über die Simyo-Webseite möglich. Kostenintensive Ladengeschäfte und teurer Support sind also nicht zu erwarten. Auch ein subventioniertes Handy gehört nicht zu dem Angebot von Simyo. Statt dessen zahlt der Kunde rund um die Uhr für nationale Telefonate nur 19 Cent pro Minute, unabhängig davon, ob er einen Teilnehmer in dem Festnetz oder einen Mobilfunk-Nutzer anruft. Die beliebten Kurzmitteilungen sind wesentlich günstiger, als man es von vielen Mobilfunk-Verträgen gewohnt ist, lediglich 14 Cent fallen für eine versendete SMS an. Die Abfrage der Mailbox ist sogar kostenlos und es fällt weder eine Grundgebühr an, noch muss ein Mindestumsatz generiert werden. Weitere Dienste wie MMS, die Internet-Nutzung über GPRS, und Roaming sind mit Simyo ebenfalls möglich. Es besteht keine Vertragsbindung, also keine Mindestvertragslaufzeit, durch die der Kunde an das Angebot gebunden wäre.

Seine Simyo-Prepaidkarte bestellt der Kunde online. Dabei kann er aus Rufnummernblöcken seine Wunschrufnummer auswählen. Einmalig werden 19,95 € berechnet, die setzen sich aus 10,- € Startguthaben und 9,95 € Anschlussgebühr zusammen. Abonnenten des Telespiegel-Newsletter wissen es bereits, Simyo verschenkt ein Bonusguthaben von 5,- € an jeden Neukunden. Damit verringert sich die einmalige Anschlussgebühr rein rechnerisch auf 4,95 €. Diese Aktion wurde jetzt bis zum 31. Juli verlängert.

Die Drillisch AG hat mit ihrem Postpaid-Tarif Simply bereits nachgezogen, mindestens ein anderer Anbieter fühlt sich benachteiligt. Der Service-Provider Mobilcom beschwerte sich bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP). Mobilcom war der Meinung, E-Plus habe sie vor Einführung eines neuen Angebots in Kenntnis und damit in die Lage zu versetzen, gleichzeitig eigene Angebote auf den Markt zu bringen. Die Regulierungsbehörde wies die Beschwerde zurück, schließlich handele es sich bei Simyo um eine Produktinnovation, nicht lediglich um einen neuen Tarif. Aufgrund seiner kommerziellen, technischen und vertrieblichen Gestaltung, die auf kostenträchtige, bislang übliche Komfortmerkmale verzichtet, unterscheide es sich in wesentlichen Details von herkömmlichen Prepaid-Angeboten, stellte die Beschlusskammer fest. Weil die Einführung innovativer Produkte im öffentlichen Interesse an einer Stimulierung des Wettbewerbs liege, müsse den Mobilfunk-Netzbetreibern der Anreize verbleiben, neue Ideen mit einem gewissen zeitlichen Vorsprung zu vermarkten. Im Übrigen sehe die Beschlusskammer den in diesem Fall erzielten Zeitvorsprung nicht als uneinholbar an. Schließlich sei eine Kundenbindung nicht unumkehrbar und andere aktuelle Angebote würden belegen, dass Wettbewerber auf das Angebot von Simyo mit vergleichbaren Strategien reagieren können

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