Handykunden zahlten für angebliches Freizeichen – Eineinhalb Jahre Haft für Täter

urteil

Mit einem besonders einfallsreichem Trick versuchte ein 44-jähriger im Jahr 2002 zusammen mit einem Komplizen Mobilfunk-Kunden um ihr Geld zu erleichtert. Er ließ sich mehrere 0190-Rufnummern freischalten und richtete ein Computerprogramm ein, in dem er 800.000 nationale Handy-Rufnummern speicherte. Diese Rufnummern ließ er durch das Programm anrufen. Jedoch klingelte das Handy der Angerufenen nur einmal, danach wurde die Verbindung unterbrochen. In dem Display der Handy-Kunden erschien die Meldung „Anruf in Abwesenheit„ woraufhin zehntausende der Handy-Nutzer die mit 49 190 beginnende Nummer zurückriefen. (Die Ziffernfolge 49 ist die Länderkennung für Deutschland und wird statt der 0 angezeigt) Der darauf programmierte Computer leitete die Rückrufe automatisch auf eine Tondatei weiter. Diese gaukelte den Anrufern ein Freizeichen vor, obwohl die Verbindung bereits bestand. Weil viele Betroffene vermuteten, der Teilnehmer habe das Gespräch nicht angenommen, versuchten sie später noch einmal, die Rufnummer zu erreichen. Pro angefangene Minute wurden den Mobilfunk-Kunden jedoch 1,86 € berechnet, insgesamt erbeuteten die beiden Täter etwa 45.000,- €.

Das Landgericht Hildesheim hatte den Angeklagten zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Dieses Urteil wurde von dem arbeitslosen Familienvater aus Nordstemmen jedoch angefochten. Der Fall wurde nun erneut vor dem Landgericht Hannover verhandelt. Das brachte dem Täter jedoch nicht den erhofften Freispruch sondern eineinhalb Jahre Haft ein. Der Angeklagte gab an, an eine Gesetzeslücke geglaubt zu haben, er habe gehofft, das Risiko klein zu halten, indem er eine hohe Zahl von Anrufen tätigte. Jedoch wandten sich viele Geschädigte an die Polizei, nachdem sie die betreffenden Rechnungsposten auf ihren Handy-Rechnungen bemerkten. Die 0190-Rufnummern, die für diese Gaunerei benutzt wurden, wurden kurz darauf gesperrt.

Weitere Informationen

Handy – Gerichtsurteile

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


neun − eins =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Kleinanzeigenportal – Polizei warnt vor angeblichen PayPal-Zahlungen

Kleinanzeigenportal

Polizei warnt vor angeblichen PayPal-Zahlungen

Aktuell warnt die Polizei Niedersachsen vor einer Internetbetrugsmasche, die bereits seit längerer Zeit bekannt ist. Die Betrüger täuschen bei einem Kleinanzeigenportal gefälschte PayPal-Bezahlungen vor. Das Geld wird bei dem betroffenen Verkäufer jedoch nie auf dem Konto eingehen. […]

Home-Router im Test – erhebliche Sicherheitsmängel bei vielen Geräten

Home-Router im Test

Erhebliche Sicherheitsmängel bei vielen Geräten

Sicherheitsforscher des Frauenhofer-Instituts haben 127 Home-Router unter die Lupe genommen und auf verschiedene Sicherheitsaspekte geprüft. Keines der getesteten Geräte war frei von Schwachstellen. Im Gegenteil: einige Router weisen sogar erhebliche Sicherheitsmängel auf. […]

Digitalisierung – Tiefgreifende Veränderung im Unterricht ist notwendig

Digitalisierung

Tiefgreifende Veränderung im Unterricht ist notwendig

Während der Corona-Krise hat sich erneut deutlich gezeigt, dass die Digitalisierung an Schulen in Deutschland nicht ausreichend ist. Neben der Bereitstellung von Hard- und Software, werden ebenfalls ein guter technischer Support sowie Weiterbildungen für die Lehrkräfte benötigt. […]

Adobe Flash Player – Software zerstört sich am 31. Dezember 2020 selbst

Adobe Flash Player

Software zerstört sich am 31. Dezember 2020 selbst

Vor drei Jahren wurde das Ende des Adobe Flash Players angekündigt. Am 31. Dezember dieses Jahres ist nun endgültig Schluss. Ab dem Jahr 2021 kann die Software nicht mehr verwendet werden. Die Entwickler empfehlen Nutzern den Flash Player bereits vor diesem Datum rückstandlos zu deinstallieren. […]