Allinkasso GmbH – Massenhaft angebliche Forderungen für Interactive WIN

Abofalle

In den letzten beiden Tagen erhielten unzählige Verbraucher einen Brief, in dem die Allinkasso GmbH Inkassobüro von ihnen einen Geldbetrag fordert. Darin heißt es, der Empfänger habe die Leistungen der Firma Interactive WIN Deutschl. N Interactivemedia Limited in Anspruch genommen und auf die darauf folgende Zahlungsaufforderung nicht reagiert. Nun fordere Allinkasso für seinen Mandanten rund 132,- € inklusive Mahngebühren, die innerhalb von 10 Tagen zu zahlen seien. Das Datum und die Uhrzeit, an dem angeblich online eine Anmeldung bei einem Angebot der Firma Interactive WIN vorgenommen worden seien, das Aktenzeichen und auch der Centbetrag der geforderten Summe variiert angeblich.

In hunderten Foreneinträgen berichten die Betroffenen in den letzten beiden Tagen von dem Erhalt dieses Schreibens. Viele merken an, in der angegebenen Zeit nachweislich nicht in dem Internet gesurft zu haben. Und auch die anderen sind sich sicher, keine Leistungen von der genannten Firma in Anspruch genommen zu haben. Um welche Leistung es sich handelt, geht ohnehin nicht aus dem Schreiben hervor.

Bemerkenswert ist auch, wie viele der Betroffenen äußern, dass der Brief mit veralteten Kontaktdaten an sie gerichtet wurde. Einer Frau wurde er beispielsweise mit der Angabe ihres Mädchennamens geschickt, einem anderen an eine ehemalige Adresse, sogar an eine im Jahr 2004 verstorbene Frau wurde ein solches Schreiben geschickt. In den Zeiten der Berichte über Datenlecks liegt die Vermutung nahe, dass hier ein eingekaufter Datensatz mit den Kontaktdaten der Empfänger verwendet wurde.

Die Allinkasso GmbH gibt in dem Impressum ihrer Internetseiten allinkasso.de und debitoren-check.de eine postalische Adresse in Süddeutschland an. Bei einem Anruf unter der angegebenen Rufnummer hörten die Betroffenen stets ein Besetztzeichen. Auch die Redaktion des telespiegel versuchte mehrfach erfolglos, einen Sprecher der Allinkasso GmbH für eine Stellungnahme zu erreichen. Auf eine Email der Redaktion reagierte das Unternehmen bisher ebenfalls nicht.

Wie immer in solchen Fällen, in denen Verbraucher angeschrieben werden, um von ihnen offensichtlich ungerechtfertigte Forderungen einzutreiben, kann den Betroffenen geraten werden, nicht auf diese Schreiben zu reagieren. Insbesondere sollten keine Zahlungen vorgenommen werden. Einen Schufa-Eintrag müssen die Betroffenen übrigens nicht befürchten. Der richtige Weg führt eventuell zu einer Verbraucherzentrale, aber sicherlich zu einer Dienststelle der Polizei, um dort Strafanzeige zu stellen.

Update vom 21.10.2008

Allinkasso GmbH und Interactive WIN – Polizei ermittelt wegen Betrug

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