Allinkasso GmbH und Interactive WIN – Polizei ermittelt wegen Betrug

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Vor wenigen Tagen erhielten tausende Menschen in Deutschland ein Schreiben der Allinkasso GmbH aus München. Darin forderte das Inkassobüro für seinen Mandanten, die Firma Interactive WIN Deutschland New Interactivemedia Limited jeweils rund 132,- €. Die Forderung sei durch die Nutzung der Webseite des Mandanten entstanden, hieß es dort. (telespiegel-News vom 10.10.2008)

Doch die angeschriebenen Personen hatten keine Leistung der Interactive WIN in Anspruch genommen. Manche von ihnen suchten Hilfe in dem Internet und man riet ihnen, Anzeige zu erstatten. Offensichtlich haben viele diesen Rat befolgt. Wie die Kriminalpolizei berichtete, wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Betruges eingeleitet. Die Kripo erklärte auch, was hinter dieser dubiosen Forderung der Allinkasso GmbH steckt.

Das Inkassounternehmen aus München bekam kürzlich per Email den Auftrag, für einen Gläubiger bei rund 11.000 Personen offene Beträge für Dienstleistungen in dem Internet einzuziehen. In der zweiten Oktoberwoche verschickte die Allinkasso GmbH an etwa 10.500 Personen in dem gesamten Bundesgebiet Forderungen in Höhe von 132,39 € für die angebliche Nutzung des Internetangebots der Interactive WIN. Hätten alle angeschriebenen Personen gezahlt, wäre ein Gesamtbetrag in Höhe von etwa 1.500.000,- € auf dem Konto des Inkassounternehmens eingegangen.

Als Verantwortlichen für die Internetseite der Interactive WIN ermittelten die Beamten New Interactive Media Ltd mit einer angeblichen deutschen Zweigniederlassung in Bad Homburg. Das Unternehmen hatte tatsächlich eine Internetseite namens interactive-win.net eröffnet, allerdings erst am 08. Oktober 2008. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Firma weder im Handelsregister noch bei dem Gewerbeamt angemeldet gewesen. Den als Geschäftsführer angegebenen italienischen Staatsbürger fand die Kripo tatsächlich unter der genannten Bad Homburger Adresse, allerdings waren an seiner Wohnadresse weder ein Klingelschild noch ein Briefkasten, der auf ihn oder die Firma Interactive Media hingewiesen gemacht hätte.

Die Beamten statteten sich mit einem Durchsuchungsbeschluss aus und durchsuchten am letzten Freitag insgesamt vier Wohnungen in Bad Homburg, in Frankfurt am Main und in Hochheim am Main. Sie fanden umfangreiches Beweismaterial und stellten es sicher. Der italienische Geschäftsführer war vorläufig festgenommen, verriet aber in einer ausgiebigen Vernehmung seine Hintermänner und wurde daraufhin wieder freigelassen.

Zwar teilte die Kripo mit, dass die Auswertung der gefundenen Beweismittel, bei denen es sich um Computer und Laptops handelt, längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Dass die etwa 11.000 Forderungen der Interactive WIN frei erfunden sind, konnte sie dennoch bereits bekannt geben. Sie forderte die Betroffenen auf, die Forderungen nicht zu bezahlen beziehungsweise eventuell bereits gezahlte Beträge zurückzufordern. Die von der Allinkasso GmbH im Namen der Interactive WIN angeschriebenen Personen sollen Anzeige erstatten. Von wem die Betrüger den offensichtlich veralteten Datensatz mit den Adressangaben der Betroffenen bekam, erklärte die Kriminalpolizei nicht.

Die Ermittlungsakten werden zur weiteren Entscheidung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main zugeführt. Sie wird in den kommenden Tagen entscheiden, welche Polizeidienststelle für die weitere Bearbeitung des Strafverfahrens zuständig sein wird.

Weitere Informationen

Phishing – Betrug mit gefälschten Emails
Sicherheit im Internet
Spam – Unerwünschte Reklame
In dem Internet einkaufen – Sicher handeln
Gerichtsurteile – Internet

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