Mahngebühren – nicht mehr als 2,50 Euro!

Eine Rechnung flattert ins Haus. Der Empfänger vergisst, rechtzeitig zu zahlen. Da speziell im Mobilfunkbereich Rechnungen per E-Mail oder im Kundenaccount üblich sind, kommt es schnell zu versäumten Zahlungsfristen. Dann droht eine Mahnung, die mit Mehrkosten verbunden ist.

Wie unterschiedlich die Mahngebühren der Unternehmen in Deutschland sind, zeigt eine Umfrage des TV-Magazins WiSo. Demnach schwanken diese zwischen 2,50 Euro und Beträgen von 15 Euro und mehr. Allerdings sind überhöhte Beträge nicht rechtens.

Das darf eine Mahnung kosten

Grundsätzlich dürfen Unternehmen nur die Mahnkosten in Rechnung stellen, die durch die Mahnung tatsächlich nachweisbar entstehen. Das sind Papier und Porto sowie die Kosten durch den Ausdruck des Schreibens. In mehreren Gerichtsverfahren hat sich dabei eine Obergrenze von 2,50 Euro für Mahnkosten herauskristallisiert. Bisher ist kein einziger Fall bekannt, bei dem ein Gericht höhere Mahnkosten als berechtigt angesehen hat.

Die Summe von 2,50 € reduziert sich noch einmal, wenn die Mahnung per E-Mail zugestellt wird. Das ist erlaubt, denn die Zustellung erfordert keine besondere Form wie zum Beispiel ein Brief per Einschreiben.

WiSo-Umfrage zeigt erschreckende Praktiken

Das Magazin WiSo hat in seiner Umfrage 40 große deutsche Unternehmen befragt, welche Mahnkosten sie in Rechnung stellen. Das Ergebnis ist erschreckend. Trotz klarer Rechtssprechung halten sich nur acht Unternehmen an die Höchstgrenze von 2,50 Euro pro Schreiben. 22 der Unternehmen schlagen bis zu 5 Euro Mahngebühr auf. Zehn Unternehmen verlangen über 5 Euro. Darunter befinden sich mit Vodafone und Amazon auch zwei Anbieter aus dem Bereich Mobilfunk/Internet. Zu den in der Umfrage gefundenen Spitzenreitern bei den Mahngebühren gehört ein weiteres Telekommunikationsunternehmen. Der Kabelanbieter Unity Media ist eines von drei Unternehmen, die 15 Euro und mehr Mahnkosten verlangen.

So können sich Kunden gegen Mahngebühren wehren

Verbraucherverbände raten Kunden dazu, Mahngebühren zu kürzen. Dazu können die Kunden diese in entsprechenden Zahlungsaufforderungen auf 2,50 Euro senken. Wichtig ist jedoch, dies dem Rechnungsaussteller mitzuteilen und zu begründen. Dazu können die Kunden u. a. das Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf (12 0 649 / 12) vom 24.10.2014 heranziehen, in dem unter anderem Vodafones Mahnkosten von 9 Euro als überhöht bezeichnet und auf 1,50 Euro festgesetzt werden.

Mehr Informationen

Rechte und Pflichten von Telefonkunden
Fehlerhafte Telefonrechnung, so ist zu reagieren
Internet by Call Abrechnungsfehler – Ratgeber, bei falscher Abrechnung richtig reagieren
Gerichtsurteile – Internet – interessante & abstrakte Urteile

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


drei + 5 =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Android 11 – Vorabversion des neuen Betriebssystems veröffentlicht

Android 11

Neue Funktionen in Vorabversion vorgestellt

Die Vorabversion von Android 11 wurde von Google veröffentlicht, die für die Google-eigenen Smartphones zur Verfügung steht. Die Android-Hauptversion soll Ende September 2020 folgen. Das neue Betriebssystem bietet unter anderem neue Funktionen für 5G sowie erhöhte Sicherheitsfunktionen. […]

Aktivitäten außerhalb von Facebook – neue Funktion für mehr Kontrolle?

Aktivitäten außerhalb von Facebook

Neue Funktion für mehr Kontrolle?

Mit der Funktion „Aktivitäten außerhalb von Facebook“, will das soziale Netzwerk seinen Nutzern mehr Transparenz über die Daten geben, die gesammelt werden. Allerdings lässt sich auch durch die neue Funktion die Sammelwut des Netzwerkes nicht eindämmen. […]

Call-Center-Betrug – Polizei gelingt Schlag gegen kriminelles Netzwerk

Call-Center-Betrug

Polizei gelingt Schlag gegen kriminelles Netzwerk

Der Polizei ist ein Schlag gegen ein kriminelles Netzwerk gelungen. Die Betrüger riefen ahnungslose Rentner aus Call-Centern in der Türkei an, um mit dem Trick des falschen Polizisten an ihr Geld zu kommen. Die Ermittlungen fanden in enger Zusammenarbeit mit der türkischen Polizei statt. […]