Nur Handy statt Festnetz – Insbesondere Jüngere und Geringverdiener verzichten

Handy

Immer mehr deutsche Haushalte verzichten völlig auf einen Festnetz-Telefonanschluss und nutzen nur noch ein Handy. Das geht aus einer Umfrage des Statistischen Bundesamtes hervor. Während im Jahr 2003 etwa vier Prozent der Haushalte mit einem Mobiltelefon, aber nicht mit einem Festnetzanschluss ausgestattet waren, waren es Anfang des letzten Jahres mehr als neun Prozent, also fast jeder zehnte deutsche Haushalt. Das sind etwa vier Millionen Haushalte.

Bemerkenswert ist auch die prozentuale Verteilung dieser Haushalte in der Gesellschaft. Den Befragungsergebnissen nach sind es insbesondere Jüngere und Geringverdiener, die auf den Festnetzanschluss verzichten. Rund 35 Prozent der unter 25-Jährigen und etwa 19 Prozent der bis zu 34-Jährigen, aber nur rund 6 Prozent der 55- bis 64-Jährigen und nur zwei Prozent der über 70-Jährigen benutzt nur das Handy und keinen klassischen Telefonanschluss.

Große Unterschiede gibt es aber nicht nur zwischen den Altersklassen, sondern auch zwischen den Einkommensklassen. Rund 23 Prozent der Haushalte, die bis zu 900,- € netto pro Monat verdienen, nutzen nur ihr Handy. Bei Haushalten, denen monatlich mehr als 2.600,- € zur Verfügung stehen, sind es nur drei Prozent. Betrachtet man die soziale und finanzielle Stellung, werden ebenfalls Unterschiede deutlich. Rund 21 Prozent der Arbeitslosenhaushalte, aber nur rund 11 Prozent der Arbeitnehmerhaushalte und nur 6 Prozent der Selbstständigenhaushalte verzichten auf den Festnetz-Telefonanschluss und nutzen ausschließlich das Mobiltelefon.

Dieses Ergebnis hängt sicherlich mit mehreren Faktoren zusammen. Zum einen sind die Preise für Mobilfunktelefonate in den letzten Jahren drastisch gesunken, sodass es für viele Verbraucher insgesamt günstiger ist, nur ihr Handy zu verwenden. Denn ein Festnetz-Telefonanschluss kostet eine monatliche Grundgebühr, die den etwas höheren Kosten der Handytelefonate entgegen steht. Moderne Handytarife kommen hingegen ohne Grundgebühr aus, bezahlt wird nur, was verbraucht wird. Dank günstiger Flatrate-Tarife und Minutenpreisen von 8 Cent ist also oft sogar günstiger.

Wer wenig Geld zur Verfügung hat, wird sich sicherlich noch genauer überlegen, ob er auf den Festnetz-Telefonanschluss verzichten kann. Ein entscheidender Vorteil des Handyvertrags ohne Grundgebühr ist, dass keine Kosten anfallen, wenn man keine verursacht. Mit einer Prepaidkarte ist es sogar noch einfacher, nicht in die roten Zahlen zu geraten. Auch mit einer leeren Geldbörse kann man so erreichbar sein und hat die volle Kontrolle über seine Ausgaben.

Auch die Akzeptanz des Mobiltelefons in der Gesellschaft spielt sicherlich eine tragende Rolle. Das Handy gehört inzwischen zum Leben der meisten Deutschen untrennbar dazu. Sie haben es immer dabei und schalten es selten aus. Vorbei sind die Zeiten, in denen man nicht zuhause und deshalb nicht erreichbar war. Und nur selten muss man noch nach einer Telefonzelle suchen. Zieht der Kunde um, kann er sein Handy einfach mitnehmen, ohne umständliches Ummelden des Telefonanschlusses. Das Handy ist normal geworden. Es ist bequem, immer und überall mit dem Handy telefonieren zu können, auch zuhause.

Hinzu kommt, dass ein Festnetz-Telefonanschluss inzwischen nicht mehr nötig ist, um einen DSL-Anschluss zu erhalten. Viele Provider bieten von dem Festnetzanschluss entbündeltes DSL an. Damit kann häufig sogar über das Internet telefoniert werden und es ist eine ortsbezogene Festnetz-Rufnummer enthalten. Bestehende Festnetz-Rufnummern können zu der Internettelefonie mitgenommen werden. So lässt es sich, auch für Unternehmer, leicht auf den Festnetz-Telefonanschluss verzichten.

Weitere Informationen

Mobiles Internet über das Mobilfunknetz
DSL ohne Telefonanschluss – Flatrate

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