Urteil – Falscher Preis im Onlineshop war bindend

Urteil zu irrtümlicher Preisangabe

Bei dem Versandhaus Quelle hatten einige Kunden im Jahr 2007 Flachbildschirme gekauft. Die kosteten eigentlich 1.999,99 € je Stück, waren aber in dem Onlineshop falsch ausgezeichnet. Der Preis der hochwertigen Flachbildschirme war mit 199,99 € je Stück angegeben worden.

Auch die beiden späteren Kläger bestellten die Bildschirme zu dem angegebenen Preis. Nach der Onlinebestellung erhielten sie eine Anzahlungsaufforderung des Versandhauses, dessen Verkaufsvorgänge automatisiert ablaufen. Erst rund zwei Wochen später wies des Versandhaus einen dieser Kunden schriftlich auf seinen Fehler hin. Zu dem Zeitpunkt des Onlinekaufs habe das Unternehmen aber bereits von seinem Irrtum gewusst, sagte ein Justizsprecher.

Die Kunden klagten gegen das Unternehmen und verlangten eine Aushändigung der Ware zu dem genannten Preis. Die Richter waren der Meinung, dass das Unternehmen die Anfechtung des Vertrags zu spät vorgenommen habe. Auch dass das Unternehmen angab, nicht in den automatisierten Prozess eingreifen zu können, änderte die Meinung der Richter nicht. „Es sei ein Mangel an kaufmännischer Organisation, dass die Anfechtungserklärung erst 10 Tage nach deren Verfassen versendet wurde„, sagte der Richter. Das Unternehmen habe sein Anfechtungsrecht verwirkt und muss den Kunden die Ware zu dem genannten Preis liefern.

Amtsgericht Nürnberg-Fürth, Aktz. 310 C 2349/08 und Aktz. 360 C 2779/08 vom 11.08.2009

Quelle: sueddeutsche, Anwaltskanzlei Clemens Bergfort

Weitere Informationen

Gerichtsurteile – Internet
In dem Internet einkaufen – Sicher handeln

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


2 × fünf =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Bundesnetzagentur - Beschwerden zu Werbeanrufen auf Höchststand

Bundesnetzagentur

Beschwerden zu Werbeanrufen auf Höchststand

Im Jahr 2021 hat die Bundesnetzagentur so viele Beschwerden zu unerlaubter Telefonwerbung verzeichnen können wie noch nie zuvor. Entsprechend hoch waren damit auch die verhängten Bußgelder. Daher sollte solche Anrufe umgehend gemeldet werden. […]

Drillisch Online – DSL-Anschlüsse nun auch für Neukunden erhältlich

Drillisch Online

DSL-Anschlüsse nun auch für Neukunden erhältlich

Ab sofort vermarktet Drillisch DSL-Anschlüsse mit Bandbreiten von bis zu 250 Megabit pro Sekunde auch für Neukunden. Der Anbieter wirbt bei den Tarifen mit einer Tarifstabilität, die die Drillisch-Tarife von 1&1 DSL-Anschlüssen unterscheiden. Die Anschlüsse sind beispielsweise bei winSIM oder sim.de erhältlich. […]

Messenger Test - Note 1 für Signal, Telegram mit deutlichen Defiziten

Messenger Test

Note 1 für Signal, Telegram mit deutlichen Defiziten

Während Messenger Dienst Signal von Größen wie Edward Snowden empfohlen wird, steht der Telegram-Messenger immer häufiger in Kritik. IT-Sicherheitsexperten haben sich beide Messenger genauer angesehen und neben Berechtigungen sowie Usability besonders die AGB sowie die Sicherheit unter die Lupe genommen. […]