Ed Hardy T-Shirt bei eBay verkauft – Unterlassungserklärung und 50.000 Euro Streitwert

Ed Hardy T-Shirt bei eBay verkauft - Unterlassungserklärung und 50.000 Euro Streitwert

Die dem Sohn zu klein gewordenen Sportschuhe eines bekannten Herstellers, die zu selten getragene Jacke einer Outdoor-Marke oder das zu große T-Shirt eines Mode-Labels, private Verkäufer veräußern viele dieser Dinge über das Internet. Dort beschreiben sie das Produkt und nennen auch den Namen des Herstellers. Nicht selten führt das zu Auseinandersetzungen mit den Anwälten der Markeninhaber.

Eine 18-Jährige aus Hannover hatte von ihrer Mutter ein T-Shirt der Modemarke Ed Hardy, die zu dem Tattoo-Künstlers Don Ed Hardy gehört, geschenkt bekommen. Die hatte es zuvor in einer renommierten Hannoverschen Einkaufspassage gekauft. Nachdem sie das hochpreisige T-Shirt einige Male getragen hatte, versteigerte die Tochter es für 35,- € bei eBay.

Eine Rechtsanwaltskanzlei aus Frankfurt am Main schickte der jungen Frau bald darauf ein Schreiben, dem eine Unterlassungserklärung beilag und in dem ein Streitwert von 50.000,- € angegeben wurde, eine Summe, die von Gerichten in Urheberrechtsstreitigkeiten schon oft bestätigt wurde. Die Anwälte behaupteten, dass es sich bei dem verkauften T-Shirt um ein Plagiat, also eine Fälschung handele und mit der Abbildung des T-Shirts das Urheberrecht verletzt worden sei.

Die Familie beauftragte ihrerseits einen Anwalt und nach einem aufwändigen Schriftwechsel reduzierte die Frankfurter Kanzlei den Streitwert und verlangt jetzt noch 1.100,- € für die eigene Arbeit. Diese Forderung wollen sie nun vor Gericht einklagen. Der Anwalt der Familie erklärte, die Familie sei bereit, das inzwischen zurückgekaufte T-Shirt auf seine Echtheit hin überprüfen zu lassen. Dem Schreiben legte er zugleich eine Klageschrift bei und fordert nun seinerseits 1.800,- € für seine Arbeit. Er glaubt, dass die Frankfurter Anwälte für den Vertriebspartner des Modelabels gezielt nach Kleidung der Marke suchen und Abmahnungen sowie Zahlungsaufforderungen verschicken, unabhängig davon, ob es sich bei der verkauften Ware tatsächlich um Plagiate handelt.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


zwanzig − 10 =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Elektroschrott – neue Rücknahme-Pflicht tritt am 1. Juli in Kraft

Elektroschrott

Neue Rücknahme-Pflicht tritt am 1. Juli in Kraft

Deutschland gehört zu den zehn Ländern weltweit, die jährlich am meisten Elektroschrott verursachen. Ab dem 1. Juli können Altgeräte nun auch in Discountern und Lebensmittelläden abgegeben werden. Hierdurch soll eine verbraucherfreundliche Rückgabemöglichkeit geschaffen werden. […]

Verbraucherschutz – ab dem 1. Juli ist der Kündigungsbutton Pflicht

Verbraucherschutz

Ab dem 1. Juli ist der Kündigungsbutton Pflicht

In wenigen Tagen tritt eine neue Regelung in Kraft, die den Verbraucherschutz weiter stärken soll. Unternehmen, die Vertragsabschlüsse über ihre Webseite anbieten, müssen dann einen sogenannten Kündigungsbutton einrichten, der die Kündigung erleichtern soll. […]

Betrugsmasche in Facebook – Trickbetrüger geben sich als Prominente aus

Betrugsmasche in Facebook

Trickbetrüger geben sich als Prominente aus

Im Glauben daran, eine Familienbeihilfe in Höhe von 30 000 Euro zu erhalten, überwies eine Seniorin aus der Nähe von Hannover mehr als 2 200 Euro an Betrüger. Diese hatten sich zuvor auf Facebook als bekannter Politiker ausgegeben. […]

Telegram-Premiumversion – exklusive Features gegen monatliche Gebühr

Telegram-Premiumversion

Exklusive Features gegen monatliche Gebühr

Telegram geht als erster großer Messenger-Dienst den Schritt und führt eine kostenpflichtige Premium-Version ein. User, die diese Mitgliedschaft abschließen, können auf exklusive Features zurückgreifen, die in der Basisversion nicht zur Verfügung stehen. Auch WhatsApp könnte bald auf ein ähnliches Modell setzen. […]