Freizügige Fotos – Keine Kontrolle über Bilder und Videos

Jugendliche unterschätzen häufig Konsequenzen

Fotos, die einmal öffentlich in das Internet geladen sind, werden dort in der Regel für immer abrufbar sein. Insbesondere Jugendliche sind sich dessen oft nicht bewusst oder ihnen sind die möglichen Konsequenzen nicht klar. Rund 14 Prozent der Teenager zwischen 15 und 17 Jahren verbreiten besonders freizügige Fotos in sozialen Netzwerken. Einige verwenden dort relativ offene Einstellungen und haben einen hohen Anteil an ihnen im realen Leben nahezu unbekannten Kontakten. Aber auch Dritte stellen eventuell schädigende Fotos online. Immerhin 39 Prozent der Befragten halten es für richtig, Inhalte anderer in das Internet hochzuladen, ohne die Betroffenen zuvor zu fragen. Das ist einer Studie der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) zum Thema „Digitale Privatsphäre: Heranwachsende und Datenschutz auf Sozialen Netzwerkplattformen„ zu entnehmen.

Diese Fotos können nicht nur von Nutzern aus dem engen Freundeskreis betrachtet werden, sondern sind auch späteren Arbeitgebern oder unangenehmen Mitmenschen zugängig. Die britische Internet Watch Foundation (IWF) machte einen Test. Die Forscher fanden innerhalb von 48 Stunden insgesamt 12.224 selbst aufgenommen, erotische Bilder und Videos von jungen Internetnutzern auf 68 seriösen Internetseiten. Davon wurden 88 Prozent, also 10.776 Bilder und Filme, von der Original-Quelle kopiert und auf anderen Webseiten, wie Erotikangeboten, publiziert. Den jungen Menschen müsse klar gemacht werden, dass ein Bild, das einmal online gegangen sei, niemals wieder entfernt werden könne, mahnen die Forscher. Wurde es erst einmal auf eine andere Webseite kopiert, würde es auch nicht mehr ausreichen, das Profilbild in dem sozialen Netzwerk zu entfernen. Für manchen Betroffenen wurde ein solches Foto schon zu einer lebenslangen Belastung.

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