App als Dolmetscher – Gebärdensprache im Krankenhaus

Handschlag

Ein Notfall. Ein Mensch kommt ins Krankenhaus. Er sagt, was ihm fehlt. Die Ärzte helfen rasch weiter. Doch was, wenn der Patient taub ist? Eine Lösung für dieses Problem hat das Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik (PLRI) gefunden. Eine App, die verschiedene medizinische Dialoge in die Gebärdensprache übersetzt. Zum Start sind 800 Übersetzungsbausteine in der App enthalten. Erhältlich ist die mobile Übersetzungshilfe unter den Namen iSignIT-App für iOS-Geräte im App Store von Apple. Der Download ist kostenlos.

Die bisher in der App hinterlegten Dialoge enthalten typische Fragen und Antworten, mit denen sich der Patient einerseits und das Krankenpflegepersonal sowie die Ärzte andererseits verständigen. Dabei werden die Themen in die Gebärdensprache übersetzt und durch mögliche Zusatzfragen und -antworten angereichert. Die Darstellung erfolgt als Gebärdensprache auf dem Display des iPhones oder iPads. Auf diese Weise versteht der Patient die grundsätzlichen Gesprächsinhalte. Insbesondere ist es möglich, dass die Beschwerden gut eingegrenzt werden, indem die Mediziner konkrete Fragen stellen können.

Die Entwickler vom PLRI sind sich darüber im Klaren, dass die App die Kommunikationsdefizite zwischen Medizinern und gehörlosen Patienten nur verringern kann. Es ist bisher nicht möglich, dass die iSignIT-App einen Gebärdendolmetscher ersetzt. Dazu sind die medizinischen Themen einerseits und die Gebärdensprache andererseits zu komplex. Aber die ersten Barrieren können abgebaut werden.

In Deutschland kommunizieren ca. 200.000 Menschen mit Gebärden. Im Alltag sind diese Personen auf einen Gebärdendolmetscher angewiesen oder sie müssen sich schriftlich verständigen, soweit das möglich ist. Speziell im Krankenhaus kann es dabei zu erheblichen Zeitverlust bei Einleitung wichtiger Behandlungen kommen. Die iSignIT-App des PLRI schafft hier eine erste Abhilfe. Die Übersetzungshilfe konnte das zur Medizinischen Hochschule Hannover und zur Technischen Universität Braunschweig gehörende Institut aus eigenen Mitteln entwickeln. Zum Kernbereich des Instituts gehört die Entwicklung von assistierenden Gesundheitstechnologien, eLearning, Informationsmanagement und Lehre.

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1 Kommentar

  1. Hallo und vielen Dank für den interessanten Artikel. Ich muss mal meine Bekannte fragen was sie von dieser App hält. Sie arbeitet als Fachübersetzung in Englisch in Wien

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