Handy in der Schule – Detektoren gegen angeschaltete Mobiltelefone in Prüfungen

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Der einfache Spickzettel hat ausgedient. Auch in den Klassenzimmern haben die Handys Einzug gehalten. Mit ihnen können während einer Klassenarbeit beispielsweise Freunde per SMS nach der richtigen Lösung gefragt werden. Noch mehr Möglichkeiten bieten die modernen Smartphones. Sie sind internetfähig und mit Apps ausgestattet. Mit ihnen stehen alle Informationen des Internets zur Verfügung, inklusive Wikipedia. Die Lehrer und Schulleiter stellt das vor ein großes Problem, denn selbstverständlich werden die Mobiltelefone von manchen Schülern zum Schummeln eingesetzt.

Um das zu verhindern sind verschiedene Lösungen denkbar. Das Friedrich-Schiller-Gymnasium im schleswig-holsteinischen Preetz setzt seit etwa einer Woche auf Handy-Detektoren. Sie wurden im Jahr 2007 in der Stuttgarter Waldorfschule Uhlandshöhe im Rahmen des Schülerprojekts „Paul„ entwickelt. Fünf Schüler und ein Lehrer bauten damals ein Gerät, das auf Handystrahlung reagiert. Sie nutzten dabei den Umstand, dass Mobiltelefone, auch wenn sie nicht aktiv verwendet werden, in regelmäßigen Abständen Kontakt zu dem Mobilfunknetz aufnehmen.

Ein solches Gerät ist 130 × 130 × 35 mm groß und kostet etwa 100,- €. Baut die Schule es selber zusammen, ist es günstiger. Das Gymnasium in Preetz hat zwei von ihnen angeschafft. Bemerkt der Handy-Detektor ein aktives Mobiltelefon in seiner Umgebung (Reichweite bis zu 20 Meter), leuchtet eine rote Warnlampe und es erklingt ein lautes Signal. Gegebenenfalls müssen die Schüler während der Klassenarbeit ihre Stifte beiseite legen, bis das angeschaltete Mobiltelefon gefunden wurde. Die Schule sehe die Geräte als Erinnerungshilfe, sagte der an der Schule tätige Informatiklehrer Torsten Röhl der Zeitung „Kieler Nachrichten„. Denn meistens würden die Schüler einfach vergessen, während der Klassenarbeit ihre Handys auszuschalten.

Die mobilen Handy-Detektoren werden insbesondere in der Oberstufe in dem Klausurraum und den Toilettenräumen aufgestellt. Sie sollen vor allem bei Abiprüfungen und Vor-Klausuren verhindern, dass sich die Jugendlichen einen unrechtmäßigen Vorteil verschaffen. Aber auch in den Klassenräumen der jüngeren Schülern kommen die „Peilsender„ zum Einsatz. Immer dann, wenn die Lehrer den Eindruck haben, dass dort bei Klassenarbeiten häufiger geschummelt wird.

Übrigens haben auch einige Schüler auf eine Kontrolle gedrungen und zum Teil drastischere Maßnahmen vorgeschlagen, erzählte der Lehrer. Sie fanden es unfair, dass sich Mitschüler durch die Verwendung des Handys einen Vorteil und bessere Noten verschafften.

Das schleswig-holsteinische Bildungsministerium äußerte Bedenken an dem Einsatz der Handy-Detektoren in Schulen. Dort befürchtet man einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Schüler. Zunächst müsse überprüft werden, ob eine Ortung oder Überwachung stattfinde. Dass dies nicht der Fall ist, geht eindeutig aus den Informationen auf der Internetseite des „Paulprojekts„ der Waldorfschule hervor. Schleswig-Holsteins Datenschutzbeauftragter Thilo Weichert sieht ohnehin keine datenschutzrechtlichen Probleme, solange keine persönlichen Daten erfasst und die Schüler auf die Kontrolle hingewiesen werden.

Update vom 05.02.2013

Laut einem Bericht der „Kieler Nachrichten” hat das Bildungsministerium die Nutzung der Detektoren an der Schule untersagt.

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