Übernahme genehmigt – O2 darf E-Plus schlucken

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Im Freigabeverfahren der EU hat die Kommission heute einer Übernahme von E-Plus durch O2 (Telefonica Deutschland) zugestimmt. Allerdings gibt es Auflagen, zu denen unter anderem die Veräußerung von 30 % der so entstehenden Netzkapazität an kleinere Wettbewerber gehört. Telefonica soll für E-Plus rund 8,6 Milliarden Euro zahlen wollen. Der Name des neuen Unternehmens steht noch nicht fest. Dafür hat der Aufsichtsrat von Telefonica heute Thorsten Dirks zum Vorstandsvorsitzenden des neuen Unternehmens bestellt. Dieser hatte bisher als CEO die Geschicke von E-Plus geleitet.

Die EU-Kommission hat der Übernahme nur unter Auflagen zugestimmt. Wichtigster Punkt ist, dass der neue Anbieter 30 % seiner Mobilfunknetze an bis zu drei kleinere Mitbewerber veräußern muss. Zu den Interessenten sollen Mobilcom-Debitel und Drillisch gehören. Außerdem soll durch die Veräußerung von Radiowellenspektren und Vermögenswerten vor dem Hintergrund der Freigabe neuer Frequenzen der zukünftige Markteintritt von neuen Anbietern erleichtert werden. Darüber hinaus soll das neue Unternehmen seinem Businesskunden erleichtern, das Mobilfunknetz für eigene Zwecke zu nutzen. Durch die Auflagen sieht die EU-Kommission die Konkurrenzsituation in Deutschland gestärkt. Joaquín Almunia, zuständiger Vizepräsident für Wettbewerbspolitik der EU-Kommission, erwartet, dass die Übernahme den Wettbewerb nicht beeinträchtigt und sagt: „Verbraucher werden weiterhin in den Genuss der Vorteile eines wettbewerbsorientierten Marktes kommen.“

Die Übernahme wird bereits voraussichtlich im dritten Quartal 2014 abgeschlossen sein. Durch die Übernahme wird in Deutschland ein Mobilfunkanbieter entstehen, der Telekom und Vodafone hinter sich lassen will. O2 und E-Plus zusammen haben mit fast 44 Millionen mehr Kunden als die beiden großen Konkurrenten. Dennoch hat das neue Unternehmen einen Nachteil: Insbesondere das leistungsstarke LTE-Netz ist bisher nicht gut genug ausgebaut. Ob die Kunden durch die Übernahme einen Vorteil haben werden, bleibt abzuwarten. Denn bisher hat vor allem E-Plus die Preise niedrig gehalten. Experten befürchten, dass entgegen der Hoffnung der EU-Kommission durch den Wegfall des Anbieters die Preise sogar steigen könnten.

Update 03.02.2016

Integration – E-Plus- und Base-Kunden bekommen O2-Tarife

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