Facebook – das ändert sich ab Februar 2015

Facebook - das ändert sich ab Februar 2015

Facebook teilt seinen Nutzern gerade mit, dass ab dem 1. Februar 2015 neue Nutzungsbedingungen auf dem Social-Media-Portal gelten. Nutzer sollten diese ganz genau lesen. Denn der Hinweis klingt zwar sympathisch, hinter den Änderungen geht es aber um Nutzerdaten, die der Konzern zur Gewinnmaximierung auswertet. Wer Facebook über den Jahreswechsel hinaus nutzt, stimmt den neuen Bedingungen automatisch zu. Diese bestehen aus einer geänderten Fassung der Datenrichtlinie, der Cookie-Richtlinie und der AGB.

Das kündigt Facebook an

Die Änderungen von Facebook gehen in eine Richtung: Der Konzern wird die Nutzerdaten weiter intensiv auswerten und durch personalisierte Angebote für den Nutzer die eigenen Einnahmemöglichkeiten verbessern. Angekündigt sind zum Beispiel Kaufen-Buttons, mit denen für den Nutzer personalisierte Angebote direkt in einen Warenkorb geklickt werden können. Die Idee dahinter ist, die Nutzer auf Facebook zu halten und sie nicht erst zu Amazon, ebay und andere Portale abwandern zu lassen.

Ein weiterer Schritt zur Personalisierung sind interessen- und nutzerbezogene Werbeanzeigen. Dazu wertet Facebook eine riesige Datenmenge über den Nutzer aus, die auch außerhalb von Facebook gesammelt wird. Auf diese Weise möchte der Konzern seinen Nutzern Anzeigen präsentieren, die diese wahrscheinlich interessiert. Ziel dahinter: Je besser eine Anzeige zum Nutzer passt, desto eher wird sie angeklickt, desto mehr Profit kann Facebook damit machen.

Ein ähnliches Konzept wartet auch hinter dem Ortungsdienst. Facebook will die Nutzer lokal miteinander verknüpfen und daraus Gewinn schlagen. Das geschieht durch Werbeeinblendungen, die zum einen zum Standort des Nutzers passen, zum anderen das Profilbild eines Nutzers (ungefragt, sofern nicht abgestellt) in Anzeigen auf der Seite für einen anderen Nutzer zeigt. Motto: „Wenn Person A etwas mag, gefällt Person B das vielleicht auch„.

Nutzer haben nur bedingte Kontrolle

Das Problem in allen Fällen ist, dass die Nutzer die Produkt- oder Anzeigenschaltung nur im geringen Umfang kontrollieren können. Zwar verspricht Facebook, bestimmte unpassende Anzeigen sogar abschalten zu können, jedoch gewinnt der Konzern dadurch verbesserte Daten zum Nutzer und kann die Anzeigenschaltung optimieren. Außerdem stimmen die Nutzer explizit der Weitergabe der Daten an Dritte zu. Was anfangs schön klingt, ist nichts anderes als ein riesiges Geschäft mit Nutzerdaten. Daher sollte jeder Nutzer auf Facebook dringend spätestens ab Januar regelmäßig die Privatsphäreeinstellungen kontrollieren und darüber hinaus sehr genau prüfen, was er auf Facebook und auf anderen Portalen wirklich von sich preisgegeben möchte.

Update 28.01.2015

Heute fand im Bundestag eine nicht-öffentlichen Sitzung zu den jetzt anstehenden Änderungen bei Facebook statt. Datenschützer drohen mit einem Bußgeld wegen der Verwertung von Kundendaten, einem ähnlichen Verfahren musste sich bereits Google stellen. Sollte Facebook mit der Einführung neuer Nutzungsbedingungen auch Kundendaten aus Deutschland innerhalb des US-Konzerns übermitteln, werde dieses per Anordnung untersagt, kündigte der bundesweit für Facebook zuständige Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar am Mittwoch an. Sollte das Unternehmen einer solchen Anordnung nicht nachkommen, drohe ein Bußgeld, sagte er in Berlin nach einer Anhörung des Facebook-Europachefs, Lord Richard Allan.

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