Yahoo – Verizon kauft virtuelle Resterampe

Yahoo1

Einst war das Unternehmen der stolzeste Pionier des Internets: Yahoo. Noch 2008 offerierte Microsoft ein Kaufangebot über 45 Milliarden Dollar. Seit Google andere Suchmaschinen und Online-Angebote mehr und mehr verdrängt, ist es still geworden um das einst wohl wichtigste Internetportal. Heute vermelden Yahoo und der amerikanische Telekommunikationsanbieter Verizon einen besonderen Deal: Verizon übernimmt das operative Kerngeschäft von Yahoo. Atemberaubend, wie wenig vom ehemaligen Webriesen übrig geblieben ist. Die Verkaufssumme beläuft sich auf läppische 4,83 Mrd. Dollar (ca. 4,4 Mrd. Euro).

Yahoo-Verkauf: das Ende einer tragischen Geschichte

Damit hat die Managerin Marissa Mayer, die vor vier Jahren von Google kam, ihre Aufgabe verfehlt. Diese lautete, den ehemaligen Platzhirsch wieder auf Spur zu bringen. Sie probierte vieles, aber nichts fruchtete. Selbst der Kauf von Tumblr brachte nicht die gewünschten Impulse. Die Blogplattform sollte vor allem junge und neue Nutzer an Yahoo heranführen.

Bis zuletzt hatte Yahoo viel zu bieten. Neben einem sehr guten Werbenetzwerk und dem beliebten Freemailer fungierte Yahoo u. a. weiter als Suchmaschine sowie als Nachrichtenplattform. Allerdings läuft die Suchmaschine bereits seit Jahren nur noch in Kooperation. Das könnte einer der Sargnägel am Misserfolg gewesen sein, denn der Crawler galt einst als der beste im ganzen Netz. Yahoo hat es seit Jahren nicht verstanden, auf den alten Erfolgen aufzubauen und innovative Angebote zu entwickeln.

Der Verkauf ist die logische Konsequenz aus den aktuellen Wirtschaftszahlen. Der Konzern steht schon länger ungeschminkt zum Kauf. Allerdings hat Yahoo die wirtschaftliche Talfahrt im letzten Quartal noch einmal beschleunigt. Trotz solider Umsatzzahlen stieg der Verlust. Daher blieb der Managerin Mayer keine andere Alternative, als ein Kaufangebot anzunehmen. Denn das Tafelsilber in Form von Online-Angeboten, Grundstücken und Beteiligungen ist bereits in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt veräußert worden.

Verizon will von AOL und Yahoo profitieren

Mit Verizon kauft kein Unbekannter den ehemaligen Webriesen. Der Konzern hatte zuvor bereits die Mehrheit des alten Hauptkonkurrenten von Yahoo übernehmen können: AOL. Mit AOL und Yahoo befinden sich nun zwei starke Marken im Portfolio des Telekommunikationskonzerns. Beide sollen gemeinsam Angebote für übergreifende Medienangebote entwickeln, die sich an Nicht-Experten richten. Parallel sollen insbesondere neue Werbekonzepte entstehen, um vom boomenden Mobilfunk- und Online-Marketingmarkt zu profitieren. Ob das mit Yahoo im gegenwärtigen Zustand möglich ist, bleibt abzuwarten. Dazu müsste Verizon den Hebel finden, mit dem das Unternehmen eine jahrelange Negativentwicklung umkehren kann.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Samsung

Das Samsung Galaxy S23

Neues Smartphone vermutlich deutlich teurer

Am 1. Februar stellt Samsung das Galaxy S23 vor. Bereits jetzt wird viel über die neuen Flaggschiffe spekuliert. Sicher scheint eine Preiserhöhung der Modelle, um mehr als 100 Euro zu sein. Bereits nach wenigen Monaten könnten Kunden jedoch ein Schnäppchen machen. […]

Die Deutschlandticket-App – Ticket kann jetzt per App vorbestellt werden

Die Deutschlandticket-App

Ticket kann jetzt per App vorbestellt werden

Ab sofort kann die Deutschlandticket-App in den App-Stores für iOS und Android heruntergeladen werden. Der digitale Fahrschein, der deutschlandweit gilt, kann über die Anwendung allerdings bisher nur vorbestellt werden, wann genau das Ticket auch genutzt werden kann, ist noch nicht klar. […]

Jahresbericht 2022 - Viele Beschwerden zu Rufnummernmissbrauch

Jahresbericht 2022

Viele Beschwerden zu Rufnummernmissbrauch

Die Bundesnetzagentur erhielt im Jahr 2022 insgesamt 150.363 schriftliche Beschwerden wegen Rufnummernmissbrauchs, SMS-Spam und Werbe-Faxe. Das Beschwerdeaufkommen verbleibt damit auf einem ähnlich hohen Niveau wie in den Vorjahren. […]