Tippen tötet – Smartphone-Nutzung verursacht jeden fünften Unfall

Handy am Steuer

Die Polizei in Niedersachsen hat heute Zahlen vorgelegt, nach denen die Zahl der Unfälle auf den Straßen zum zweiten Mal in Folge gestiegen ist. Neben zu schnellem Fahren und zu geringen Abstand sehen Experten vor allem die verbotene Smartphone-Nutzung am Steuer als Ursache. Das deckt sich mit einer neuen Studie aus den USA, nach denen bereits jeder fünfte Verkehrsunfall auf Ablenkung durch Smartphones zurückzuführen ist.

20 Prozent der Unfälle wären ohne Smartphones vermeidbar

Bei einer Zahl von 457 Toten allein in Niedersachsen bedeuten die Erkenntnisse, dass rund 90 Personen noch leben könnten, wenn die Autofahrer sich an das Verbot der Smartphone-Nutzung gehalten hätten. Die Verlockung, Anrufe entgegenzunehmen, eine SMS zu tippen oder gar eine App zu nutzen, ist offenbar größer als die Angst vor dem geringen Bußgeld. So sehen Polizei und das Innenministerium Ablenkung als eine in der Praxis zwar wenig nachweisbare, aber bedeutende Gefahr für die Verkehrssicherheit.

Das unterschätzte Problem lässt sich in Zahlen ausdrücken. Nach Angaben von Experten bedeutet eine Sekunde Blick auf das Display bei Tempo 100 einen Blindflug von 30 Metern. Da auch der Bremsweg bei diesem Tempo bereits bei 80 bis 130 Metern liegt (abhängig von Reaktionsgeschwindigkeit und Bremsung), wird schnell die tödliche Gefahr klar. Wer am Steuer ein Handy in irgendeiner Art nutzt, gefährdet sich selbst und alle anderen. Die Unfallgefahr steigt beträchtlich.

Kampagne „Tippen tötet“ soll ausgeweitet werden

Um der Unfallentwicklung durch Ablenkung entgegenzuwirken, wird das Land Niedersachsen zukünftig die bereits vor zwei Jahren angelaufene Aktion „Tippen tötet“ ausweiten. Es soll mehr Plakate, Spannbänder und Aufklärungsaktionen geben. Das scheint bitter notwendig zu sein, denn die Zahlen zeigen, dass Ablenkung und Einträge im Unfallbericht wie „Kam aus ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab“ steigen. Nur die Nutzer wollen ihre deutlich erhöhte Unfallgefahr nicht wahrhaben und suchen nach Angaben der Polizei immer wieder neue Ausreden, um das Smartphone am Steuer zu rechtfertigen. Die heute vorgestellten Daten machen jedoch eins klar: Das Smartphone ist ein tödliches Unfallrisiko und die Strafen wirken offensichtlich nicht abschreckend genug.

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