Abweichende Studie – Handystrahlung doch krebserregend?

Handystrahlung

Schon seit Jahren stehen Handystrahlen in Verdacht, das Entstehen von Krebs zu begünstigen. Bisher gab es jedoch bei wissenschaftlichen Untersuchungen fast ausschließlich gegenteilige Ergebnisse oder Ergebnisse, die entsprechende Vermutungen zumindest nicht bestätigen konnten. Das ist seit Kurzem anders. Denn eine Studie einer Untergliederung des US-Gesundheitsministeriums hat einen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und den elektromagnetischen Strahlen der Handys gezeigt.

Handystrahlen: Krebserkrankungen bei männlichen Nagern

Die Studie war als langjähriger Tierversuch angelegt. Die Forscher hatten über mehrere Jahre immer wieder Nager einer Strahlung im Frequenzbereich von 900 und 1.900 MHz ausgesetzt. Das Setting und die enormen Kosten in zweistelliger Millionenhöhe machen die Untersuchung zu einer der bedeutendsten Studien in diesem Bereich. Auch der Ansatz ist neu. Denn bisherige Studien beobachteten in der großen Mehrzahl die Entwicklung von bereits vorhandenen Krebszellen durch die Strahlen, nicht aber ob die Strahlen überhaupt Krebs erzeugen.

Das Ergebnis ist erstaunlich. Die mehr als 2.500 Mäuse und Ratten wurden mehrere Stunden am Tag bestrahlt. Die männlichen Tiere zeigten nach einiger Zeit eine auffällige Häufung von Tumoren. Diese entstanden vorrangig am Herz und im Gehirn. Bei den Weibchen gab es diese Häufung nicht. Bei den bestrahlten Nager-Weibchen sank jedoch die Geburtenrate. Daraus lässt sich eine verringerte Fruchtbarkeit ableiten. Dieses geschlechtsspezifische Ergebnis der Studie ist derzeit noch schwer erklärbar.

Ist das Ergebnis auf Menschen übertragbar?

De Forscher kommen zu dem Schluss, dass bereits ein minimaler Effekt auf Menschen eine große Wirkung für die Gesundheit der Bevölkerung hätte und eine enorme Herausforderung für die Gesundheitsvorsorge wäre. Denn die Zahl der Mobilfunkgeräte ist enorm. Daher sind minimale Auswirkungen auf die Gesundheit quantitativ schnell ein ernstes Problem für die Gesellschaft. Ob die Ergebnisse jedoch überhaupt auf Menschen übertragbar sind, müssen die Forscher schuldig bleiben. Dennoch: Es gibt zum Beispiel in den USA eine relativ große Zahl von Menschen jungen und mittleren Alters, die an einem Gehirntumor leiden. Diese Erkrankungsfälle könnten vor dem Hintergrund der steigenden Nutzerzahlen von Mobilfunkgeräte (SAR-Wert) ein Indiz sein, dass Handystrahlung am Ende doch krebserregend ist. Ein Nachweis ist aber auch mit der Studie nicht geführt.

Wer sich vor Handystrahlung schützen möchte, kann das eigene Verhalten ändern. So gehören Handys zum Beispiel nicht nachts ans Bett oder sollten nicht am Körper getragen werden. Mehr Tipps zum Umgang mit Handystrahlung sind hier im telespiegel zu finden.

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