Huawei Mate 9 vorgestellt, die besondere Kamera

Huawei Mate 9

Nach vielen Gerüchten und Spekulationen ist das Huawei Mate 9 nun offiziell. Es gibt insgesamt zwei Ausführungen, die sich durch einen großen Preisunterschied voneinander unterscheiden. Man erkennt bereits auf den ersten Blick, ob es die „normale“ oder die „edle“ Variante ist. Im Fokus steht aber erst mal das „normale“ Huawei Mate 9, das mit seinem Gehäuse aus Aluminium sehr hochwertig in den Handel kommt. Der Konzern hat im Vergleich zu den Vorgängern nichts verlernt und schafft erneut ein perfekt verarbeitetes Phablet. Die große Design-Revolution blieb zwar aus, doch diese war um ehrlich zu sein auch gar nicht nötig. Auf der rechten Seite wurden die Knöpfe für Standby und für die Regelung der Lautstärke untergebracht. Die Unterseite ist mit einem Typ-C-Anschluss und mit den Lautsprechern ausgestattet. Links befindet sich noch der Einschub für die SIM-Karte.

Interessant wird es auch auf der Rückseite. Sie besticht nämlich nicht nur mit hochwertigen Materialien, sondern fällt auch durch die zwei Kameras auf. Sie wurden wieder in Zusammenarbeit mit Leica kreiert und sollen noch bessere Ergebnisse liefern. Die Dual-LED und der Laserautofokus tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei. Unter diesen drei Elementen hat es sich der runde Fingerabdrucksensor gemütlich gemacht. Die Front hält unter anderem das Huawei-Logo und diverse Sensoren bereit. Alles in einem sieht das Gewand modern und edel aus, auch wenn es im Vergleich zum Vorgänger keine spektakulären Neuerungen zu sehen gibt.

Damit arbeitet das Huawei Mate 9

Die Mate-Reihe ist bekannt für ihre großen Bildschirme, die neunte Generation ist mit 5,9 Zoll (LCD) keine Ausnahme. Dafür geht es bei der Auflösung ein wenig kleiner zur Sache, mehr als Full HD (1.920 x 1.080 Pixel) ist nicht drinnen. Das ergibt zwar noch immer 373 ppi, am Blatt Papier steht man aber ganz klar schlechter als ein Samsung Galaxy S7 Edge dar. In der Praxis sind einzelne Pixel freilich nicht zu sehen, das wäre bei einem Flaggschiff von 2016 auch sehr verwunderlich. Die Rechenarbeit übernimmt eine Kirin 960-CPU. Der brandneue Prozessor besteht aus acht Kernen, die in vier schnelle und vier langsame Bereiche aufgeteilt sind. Für alltägliche Aufgaben springen die leistungsschwächeren und akkuschonenden Kerne an, bei Ruf nach mehr Leistung aktivieren sich die schnelleren Kerne. Als GPU werkelt eine Mali-G71 unter der Haube, sie soll um bis zu 180 Prozent mehr Power bieten. Der Arbeitsspeicher kommt auf einen Wert von 4 GB, mehr Kapazität stellt der interne Speicher mit 64 GB zur Verfügung. Dieser kann außerdem mit einer handelsüblichen microSD-Speicherkarte erweitert werden.

Bei Abmessungen von 156,9 x 78,9 x 7,9 mm verbaute Huawei einen 4.000 mAh großen Akku. Er wird aller Wahrscheinlichkeit nach wieder für eine lange Akkulaufzeit sorgen, so war es schon immer bei der Mate-Serie. Und sollte er doch einmal leer werden, dann sorgt die Schnellladefunktion für einen rasant schnellen Nachschub. Es wurde auch die Ladetechnologie überarbeitet, sodass sich Ladegerät und Akku nicht mehr so stark erhitzen. Für das Gewicht von 190 g ist freilich auch die Batterie verantwortlich, kompakt und leicht ist das Mate 9 so natürlich nicht. Beim Kauf des Phablets darf dieser Punkt nicht vergessen werden.

Die Besonderheiten – Kamera und Co.

Die Leica-Kamera kennt man bereits vom P9, aufgrund mehrerer Optimierungen soll die zweite Generation aber noch besser sein. Insbesondere bei der Low-Light-Performance und bei der Schärfe soll es diverse Verbesserungen geben. Die beiden Linsen (monochrome Linse und RGB-Linse) arbeiten mit 20 und 12 Megapixeln, letzteres gilt für die Farb-Kamera. Dank diesem System sind unter anderem nachträgliche Schärfungen möglich. Eine weitere Besonderheit ist die neue Benutzeroberfläche EMUI 5. Sie ist schlichter, flacher und schneller als ihre Vorgänger. Das eigene Gewand des Herstellers wurde über Googles Betriebssystem Android 7.0 Nougat gelegt. Ein Highlight, denn mit Ausnahme von Googles eigenen Smartphones verfügt quasi noch kein anderes Smartphone über die neue Android-Version.

Ein „Problem“ bei Handys ist, dass die Geschwindigkeit mit der Zeit abnimmt. Die Geräte werden also langsamer und geben nicht die Leistung eines neuen Smartphones her. Schuld ist aber nicht die Hardware, die Übeltäter verstecken sich hinter unzähligen Dateien. Der Speicher wird also immer voller und voller. Huawei hat sich dem angenommen und verspricht auch nach 18 Monaten eine Leistung wie am ersten Tag. Für diesen Zweck wurde das Dateisystem von A bis Z optimiert.

Huawei Mate 9 Porsche Design

Die zweite Ausführung hat den Namen „Huawei Mate 9 Porsche Design“ erhalten. Es ist eine Art „Pro-Version“, die sich in mehreren Punkten vom „normalen“ Modell unterscheidet. So fällt zum einen der Schriftzug unter der Frontkamera auf (Porsche Design), welcher recht dominant angebracht wurde. Außerdem ist das AMOLED-Display kleiner (5,5 Zoll), löst aber höher auf (2.560 x 1.440 Pixel). Der leicht gebogene Touchscreen kommt der Haptik zugute, ganz so stark wie bei einem Galaxy S7 Edge fällt die Wölbung aber nicht aus.

Einen ganz anderen Weg wählte man beim Fingerabdrucksensor. Ist dieser bei der 5,9-Zoll-Variante auf der Rückseite angebracht, kommt er beim Porsche-Modell als Home-Button auf der Front zum Einsatz. Ein wesentlicher Grund, warum man das Huawei-Phablet mit einem Samsung Galaxy Note 7 verwechseln könnte. Die Funktionsweise des Buttons kommt wiederum von einem iPhone 7. Es gibt also keinen „echten“ Knopf, sondern es wird mit einer Touch-Alternative gearbeitet. Diese Entscheidung wird nicht jedem gefallen, schließlich gibt ein physischer Button doch eine „andere“ Rückmeldung.

Aufgrund der Bildschirmgröße ist das Huawei Mate 9 Porsche Design natürlich kleiner (152 x 75 x 7,5 mm). Weitere Unterschiede finden sich im Arbeitsspeicher (6 GB) und im internen Speicher (256 GB). Hier lässt er sich jedoch nicht erweitern. Die weiteren technischen Daten entsprechen dem „normalen“ Modell, das betrifft zum Beispiel den Prozessor, die Kamera und die installierte Android-Version. Es bringt 169 Gramm auf die Waage.

Preise und Verfügbarkeit

699 Euro ruft Huawei für das Mate 9 aus. Es wird ab dem 15. November erhältlich sein und als Single- beziehungsweise Dual-SIM-Variante in die Märkte geliefert. In Sachen Lackierung bietet der Konzern zunächst Silber und Grau an.

Doppelt so teuer lässt sich Huawei das Porsche-Modell bezahlen. Satte 1.395 Euro müssen Käufer hinlegen, um das leistungsstärkere Mate 9 in Händen halten zu können. Es wird Ende Dezember erscheinen und in einer limitierten Stückzahl produziert. Zu Beginn wird es das Smartphone ausschließlich in Porsche Design Stores geben, zu einem späteren Zeitpunkt sollen auch ausgewählte Händler damit versorgt werden. Die Farbpalette konzentriert sich auf die Farbe Schwarz, mehr wird es auch in Zukunft nicht geben.

Ob jemand tatsächlich knapp 1.400 Euro für ein Smartphone ausgeben will? Die Mehrheit wird wahrscheinlich eher zum „normalen“ Mate 9 greifen.

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