Öffentliches WLAN – Nutzer ignorieren Sicherheitsproblematik

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Ignorant oder dumm? Diese Frage muss erlaubt sein, nachdem die Sicherheitsexperten von Norton den WiFi Risk Report 2017 vorgelegt haben. Denn demnach verhalten sich rund 75 Prozent der Nutzer im öffentlichen WLAN grob fahrlässig. Sie gefährden ihre Daten und riskieren Hacks in ihr gesamtes Betriebssystem. Schlimmer noch: 60 Prozent führen sich dennoch sicher. Diese Zahlen zeigen ein riesiges Problem auf: Die Nutzer sehen die Gefahr nicht und öffnen so Hackern und Betrügern Tür und Tor. Damit gefährden sie nicht nur sich, sondern potenziell auch andere.

Internetnutzer unterschätzen die Gefahr öffentlicher WLAN

Der Report von Norton zeigt eindrucksvoll, wie die Nutzer sich in falscher Sicherheit wiegen. Laut Erhebung geben 87 Prozent der Nutzer an, im öffentlichen WLAN riskante Aktivitäten nachgegangen zu sein. Von allen Befragten haben sich beispielsweise

  • 59 Prozent in ihre E-Mail-Accounts eingeloggt,
  • 56 Prozent nutzen aktiv Social Media (inkl. Passwort),
  • 25 Prozent checken Ihre Bankdaten,
  • 17 Prozent haben brisante persönliche Daten wie Geburtstag, Sozialversicherungsnummern o. Ä. im öffentlichen WLAN weitergegeben und
  • 16 Prozent haben ihre Kreditkartennummer genutzt.

Die Gefährdung bleibt dabei leider nicht im eigenen Arbeitsbereich und Kontaktkreis. Denn jeder vierte loggt sich auch in den E-Mail-Account seines Arbeitgebers ein und gefährdet damit die Unternehmenssicherheit.

Leider lassen die Nutzer bei diesen brisanten Angaben keine Vorsicht walten. Nur ca. 25 Prozent der Befragten sichern ihre Eingaben mit einem VPN (virtuellen persönlichen Netzwerk) ab, das Angreifer weitgehend ausschließt. Ebenfalls weiß nur ein Viertel der Nutzer, wie sie überhaupt Daten sicher übermitteln können.

Öffentliches WLAN reizt die Nutzer

Es gibt viele gute Gründe, öffentliches WLAN Hotspots zu nutzen. Das zeigt auch der WiFi Risk Report. Ob im Hotel, auf Reisen, in einem Cafe oder im Geschäft: Jeder genießt gern die Vorteile des kostenlosen Internetzugangs. Kartenfunktionen nutzen, Dateien versenden, erreichbar zu sein oder einfach nur das eigene Datenvolumen zu entlasten – das sind dicke Pluspunkte. Problematisch ist, wie unsensibel die Menschen sich im WLAN verhalten. Dabei gibt es klare Regeln, um sich nicht angreifbar zu machen:

  • Keine brisanten Daten im öffentlichen WLAN senden,
  • keine unsichere Verbindungen nutzen und
  • Sicherheits-Apps installieren.

Generell gilt: Online-Banking sollte nicht im öffentlichen WLAN stattfinden und Logins in persönliche Accounts gehören ebenfalls nicht in frei verfügbare Netze. Die Gefahr, dass Hacker sich einfach in ein Handy, Tablet oder Notebook einloggen, ist zu groß. Denn das ist speziell in einem ungeschützten öffentlichen WLAN kinderleicht.

Die Studie basiert auf einer Befragung von 1.500 Personen aus Industrienationen wie USA, Frankreich und Deutschland, die alle Altersschichten abdecken. Regionale Unterschiede sind darin nicht aufgeschlüsselt. Daher gehen deutsche Nutzer möglicherweise anders mit WiFis um als die Nutzer in anderen Ländern. Die reinen Durchschnittsdaten legen aber nahe, dass es einen erheblichen Bedarf an Aufklärung gibt.

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