Grundversorgungstarife – Arme zahlen häufig die höchste Stromrechnung

stromzaehler

Wenn die jährliche Stromrechnung ins Haus flattert, ist dies selten ein Anlass zur Freude. Seit 2000 Steigen die Strompreise stetig an. Insbesondere ärmere Personen bezahlen häufig die höchste Stromrechnung, da sie auf einen Tarif aus der Grundversorgung angewiesen sind.

Was ist die Grundversorgung?

In Deutschland gibt es eine gesetzliche Regelung, dass jede Person einen Stromvertrag abschließen kann. Das bedeutet, dass jeder das Recht hat in die Grundversorgung aufgenommen zu werden. Alle Anbieter, die als Grundversorger fungieren, haben demnach die gesetzliche Verpflichtung die betreffende Person mit Strom zu beliefern. Diese Verpflichtung ergibt sich aus dem Umstand, dass jeder Bürger in Deutschland das Recht auf ein Leben in angemessenem Wohlstand hat. Aus diesem Grund wird der Haushalt, sobald eine neue Wohnung oder ein neues Haus bezogen wird, automatisch mit Strom versorgt, ohne, dass hierfür explizit ein Vertrag mit dem Grundversorger abgeschlossen werden muss. Die Tarife aus der Grundversorgung sind meist viel teurer als Sondertarife von anderen Stromanbietern.

Wer ist ein Grundversorger?

Bei einem Grundversorger handelt es sich um den Stromanbieter, der in einem bestimmten Versorgungsgebiet die meisten Haushaltskunden hat. Häufig sind dies die Stadtwerke.

Wer erhält die Grundversorgung?

Jeder, der sich nicht selbst um einen Vertrag bei einem anderen Stromanbieter kümmert, erhält automatisch die Grundversorgung. Im letzten Jahr waren dies immerhin noch 36 Prozent aller Stromkunden. Häufig sind gerade ärmere Personen jedoch in den Tarifen der Grundversorgung gefangen, da sie eine zu schlechte Bonität für den Abschluss eines Vertrags mit einem anderen Stromanbieter haben.

Weshalb zahlen die Ärmsten häufig die höchste Stromrechnung?

Vor der Aufnahme eines neuen Kunden, prüfen die meisten Stromanbieter zunächst dessen Bonität. Die Anbieter behalten sich dabei das Recht vor, die Belieferung abzulehnen. Dies ist möglich, da eine Grundversorgung gesichert ist. Aus diesem Grund bleibt ärmeren Personen häufig der Weg versperrt, zu einem günstigeren Stromtarif zu wechseln. Ihnen bleibt keine andere Möglichkeit als in der Grundversorgung zu bleiben und dort weiterhin die höchsten Preise für Strom zu bezahlen. Darüber hinaus können sich ärmere Personen häufig keine neuen Geräte leisten, weshalb sie ihre alten Geräte behalten müssen, die häufig Stromfresser sind. Dadurch wird zusätzlich überdurchschnittlich viel Strom verbraucht.

Wie funktioniert ein Wechsel aus der Grundversorgung?

Da lediglich eine Kündigungsfrist zwischen sieben und 14 Tagen besteht, ist der Wechsel aus einem Grundversorgungstarif relativ einfach. Über ein Online-Vergleichsportal können günstige und seriöse Anbieter gefunden werden. Nachdem ein passender Anbieter gefunden wurde, müssen meist noch Daten wie die Anschrift, der Name des bisherigen Versorgers, Zählerstand und Zählernummer angegeben werden. Nachdem die Daten an den neuen Anbieter übermittelt wurden, werden von diesem meist alle weiteren Schritte wie zum Beispiel die Kündigung beim Grundversorger und die Anmeldung der neuen Strombelieferung beim Netzbetreiber übernommen. Verbraucher müssen ebenfalls nicht befürchten, dass der Strom in der Übergangszeit ausfällt, da die Grundversorgung sichergestellt ist.

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