Schonfrist für Huawei – US-Regierung gewährt drei Monate Aufschub

Schonfrist für Huawei – US-Regierung gewährt drei Monate Aufschub

Der Handelsstreit zwischen den USA und China geht in die Verlängerung. Eigentlich wäre die Schonfrist für die Sanktionen gegen den chinesischen Konzern Huawei an diesem Montag ausgelaufen. Nun hat die US-Regierung die geplanten Sanktionen jedoch um weitere 90 Tage verschoben. Die betroffenen US-Firmen dürfen demnach drei weitere Monate Geschäfte mit dem chinesischen Smartphone Hersteller machen.

Was steckt hinter den Sanktionen?

Im Mai dieses Jahres war Huawei gemeinsam mit anderen chinesischen Firmen auf einer schwarzen Liste gelandet, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Firmen in Zukunft strengen Kontrollen unterliegen. US-Firmen ist es nur mit einer Lizenz vorbehalten, weiterhin Technik an diese Unternehmen zu verkaufen. Sobald Sicherheitsinteressen berührt werden, kann diese Lizenz jedoch verweigert werden. Die US-Regierung befürchtet durch den Smartphone Hersteller Huawei verdeckte Spionage, so dass der Konzern ein Sicherheitsrisiko darstellt. Öffentliche Beweise gibt es hierfür bisher nicht.

Weshalb gibt es einen Aufschub der Android-Blockade?

Der US Handelsminister Wilbur Ross begründete den Aufschub seitens der US-Regierung damit, dass viele US-amerikanische Firmen von Huawei abhängig seien: „Während wir Verbraucher weiter dazu drängen, sich von Huawei-Produkten zu verabschieden, erkennen wir an, dass es mehr Zeit braucht, um jegliche Störungen zu vermeiden“, so Ross in einem Gespräch mit dem US-Wirtschaftsnachrichtensender Fox Business Network. Insbesondere ländliche Unternehmen seien häufig von dem chinesischen Konzern abhängig. Die neue Schonfrist von 90 Tagen gebe den betroffenen Unternehmen nun die Chance, sich auf die Sanktionen vorzubereiten und Alternativen zu suchen.

Was bedeutet die Schonfrist für Huawei-Nutzer?

Der Aufschub der Sanktionen bedeutet für Nutzer von Huawei-Smartphones, dass sie erst einmal aufatmen können. Allerdings können Verbraucher, die bereits ein Huawei-Smartphone besitzen, unabhängig von den Sanktionen sowieso weiterhin auf Google-Dienste zugreifen. Denn alle Geräte des chinesischen Herstellers, die sich bereits auf dem Markt befinden, sind bereits im Besitz einer Google-Lizenz, die sie nicht mehr verlieren können. Durch den Aufschub kann der US-Konzern Google die Smartphones von Huawei drei weitere Monate im vollen Umfang mit Android-Updates versorgen. Die Schonfrist ermöglicht den Kunden sich nach Alternativen umzusehen. Hierzu haben die Smartphone-Besitzer bis Mitte November Zeit. Sobald die Sanktionen greifen, wären Sicherheitsupdates und Bugfixes in Zukunft erst später für Huawei-Smartphones verfügbar als bisher. Dies würde dann für alle Geräte von Huawei gelten, auch für die, die bereits im Umlauf sind. Denn der chinesische Konzern müsste künftig auf frei verfügbare Android-Software zurückgreifen. Diese Software, die das Android Open Source Projekt (AOSP) bereitstellt, sind jedoch immer erst einige Zeit nach der Google-Version verfügbar.

Das eigene Betriebssystem von Huawei

Der zweitgrößte Smartphone-Anbieter weltweit reagierte prompt auf die bevorstehenden US-Sanktionen und kündigte bereits kurz darauf ein eigenes Betriebssystem an. Auf der Entwicklerkonferenz im Juli wurde das neue Betriebssystem mit dem Namen HarmonyOS dann offiziell vorgestellt. HarmonyOS soll eine vollfertige Alternative zu Android sein und nicht nur in Smartphones, sondern auch in Fernsehern, Computern und Tablets laufen. Noch in diesem Jahr soll die erste Version des Betriebssystems auf den Markt kommen. Das erste Gerät mit HarmonyOS wird der Mittelklasse-Smart-TV Honor Vision sein, der allerdings voraussichtlich nur im asiatischen Raum auf den Markt kommen wird.

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