Cyberkriminalität – Die Gefahr im Netz wird von vielen unterschätzt

Studie

Das Sicherheitsunternehmen Kaspersky hat im Mai dieses Jahres eine weltweite Umfrage mit mehr als 10 000 Teilnehmern zu der Frage „Wie sicher bewegen wir uns (gefühlt) im vernetzten Zuhause seit Corona?“ durchgeführt. An der Studie nahmen 1 010 Nutzer aus dem deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz und Österreich) teil. Die Studie zeigt, dass die Gefahren, die im Internet lauern, von vielen unterschätzt werden. Denn 37 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, kein lohnenswertes Ziel für Cyberkriminelle darzustellen und somit sicher vor Kriminellen im Netz zu sein.

Was hat sich durch die Corona-Krise verändert?

Beinahe die Hälfte aller Befragten (45 Prozent) geben an, dass sie aufgrund der Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie mindestens zwei Stunden mehr pro Tag im Internet verbringen, als vor der Krise. Dies liegt insbesondere daran, dass 75 Prozent der Umfrage-Teilnehmer viele private Tätigkeiten aus ihrem realen Leben in das virtuelle Leben übertragen haben. So ziehen 23 Prozent nun Online-Banking dem Gang in die Bankfiliale vor. 36 Prozent shoppen Produkte lieber online, als ein Geschäft vor Ort aufzusuchen. Um den Kontakt auch während dieser Ausnahmesituation zu Familie, Freunden und Bekannten zu halten, nutzten 45 Prozent das Internet.

Wie viele Befragten wurden bereits Opfer von Cyberkriminalität?

In der Studie des Sicherheitsunternehmens geben mit 57 Prozent mehr als die Hälfte der Teilnehmer an, noch nie Opfer eines Hacks geworden zu sein. 43 Prozent hingegen haben bereits selbst Erfahrungen mit Hacks gemacht. Aus der Umfrage geht hervor, dass für 24 Prozent die Sicherheit im Internet zwar grundsätzlich wichtig sei, diese jedoch aufgrund anderer Prioritäten häufig vernachlässigt werde.

Potentielle Gefahr: Online-Banking

Insbesondere das Online-Banking, das durch die Corona-Krise noch mehr genutzt wird, birgt eine hohe Gefahr. Kaspersky gibt an, dass Bezahl- und Finanzdienstleister besonders lohnenswerte Ziele für Cyberangriffe sind, da sich dort viele nützliche Informationen ansammeln. So kommt es, dass mehr als die Hälfte aller Datendiebstähle solche Daten ins Visier genommen haben. Die Sicherheitsexperten raten daher dringen zu einer erhöhten Vorsicht bei Transaktionen im Internet auf. Die Umfrage zeigt, dass die meisten Teilnehmer die größten Gefahren jedoch nicht im Online-Banking vermuteten, sondern beim Online-Dating und bei virtuellen Konferenzen.

Cyberrisiko in der Unterhaltungsbranche

Genau wie bei Transaktionen im Netz, wird die Gefahr auch in der Unterhaltungsbranche deutlich unterschätzt. So geben 29 Prozent der Befragten an, dass sie diesen Bereich als wenig bedenklich betrachten. Dem entgegen steht, dass Konten von Nutzern aus Deutschland Ziel von jeder zehnten Cyberattacke bei dem beliebten Video-Streamingdienst Netflix waren. Hinzu kommt, dass die Kriminellen durch so genannte Sharing-Accounts, die der Benutzer mit Freunden und Familie teilt, nicht nur den Zugriff auf einen Rechner, sondern gleich auf mehrere mit einer einzigen Attacke erhält. Die Cyberangriffe auf Online-Spiele stiegen während der Ausgangsbeschränkungen um mehr als 50 Prozent an. Kaspersky empfiehlt daher, für jedes Online-Konto ein eigenes Passwort auszuwählen. Dies verhindert, dass die Kriminellen bei einem Angriff gleich auf mehrere Accounts zugreifen können.

Die Wichtigkeit des Passworts

Die Auswahl des richtigen Passworts ist enorm wichtig. Das Sicherheitsunternehmen hat einen Leitfaden veröffentlicht, wie Hackern mit der richtigen Passwortsicherheit keine Chance gegeben wird. „Ein ordentliches und konsequentes Passwortmanagement ist für Internetnutzer Pflicht, da dies unser Tor zu fast sämtlichen Diensten darstellt. Bei oftmals Dutzenden solcher Dienste hilft ein Passwort-Manager, der dem Nutzer im Dschungel der Zugangsdaten unter die Arme greift. Vermehrt bieten Portale auch Zwei-Faktor-Authentifizierung an, was vor allem bei subjektiv kritischen Ressourcen sehr zu empfehlen ist. Dies steigert die Zugangssicherheit enorm“, betont Christian Funk, Leiter des Forschungs- und Analyse-Teams DACH bei Kaspersky.

Wie kann man sich vor einem unerwünschten Zugriff schützen?

Die Sicherheitsexperten von Kaspersky geben hierzu folgende Tipps:

  • Online-Privatsphäre ernstnehmen und private Daten nicht weitergeben
  • Software und Betriebssysteme auf dem neusten Stand halten
  • Zugriffsrechte der verwendeten Anwendungen überprüfen
  • Sichere und robuste Passwörter nutzen
  • auf allen Geräten sollte eine IT-Sicherheitslösung installiert sein

Alle Ergebnisse der Umfrage wurden von dem Sicherheitsunternehmen veröffentlicht.

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