Patienten-Servicenummer 116 117 – Neuer Service sorgt für Überlastung

Patienten-Servicenummer 116 117 – neuer Service sorgt für Überlastung

Wer am vergangenen Wochenende die Patienten-Servicenummer 116 117 wählte, musste mit Wartezeiten von bis zu 30 Minuten rechnen. Teilweise brachen sogar die Telefonleitungen zusammen und einige Patienten mussten mehrere Stunden warten, bis endlich ein Arzt kam. Aufgrund ihres neuen Service-Angebots hatte die Rufnummer mit erheblichen Problemen und Überlastung zu kämpfen.

Was ist die Patienten-Servicenummer?

Die einheitliche Rufnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 ist seit dem 16.April 2012 im gesamten Bundesgebiet gültig. Die Nummer ist sowohl aus dem Festnetz als auch aus allen deutschen Mobilfunknetzen kostenlos erreichbar und steht allen Krankenversicherten der gesetzlichen und privaten Krankenkasse zur Verfügung. Die Servicenummer ermöglicht es Patienten, außerhalb der regulären Sprechstunden einen Arzt zu rufen. Mit der Einführung dieser einheitlichen Nummer wurde eine regionale Vielfalt von über 1 000 verschiedenen Rufnummern abgelöst, durch die bis zu diesem Zeitpunkt der ärztliche Bereitschaftsdienst in der jeweiligen Gemeinde erreicht werden konnte.

Weshalb wurde die 116 117 eingeführt?

Bevor es die einheitliche Nummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst gab, mussten Bürger eine für ihre Region gültige Nummer wählen. Da diese teilweise sogar täglich wechselte, war es für viele Patienten kaum zu überschauen, welche Rufnummer aktuell gewählt werden muss, um ärztliche Hilfe zu erhalten. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung sowie deren Landesverbände nutzen die Patienten-Servicenummer um Anrufer von dort aus direkt zu einem regionalen ärztlichen Bereitschaftsdienst weiterzuleiten. Die Rufnummer ist leicht zu merken und soll gewährleisten, dass jeder Bürger, der ärztliche Hilfe benötigt, schnell und einfach einen Arzt erreichen kann.

Starke Überlastung am Wochenende

Durch eine Umstellung zu einer Telefon-Hotline mit einem neuen Service, kam es am vergangenen Wochenende jedoch zu erheblichen Problemen. Die Servicenummer war laut Aussage der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) so stark überlastet, dass es für Anrufer teilweise zu Wartezeiten von mehr als 30 Minuten kam. Zudem sind Telefonleitungen aufgrund der Überlastung zusammengebrochen. Ebenfalls kam es zu Problemen und Verzögerungen bei der Weiterleitung von Fällen an den Fahrdienst für Hausbesuche. Durch die Überlastung mussten einige Patienten zum Teil mehrere Stunden auf einen Arzt warten.

Welchen neuen Service bietet die 116 117?

Bisher war die Rufnummer dafür da, um den ärztlichen Bereitschaftsdienst zu erreichen. Die Sprechstunden des Bereitschaftsdienstes liegen meist in den Abendstunden, am Wochenende oder an Feiertagen, wenn die niedergelassenen Praxen geschlossen haben. Seit dem 2. Januar dieses Jahres ist die Nummer nun auch dazu da, um an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr eine Terminservicestelle zu erreichen. Diese wurde 2016 dazu eingerichtet, um Patienten bei der Suche nach einem Facharzttermin zu unterstützen.

Ist die Rufnummer immer noch überlastet?

Der KVN-Sprecher Detlef Haffke erklärte, dass die Überlastung dadurch zustande kam, dass am Wochenende deutlich mehr Personen von der Servicenummer gebrauch machen als unter der Woche. Inzwischen seien die Probleme allerdings behoben. In Zukunft soll deutlich mehr Personal eingesetzt werden, um auch ein erhöhtes Aufkommen von Anrufen am Wochenende bewältigen zu können. Haffke betonte zudem, dass immer wieder Menschen bei der Patienten-Servicerufnummer anrufen, um sich über deren neuen Service zu erkundigen. Er betonte, dass die Nummer hierfür nicht da ist. Die 116 117 soll Patienten ermöglichen, nach Praxisschluss der niedergelassenen Ärzte einen Arzt zu kontaktieren, wenn akute, gesundheitliche Probleme vorliegen.

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