Mobilfunk Netzausbau – „Graue Flecken“ durch Kooperation schließen

Mobilfunk Netzausbau – „Graue Flecken“ durch Kooperation schließen

In Deutschland gibt es zahlreiche sogenannte „graue Flecken“. Als solche werden Regionen bezeichnet, die bislang lediglich von einem Betreiber mit mobilem Breitband versorgt werden. Durch eine Zusammenarbeit der drei Mobilfunknetzbetreiber – Telekom, Vodafone und Telefónica – soll dies nun geändert werden. Telefónica hat hierzu sowohl mit der Deutschen Telekom als auch mit Vodafone eine Absichtserklärung abgeschlossen.

Welche Auswirkungen hat die Zusammenarbeit?

Die Abschließung der Absichtserklärung zeigt, dass die Unternehmen zu einer Kooperation bereit sind, um endlich eine flächendeckende Versorgung mit mobilem Breitband zu gewährleisten. „Kooperationen der Betreiber können wesentlich zu einer besseren Mobilfunkversorgung in Deutschland beitragen,“ betont Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Daher befürwortet die Bundesnetzagentur die neusten Entwicklungen. Die Kooperation der Netzbetreiber führt sowohl zu einer besseren Breitbandversorgung der Bevölkerung als auch zu einem kosteneffizienteren Netzausbau.

Zusammenarbeit aller Netzbetreiber

Nachdem die Telekom zunächst beabsichtigte, ausschließlich mit Vodafone zu kooperieren, schalteten sich das Bundeskartellamt und die Bundesnetzagentur ein. „Eine Kooperation von Deutscher Telekom und Vodafone ohne Beteiligung von Telefónica wäre aus unserer Sicht wettbewerblich problematisch“ erklärt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes. Das Ergebnis ist, das nun alle drei Mobilfunknetzanbieter in Verhandlungen stehen. Diese werden nun aus frequenzregulatorischer Sicht von der Bundesnetzagentur und aus kartellrechtlicher Sicht vom Bundeskartellamt begleitet.

Was bedeutet die Kooperation für die Bevölkerung?

Während die Versorgung mit mobilem Breitband in den Großstädten und Ballungszentren bereits sehr gut ist, hängen viele Regionen hinterher. Es gibt sogar Gebiete, die bisher noch überhaupt nicht mit Mobilfunk versorgt sind, wie die Funkloch-Karte zeigt. In anderen Gebieten gibt es hingegen ausschließlich einen Netzbetreiber, der eine Versorgung anbietet. Ist das Netz des eigenen Anbieters nicht verfügbar, hat der Kunde keinen Empfang. Aus diesem Grund ist es für Nutzer egal, ob in diesem Bereich gar keine Mobilfunkversorgung besteht oder eben nur keine seines Anbieters. Dies soll sich nun ändern. In Zukunft sollen die Kunden auch das Netz der anderen Anbieter nutzen dürfen, wenn dort kein Netz seines eigenen Anbieters vorhanden ist. Davon, dass nun im Netz eines anderen Betreibers gesurft wird, merkt der Nutzer hierbei nichts.

Zusammenarbeit verbessert Mobilfunknetze

Die Unternehmen geben an, dass ausschließlich das 4G-Netz geteilt wird. Durch die Zusammenarbeit wird somit das Roaming innerhalb Deutschlands eingeführt, wodurch sich die Qualität aller Mobilfunknetze deutlich verbessert. Es ist möglich, die Funklöcher ohne zusätzliche Investitionen zu schließen. „Kooperationen wie diese stärken Deutschlands Infrastruktur – und bringen Empfang auch dort, wo er bislang zu wünschen übrig ließ“, so Hannes Ametsreiter, Chef von Vodafone Deutschland. Insbesondere im ländlichen Bereich könnte sich dadurch in Zukunft die Situation deutlich verbessern.

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