Social Commerce – Vorsicht beim Shoppen über soziale Netzwerke

Social Commerce – Vorsicht beim Shoppen über soziale Netzwerke

Seit November letzten Jahres gibt es auf Instagram den Marketplace als eigenes Element. Instagram-User können hier direkt in verschiedenen Online-Shops einkaufen und müssen dafür nicht einmal die App verlassen. Den Facebook-Marketplace, auf dem Privatpersonen Produkte verkaufen, gibt es sogar bereits seit 2016. Diese Vertriebsform über Soziale Netzwerke wird als Social Commerce bezeichnet und bietet neben einigen Vorzügen auch Gefahren.

Was ist unter Social Commerce zu verstehen?

Soziale Netzwerke entwickeln sich immer mehr zu eigenen Online-Marktplätzen. Als Social Commerce wird der elektronische Handel bezeichnet, bei welchem eine aktive Beteiligung der Kunden, die persönliche Beziehung und die Kommunikation der Kunden untereinander im Vordergrund stehen. Durch diese Vertriebsform werden in den Sozialen Netzwerken nicht mehr nur Personen untereinander miteinander verknüpft, sondern auch mit Händlern.

Welche möglichen Gefahren gibt es bei Social Commerce?

Insbesondere auf Instagram tummeln sich beinahe unzählige kleine und vor allem unbekannte Shops. Die Gefahr hierbei auf einen sogenannten Fake-Shop hereinzufallen, ist dementsprechend hoch. Vor allem, da die meisten der Fake-Shops nur äußerst schwer als solche zu erkennen sind. Häufig kann der Käufer nach dem Kauf nicht mehr mit dem Verkäufer in Kontakt treten. Bei einem Kauf über diese Vertriebsform besteht außerdem das Risiko, dass mögliche Zollgebühren hinzukommen, wenn es sich um einen Shop außerhalb Europas handelt.

Wie können sich User schützen?

Die Rechtsberaterin der Verbraucherzentrale Bremen Nicole Mertgen-Sauer gibt einige wichtige Tipps dafür, wie sich Nutzer davor schützen können, schlechte Erfahrungen mit einem Kauf auf Instagram, Facebook und Co. zu machen:

  • immer auf das Impressum und die AGB achten
  • der Firmensitz sollte sich stets innerhalb von Europa befinden
  • AGB sollten sich flüssig lesen lassen und nicht wie zusammenkopiert wirken
  • bei hochpreisiger Ware zu günstigen Preisen stutzig werden
  • nur bei Shops bestellen, die bereits bekannt sind
  • mögliche Siegel genau prüfen und schauen, ob es diese wirklich gibt

„Wichtig ist auch die Zahlungsmodalität: Viele Fakeshopbetreiber verlangen Vorkasse“, sagt Mertgen-Sauer.

Durch eine Bezahlung per Vorkasse habe der Käufer keinerlei Chance, sein Geld jemals zurückzubekommen, solle die Ware nicht ankommen, fehlerhaft sein oder ein Streit entstehen. Daher rät die Expertin dazu, Produkte stets auf Rechnung zu kaufen. Das Geld wird dann erst bezahlt, wenn die Ware bereits beim Kunden eingetroffen ist. Das 14-tägige Widerrufsrecht gilt auch bei Waren, die verspätet eintreffen.

Was tun, wenn der Verkäufer plötzlich nicht mehr erreichbar ist?

Selbst wenn kein Kontakt mehr zu dem Verkäufer hergestellt werden kann, sollte die Ware zurückgesendet werden. Der Beleg der Post sollte unbedingt aufgehoben werden. Zudem ist es hilfreich einen Screenshot des Online-Shops zu erstellen. Wenn das gekaufte Produkt nicht ankommt, sollte schriftlich von dem Vertrag zurückgetreten werden.

Was steckt hinter Shoppable Posts?

Shoppable Posts sind Beiträge von Unternehmen und Händlern, die sich auf den ersten Blick nicht von anderen Postings unterscheiden. Hierdurch werden die Posts dem Nutzer ganz einfach beim Scrollen durch das Soziale Netzwerk präsentiert. Ein Algorithmus ist verantwortlich dafür, welchem User welcher Post angezeigt wird. Der User hat hierdurch die Möglichkeit, auf Produkte, Angebote und Postings aufmerksam zu werden, die er ansonsten nicht gefunden hätte.

Weshalb setzen Unternehmen auf Social Commerce?

Durch das Klicken auf den „Gefällt-mir-Button“ oder das Teilen eines Beitrags, gibt der Nutzer zahlreiche Informationen über sich Preis. Die hierdurch erlangten Daten und Infos der User sind für das zielgruppenspezifische Marketing essentiell. Durch Social Commerce ist die Sichtbarkeit von Angeboten wesentlich höher, denn gewöhnliche Werbebanner im Internet werden mittlerweile von vielen Usern einfach ausgeblendet. Im Sozial Netzwerk wird die Werbung für den Nutzer hingegen gut sichtbar: Dort wird aktiv gelesen und mehr wahrgenommen. Es wird also nicht ausgeblendet wie klassische Werbebanner“, erläutert Maik Eisenbeiß von der Arbeitsgruppe „Digitales Marketing“. Die Vertriebsform schafft ein völlig neues Kauferlebnis, da die Produkte direkt in einem Post verlinkt werden können.

Wer profitiert von dieser Vertriebsform?

Junge Unternehmen und Start-Ups haben die Möglichkeit sich durch diese Vertriebsform auch gegen wesentlich größere Konkurrenten durchzusetzen und sichtbar zu werden. Der Kunde wiederum profitiert von einem sehr niedrigschwelligen und praktischen Kaufprozess und wird zudem auf Angebote aufmerksam, die er ansonsten nicht wahrgenommen hätte.

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