Störsender – Vater legt Mobilfunk in französischer Gemeinde komplett lahm

Störsender – Vater legt Mobilfunk in französischer Gemeinde komplett lahm

Eigentlich wollte der Franzose mit Hilfe eines Störsenders lediglich die exzessive Internetnutzung seiner eigenen Kinder verhindern – doch ausversehen legte er den Mobilfunk der gesamten Nachbargemeinde für drei Stunden lahm. Nun droht ihm eine Geld- oder sogar Gefängnisstrafe.

Wie kam es zu dem Mobilfunkausfall?

In der französischen Gemeinde Massanges funktionierte das Mobilfunknetz zwischen 0 und 3 Uhr nicht mehr. Nachdem dies von einem Mobilfunkanbieter bemerkt wurde, wandte er sich an die zuständige Behörde Agence Nationale des Fréquences, kurz ANFR, um die Ursache für den Totalausfall herauszufinden. Die Behörde stellte schnell fest, dass ein Störsender, auch Jammer genannt, für den Internetausfall verantwortlich war. Die Mobilfunkgeräte werden von dem Störsender überlagert, da dieser Funkwellen auf den gleichen Frequenzen wie die Mobilfunkgeräte sendet. Hierdurch wird verhindert, dass ein Gerät eine Verbindung zu einem Mobilfunkmasten aufbauen kann. Ein ANFR-Techniker konnte das Signal, das die massive Störung verursacht hatte, schließlich zu einem Haus in der Nachbargemeinde zurückverfolgen.

Mann wollte Kinder von Internetnutzung abhalten

Als der Franzose aufgesucht wurde, gab dieser zu, den Jammer über das Internet gekauft und anschließend installiert zu haben. Sein Ziel sei es gewesen, die exzessive Internetnutzung seiner Kinder zu verhindern.

„Die Erklärung war verblüffend einfach: Der Familienvater hatte den Störsender installiert, um zu verhindern, dass seine Teenager mit ihrem Smartphone ins Internet gehen, anstatt einzuschlafen. Seine Kinder waren in der Tat süchtig nach sozialen Netzwerken und anderen Anwendungen geworden, insbesondere seit der durch die Covid-19-Epidemie verhängten Ausgangssperren“, heißt es in einem Bericht der französischen Behörde.

Da der Störsender allerdings sehr stark war, legte er nicht nur das eigene Internet, sondern gleich die gesamte Mobilfunkverbindung in der Nachbargemeinde lahm. Der Vorfall wird nun von der zuständigen Staatsanwaltschaft untersucht, denn der Einsatz eines Jammers ist in Frankreich nicht erlaubt. Dem Mann droht eine Geldstrafe von bis zu 50 000 Euro oder sogar eine Gefängnisstrafe.

Auch in Deutschland sind Störsender illegal

Nicht nur in Frankreich, auch in Deutschland und allen anderen europäischen Ländern sowie in den USA und Japan ist sowohl der Vertrieb als auch der Betrieb von sogenannten Jammern illegal. In Deutschland ist ganz klar geregelt, dass Frequenzen nur mit einer entsprechenden Zuteilung genutzt werden dürfen. Dies ist in §91 des TKGs festgeschrieben. Das bedeutet konkret, dass für die legale Verwendung eines Jammers eine Frequenzzuteilung notwendig wäre, Der Staat hat das Monopol auf die Funkfrequenzen. Das Kaufen, das Handeln sowie die Verwendung von Störsendern ist in Deutschland nicht erlaubt und stellt damit eine Ordnungswidrigkeit dar. Wer hiergegen verstößt, muss mit Bußgeldern bis 1 000 Euro rechnen. Wird durch den Störsender allerdings beispielsweise der Notruf beeinträchtigt oder sogar lahmgelegt, sind deutlich empfindlichere Bußgelder möglich. Diese werden von der Bundesnetzagentur verhängt.

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