Weitergabe von Positivdaten – VZ klagt gegen Mobilfunkanbieter

Weitergabe von Positivdaten – VZ klagt gegen Mobilfunkanbieter

Die Mobilfunkanbieter Vodafone, Telefónica Germany und Deutsche Telekom haben Positivdaten ihrer Kunden an Wirtschaftsauskunfteien weitergegeben, ohne davor deren Einwilligung einzuholen. Dies ist der Grund, weshalb nun die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gegen die Unternehmen Klage eingereicht hat.

Was sind Positivdaten?

Daten über einen ungestört verlaufenden Vertrag werden als Positivdaten bezeichnet. Das bedeutet, dass es keine Vertragsstörungen wie beispielsweise negative Zahlungserfahrungen gibt. Die Kunden haben sich an den Vertrag gehalten und sich nichts zuschulden kommen lassen. Dennoch sieht die Verbraucherzentrale hierin einen Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung. Die Mobilfunkanbieter müssen ein solches Vorgehen daher unterlassen.

„Wirtschaftsauskunfteien sammeln auch dann Informationen über Verbraucher:innen, wenn sie sich völlig korrekt und vertragskonform verhalten haben. Der Schutz der betroffenen Verbraucher:innen vor übermäßiger Verbreitung ihrer personenbezogenen Daten wiegt aber höher als die wirtschaftlichen Interessen der Unternehmen“, betont Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW.

Weshalb ist auch die Weitergabe von Positivdaten problematisch?

Obwohl die Positivdaten keine negativen Informationen wie beispielsweise Zahlungsstörungen enthalten, beinhalten sie zahlreiche schützenswerte Informationen über den Verbraucher. Denn auch solche Daten können von Unternehmen herangezogen werden, um bestimmte Entscheidungen zu treffen. Schuldzinski weist daraufhin hin, dass es zum Beispiel weniger vertrauenswürdig auf einen Mobilfunkanbieter wirkt, wenn der Verbraucher mehrere Verträge hat oder diese häufig wechselt. Solche Informationen können eine Auswirkung darauf haben, dass der Verbraucher keinen Mobilfunkvertrag bei einem Anbieter erhält. Daher ist die Verbraucherzentrale NRW davon überzeugt, dass auch die Übermittlung von Positivdaten ohne die Einwilligung der betroffenen Person nicht zulässig ist. Die Unternehmen müssen eine solche Einwilligung einholen – der Kunde muss dies gleichzeitig aber auch ablehnen können, ohne, dass sich hieraus für ihn Nachteile ergeben. Neben der Vz kritisiert zudem die Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und Länder diese Weitergabe der Positivdaten durch die Deutsche Telekom, Telefónica Germany und Vodafone.

Verbraucher sollen Auskunft einholen

Die Vz NRW rät Verbrauchern dazu, von ihrem Recht Gebrauch zu machen, einmal jährlich eine unentgeltliche Auskunft über das eigene Profil einzuholen, das bei einer Wirtschaftsauskunftei geführt wird. Sind hier falsche Angaben enthalten, müssen diese korrigiert werden. Zudem kann nachgefragt werden, zu welchem Zweck die personenbezogenen Daten gespeichert sind und woher diese überhaupt stammen. Verbraucher haben auch das Recht zu erfahren, an wen die schützenswerten Daten weitergegeben werden.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


vier × zwei =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Telekommunikationsüberwachung – BfJ veröffentlicht Zahlen für 2020

Telekommunikationsüberwachung

BfJ veröffentlicht Zahlen für 2020

Das Bundesamt für Justiz hat die Zahlen für die Telekommunikationsüberwachung und Abfrage von Verkehrsdaten für das Jahr 2020 veröffentlicht. In der Statistik des BfJ sind auch die genauen Zahlen der einzelnen Bundesländer zu entnehmen. […]

Die aktuellen O2-Tarif-Angebote – hier können Selbständige sparen

Die aktuellen O2-Tarif-Angebote

Hier können Selbständige sparen

Aktuell sparen Selbständige bei den O2 HomeSpot-Tarifen die Anschlussgebühr in Höhe von 69,99 Euro. Zusätzlich gibt es auch bei den Mobilfunk-Tarifen aktuell attraktive Angebote für Selbständige, die bis einschließlich 6. September 2022 gültig sind. […]

Gerichtsurteil

Urteil

Rückforderungsanspruch gegen Online-Glücksspielanbieter

Das Landgericht Hamburg hat entschieden, dass der Rückforderungsanspruch eines Klägers gegen einen Online-Glücksspielanbieter mit Sitz in Malta gerechtfertigt ist. Der Kläger hatte zuvor mehr als 61 000 Euro in dem Online-Casino verloren. Dieses besitzt jedoch keine Lizenz für das entsprechende Bundesland. […]