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Mobilfunkvertrag - wie funktioniert eine Übernahme?

Handyvertrag übernehmenMobilfunknutzer haben einen Vertrag mit einem Anbieter. Einige nutzen Prepaid, andere nutzen einen Vertrag mit fester Laufzeit und Flatrates. Aber kann ein Dritter einen bestehenden Mobilfunkvertrag übernehmen? Diese Frage stellte der telespiegel den Mobilfunkanbietern Telekom, Vodafone (inkl. otelo), O2, E-Plus (inkl. Base), Drillisch (u. a. Hello Mobile, McSim), 1&1 (inkl. Web.de, GMX) und Mobilcom-Debitel.

O2 und Mobilcom-Debitel haben leider keine Angaben gemacht.

Wann ist eine Vertragsübernahme sinnvoll?

 

Es scheint auf dem ersten Blick keinen Vorteil zu haben, einen Mobilfunkvertrag übernehmen zu wollen. Aber es kann im Einzelfall dennoch erforderlich oder sinnvoll sein. Beispiele sind Todesfälle, nach denen ein Angehöriger einen laufenden Vertrag nutzen möchte, oder eine Trennung, bei der ein Partner weiterhin das Handy bekommt, das aber vertraglich auf den Ex-Partner läuft. Auch bei einer Übertragung einer bestehenden Rufnummer auf einen anderen Inhaber ist zunächst eine Vertragsübernahme erforderlich. Seltener sind es Tarifbedingungen laufender Verträge, die eine Übernahme attraktiv machen, da die Preise in den letzten Jahren grundsätzlich eher gesunken sind und eine Rufnummernmitnahme möglich ist.

Ist eine Vertragsübernahme im Mobilfunkbereich überhaupt möglich?
Alle befragten Unternehmen bieten eine Vertragsübernahme an. Allerdings sind die Details unterschiedlich. Vodafone gewährt diese beispielsweise nur aus Kulanz. Außerdem müssen die neuen Vertragspartner volljährig und voll geschäftstüchtig sein. In der Regel wird ebenfalls eine ausreichende Bonität erwartet. Darauf weisen Vodafone, Telekom und E-Plus hin. E-Plus nennt außerdem einen festen Wohnsitz des neuen Vertragspartners als Voraussetzung. Drillisch weist außerdem darauf hin, dass eventuell im Vertrag beinhaltete Geräte in Ratenzahlung mit dem alten Vertragsinhaber abgerechnet werden.

Wie funktioniert die Übernahme eines Mobilfunkvertrags?
Die Mobilfunkanbieter machen den Wechsel meistens relativ leicht. Zwar wird dieser nicht groß beworben, aber alle Anbieter stellen dafür ein entsprechendes Formular oder eine ausführliche Anleitung online zur Verfügung.

 

Meistens lassen sich die Formulare bequem online ausfüllen und ausdrucken. Wichtig ist, dass sie schriftlich per Fax oder Brief dem Anbieter zugesendet werden. Der Teufel steckt allerdings im Detail. Denn schnell wird etwas vergessen. Wichtig ist zunächst, dass sowohl der neue als auch der alte Vertragsinhaber unterschreiben müssen. Außerdem ist die Angabe der Bankverbindung des neuen Vertragspartners zwingend. Diese lassen sich beispielsweise die Drillisch-Marken per Kopie der EC-Karte bestätigen. Auch eine Kopie des Personalausweises ist bei einer Vertragsübernahme erforderlich. Darauf weisen beispielsweise Vodafone, Drillisch und 1&1 hin.

 

Welche Kosten entstehen, wenn ein Mobilfunkvertrag übernommen wird?
Eine Vertragsübernahme ist auch für den Anbieter aufwendig. Daher lassen sich fast alle diesen Service bezahlen. Die Telekom berechnet für aktuelle Verträge 19,95 Euro, für nicht mehr beworbene Alt-Verträge nur 17,80 Euro. Bei einer Vertragsübernahme im Todesfall entstehen keine Kosten, allerdings muss eine Kopie der Sterbeurkunde übermittelt werden. Das gilt auch bei Vodafone. Im Normalfall muss der neue Vertragspartner hier jedoch 20 Euro zahlen. Bei den Marken von Drillisch muss der neue Vertragspartner 19,95 Euro zahlen, bei E-Plus zahlt der bisherige Vertragsinhaber 15 Euro. 1&1 bietet die Vertragsübernahme von Mobilfunkverträgen sogar als kostenlosen Service an. Allerdings muss der neue Vertragspartner hier auch Restschulden aus dem laufenden Vertrag übernehmen.

Bleiben Laufzeiten und Konditionen bestehen?
Ein wesentlicher Punkt bei einer Vertragsübernahme sind die Konditionen. Speziell die Laufzeit ist zu beachten. Hier bleibt alles unverändert. 1&1 weist darauf hin, dass je nach verbliebener Laufzeit ein Tarifwechsel in einen Tarif mit aktuelleren Konditionen möglich ist. Ein Aspekt ist noch zu beachten: Nutzt der bisherige Vertragsinhaber Konditionen aus einem Rahmenvertrag (beispielsweise über einen Verband, Verein oder ein großes Unternehmen), dann können diese Rahmenkonditionen nicht übernommen werden. Hier erfolgt in der Regel ein Tarifwechsel.

Checkliste Vertragsübernahme

  • Prüfen, ob eine Übernahme eines Mobilfunkvertrages sinnvoll ist;
  • alternative Tarifangebote prüfen (Rufnummernmitnahme ist möglich!);
  • evtl. Restschulden und Geräte in Ratenzahlung beachten;
  • Kosten der Übernahme beachten;
  • neuer Vertragspartner muss volljährig sein;
  • negative Bonität kann Hindernis sein;
  • Formular herunterladen, ausfüllen und vom alten und neuen Vertragspartner unterschreiben lassen;
  • alle erforderlichen Angaben bzw. Unterlagen (Bankverbindung, Personalausweis, Sterbeurkunde usw.) als Kopie beifügen und zum Anbieter senden.

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Angaben ohne Gewähr, letzte Bearbeitung 12.01.2017



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