Abzocke per Handy-Payment – O2 erstattet Kunden Rechnungsbeträge

betrug

Alternative Bezahlmethoden waren schon immer ein Tummelplatz für Betrüger. Es liegt in der Natur der Sache, dass die trotz diverser Sicherheitsmaßnahmen ein Schlupfloch suchen, durch das sie sich des Geldes der Verbraucher bemächtigen können. Durch die Machenschaften Einiger geraten eigentlich intelligente und verbraucherfreundliche Lösungen schnell in ein Zwielicht. So war es bereits in Bezug auf Dialer, die Programme, die die unkomplizierte Abrechnung von Internet-Inhalten über eine spezielle, in dem Dialer-Programm enthaltene Zugangsnummer möglich machen und so ist es auch bei dem Handy-Payment, über das wir schon mehrfach ausführlich berichtet haben. Auch über die Machenschaften unseriöser Anbieter haben wir dabei informiert und darüber, dass die Mobilfunk-Anbieter mit dem Ausschluss bestimmter Drittanbieter reagiert haben. (Telespiegel-News vom 23.09.2005) Das ARD-Magazin PlusMinus berichtete nun über Gutschriften des Netzbetreibers o2, die das Unternehmen an Betroffene richtete.

Insbesondere das noch ungeschulte jugendliche Auge erkennt nicht die Falle, die hinter Internet-Seiten wie Hausaufgaben.de steht. Dort wurde die Eingabe der Handy-Nummer gefordert, der Kunde erhielt eine SMS mit einem Code, der wiederum in ein Formular auf der Webseite eingegeben wurde. In dem genannten Beispiel erhielt der Nutzer den Zugang zu allen auf der Internet-Seite befindlichen Inhalten, zu einem Preis von 9,98 € pro Tag. Der Dienst wird inzwischen per Bankeinzug abgerechnet und kostet einen Euro für die ersten drei Tage. Danach verlängert sich das so abgeschlossene Abonnement stillschweigend um, man höre und staune, ein Jahr für 96,- € und jeweils um ein weitere Jahr, wenn nicht rechtzeitig gekündigt wird. Die bisherige Abrechnungsart per Handy-Payment kann sich der Anbieter nicht mehr erlauben, auch die Zusammenarbeit mit ihm haben die Mobilfunk-Anbieter wohl inzwischen beendet.

Dass etwas unternommen wird, um die Drittanbieter zu stoppen, die ihre Dienste lautstark und die Tatsache, dass die Eingabe des per SMS erhaltenen Codes ein per Handy-Payment bezahltes Abonnement auslöst, kaum erkennbar anpreisen, war dringend nötig. Das zeigt die hohe Zahl der Geschädigten, die nicht selten mit Handy-Rechnungen über mehrere hundert Euro überrascht wurden. Denn sie waren sich nicht bewusst, welchen Preis und welche Geschäftsbedingungen der Dienst hat, den sie zu nutzen wünschten. Und ebenso wie die Kunden fühlen sich die Mobilfunk-Anbieter von den Drittanbietern hinter das Licht geführt. Sie bangen um das Vertrauen der Kunden, nicht nur in die mobilen Bezahldienste und derartige Internet-Angebote. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Drittanbietern wurde beendet und einer ging noch weiter, der Netzbetreiber o2 soll nicht nur Entschuldigungsschreiben an seine geschädigten Kunden versendet haben, auch Gutschriften in Höhe der entstandenen Schäden gingen bei den Kunden ein. Eine Wiedergutmachung und das, obwohl die Mobilfunk-Anbieter noch nicht einmal die Schuldigen in dieser Sache sind. Die sind sich noch nicht einig, wie sie des Problems Herr werden können. Denn die Abzocker werden ihre Dienste sicherlich fortführen, eben über andere Internet-Seiten und andere Anbieter. Eigentlich müsste eine generelle Regelung gefunden werden, die ist jedoch noch nicht in Sicht.

Update vom 17.10.05

Inzwischen haben auch die anderen Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone und E-Plus bekannt gegeben, ihren Kunden den entstandenen Schaden zu ersetzen. Das geschieht je nach Unternehmen auf Anfrage des Kunden oder auch unaufgefordert.

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