0190 geht 0900 kommt – Mehrwertdienste-Rufnummern werden zum Jahreswechsel abgelöst

bundesnetzagentur

Sie haben einen schlechten Ruf, obwohl die Idee an sich durchaus gut ist. Die Service-Rufnummern, Mehrwertdienste-Rufnummern genannt, beginnend mit 0190 erhielten ihr schlechtes Image durch zahlreichen Missbrauch, der mit ihnen getrieben wurde. Eigentlich sind sie nichts weiter als ein Bezahlmethode, Verbindungen mit diesen Rufnummern kosten mehr als zum Beispiel ein Orts- oder Ferngespräch oder eine normale Internet-Einwahl. Die Gebühren fallen aber nur zum geringen Teil für die Verbindung an, bezahlt wird damit der Dienst, der unter dieser Rufnummer geboten wird. Die Bundesnetzagentur, die ehemalige Regulierungsbehörde, hatte diese Rufnummern befristet zugeteilt. Eigentlich war der Stichtag der 31. Dezember 2003, doch die Befristung wurde auf den 31. Dezember 2005 ausgedehnt. Ende des Jahres ist es also so weit, die 0190-Rufnummern werden abgeschaltet.

An ihre Stelle treten die Rufnummern beginnend mit 0900, sie sollen die 0190-Rufnummern ablösen. Anders als bei denen erfolgt die Abrechnung über 0900 freitariflich, der Anbieter kann also selbst bestimmen, wie viel ein Anruf bei seinem Dienst kosten soll. Aber der Preis muss klar erkennbar sein und in einer kostenlosen Ansage vor Beginn der kostenpflichtigen Verbindung genannt werden. Zudem sind die 0900-Rufnummernblöcke ihren Bestimmungen zugeteilt, sodass der Verbraucher klar erkennen kann, um welche Art von Dienst es sich handelt. Der Block 0900-1 zum Beispiel steht für Informationsdienste, unter den Rufnummern beginnend mit 0900-3 wird dem Anrufer Unterhaltung geboten und 0900-5 ist die Rufnummerngasse für sonstige Dienste wie auch Erotik. Die Nummern beginnend mit 0900-9 dienen bereits seit längerem der gebührenpflichtigen Internet-Einwahl per Dialer.

Diese Regelung soll den Nutzern mehr Transparenz und damit mehr Sicherheit bieten, als es mit den 0190-Rufnummern der Fall war. Selbstverständlich ist es für die Anbieter schmerzlich, ihre angestammten und teuer beworbenen 0190-Rufnummern abschalten zu müssen. So hat zum Beispiel die Beate Uhse New Media GmbH in einem Eilantrag versucht, das weitere Bestehen ihrer 0190-Rufnummern genehmigen zu lassen. Doch das Verwaltungsgericht Köln gestattete keine weitere Verlängerung. Laut Bundesnetzagentur sollen alle 0190-Rufnummern pünktlich um Mitternacht zum Jahreswechsel abgeschaltet werden. Übrig darf höchstens eine Bandansage bleiben, die auf eine neue, eine 0900-Rufnummer verweist.

Für die Verbraucher bedeutet das vor allem eine klare Regelung, die zu ihrem Schutz beiträgt und böse Überraschungen unwahrscheinlicher macht. Es bedeutet aber auch, dass die Kunden an ihren Telefonanschlüssen eingerichtete Rufnummernsperren eventuell ändern oder neue einrichten müssen, wenn keine Verbindung zu den 0900-Rufnummern entstehen können soll. Eine Rufnummernsperre richtet auf Wunsch der Festnetz-Anbieter ein.

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