Urteil – Neu bedeutet nicht original verpackt

Urteil

Wer im Internet kauft, muss schon genau hinschauen. Ob bei dem Kauf in einem Online-Shop oder in einem Online-Auktionshaus, die Ware und der Verkäufer sollten genau unter die Lupe genommen werden, bevor bestellt wird. Mancher arglose Käufer hat bereits eine böse Überraschung erlebt. Zum Beispiel, weil der Hinweis auf die unverschämt hohen Versandkosten besonders klein geschrieben war oder weil das erstaunlich günstige Handy offensichtlich defekt ist.

Allerdings geht es manchmal auch um weniger unseriöse Geschäftspraktiken. So entschied das Landgericht Hannover kürzlich darüber, ob mit dem Wort `neu´ beschriebene Artikel original verpackt sein müssen oder schon einmal ausgepackt gewesen sein dürfen. Um diese Frage ging es in dem Verfahren gegen einen Händler, der über das Online-Auktionshaus eBay EDV-Geräte vertrieb. Er hatte ein Gerät in der Kategorie `neu´ angeboten und beschrieb es folgendermaßen:

Transportschaden, 1 x ausgepackt. Das Gerät ist optisch wie neu und technisch einwandfrei. Allerdings ist die Verpackung etwas beschädigt.

Geräte, die sich nicht mehr in der Originalverpackung befinden bzw. schon einmal ausgepackt waren dürfen als neu bezeichnet werden, urteilte das Landgericht. Denn die Beschädigung, die Veränderung oder das Öffnen der Verpackung allein führe nicht dazu, dass das darin befindliche Gerät seinen Neuzustand verliere. Da der Verkäufer auf den Zustand der Verpackung hingewiesen habe, sei an dieser Beschreibung des Angebots nichts auszusetzen.

(Landgericht Hannover, Aktz.: 32 O 67/07 vom 23.10.2007)

Weitere Informationen

Gerichtsurteile – Internet
Urteile eBay
Gewährleistung und Garantie

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


sechzehn + 5 =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Onlinebanking

PSD2 – Online-Zahlungen werden sicherer, aber komplizierter

Im September 2019 treten neue Regelungen entsprechenden der PSD2 in Kraft. Dazu zählt auch die sogenannte starke Kundenauthentifizierung. Bank- und Zahlungsdienstleister-Kunden müssen sich dann bei einer Zahlung durch einen... mehr
urteile-internet

Urteil – Posten von Fotos einer Ausstellung in Facebook-Gruppe

Ein Facebook-Nutzer nahm Fotos von Exponaten einer Ausstellung auf und postete sie in einer geschlossenen Facebook-Gruppe. Die Exponate seinen Teil eines Sammelwerkes und die Fotos der Öffentlichkeit zugänglich gemacht word... mehr
Telekom Speedbox

Die neue Speedbox – Mobiler Hotspot der Telekom

Die neue Speedbox ist ein mobiler Hotspot der Telekom, den es mit zwei unterschiedlichen Tarifen gibt. Sie bietet Kunden LTE-Geschwindigkeiten und den Anschluss von Endgeräten per LAN oder WLAN. Die Akkulaufzeit beträgt bis... mehr
geld

Verbotene Internet-Casinos – Deutsche Banken verdienen mit

Online-Casinos sind in Deutschland illegal. Doch die Betreiber argumentieren, das Verbot verstoße gegen EU-Recht. Dass dies nicht so ist, ist in einem Urteil nachzulesen. Doch die Behörden setzen das Verbot nicht ausreichen... mehr
Bundeskartellamt

Facebook – Bundeskartellamt beschränkt Datenzusammenführung

Das Bundeskartellamt hat Facebook eine Zusammenführung der Nutzerdaten aus seinen Diensten und Webseiten Dritter verboten. Erst wenn der Nutzer dem explizit zustimmt, dürfen die Daten miteinander zu einem Datensatz verfloch... mehr
Bitcoin

Gründer von Kryptogeldbörse tot – Kein Passwort für Kundenguthaben

Es wurde der plötzliche Tod des 30-jährigen Gründers der Kryptogeldbörse Quadriga CX gemeldet. Es heißt, er habe als einziger das Passwort, den Private Key, für den Bereich gekannt, in dem die Kundengelder liegen. Nun s... mehr