Alster24 ISDN-Flatrate – Schmalbandflatrate nicht mehr erhältlich

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Lange Zeit waren Flatrates für den Internetanschluss mit einem analogen oder ISDN-Telefonanschluss nicht erhältlich. Das lag nicht etwa an der mangelnden Nachfrage, sondern vielmehr an deren Wirtschaftlichkeit. Der Anbieter einer solchen Flatrate muss nämlich an den Netzbetreiber für jede Online-Minute bezahlen. Nutzen viele User die Flatrate übermäßig, zahlt der Anbieter drauf und kann den Tarif nicht länger anbieten. Dieses Risiko besteht besonders für kleinere Anbieter, die Verluste nicht so einfach abfangen können.

Neben T-Online und Arcor bot der verhältnismäßig kleine Provider alster24 in den letzten Wochen eine Flatrate für die Internetnutzung mit einem ISDN-Telefonanschluss an (telespiegel-News vom 04.05.2007). Um die tatsächliche Online-Zeit seiner User zu verringern, nutzte alster24 eine besondere Technik. Damit wird die Internet-Verbindung aufgebaut, wenn der User eine Anfrage sendet oder etwas herunterlädt. Gibt es gerade keinen Datenverkehr, kappt die Technik die Verbindung und baut sie erst wieder auf, wenn sie benötigt wird. Das spart Online-Zeit, ist aber wegen des etwas lahmen Verbindungsaufbaus tatsächlich nur für die Anwendung an ISDN-Anschlüssen ratsam.

Doch auch die Anwendung dieser Technik konnte alster24 wohl nicht davor schützen, mit der Schmalband-Flatrate baden zu gehen. Der telespiegel-Redaktion teilten User mit, dass ihnen die Flatrate ab morgen nicht mehr zur Verfügung stehen wird. In einem Schreiben an Bestandskunden gab der Anbieter bekannt, dass er den Tarif einstellen müsse. Der Anteil der Poweruser, die den Tarif exzessiv genutzt hätten, sei zu groß gewesen. Zum Ende dieses Monats, also heute um 24 Uhr, erfolge die Einstellung der ISDN-Flatrate. Bereits bezahlte Gebühren für den September zahle der Anbieter auf Anfrage aus. Auf der Anbieter-Webseite ist der Tarif bereits nicht mehr verzeichnet.

Warum alster24 das Angebot so kurzfristig einstellte, ist noch unklar. Die telespiegel-Redaktion konnte den Anbieter noch nicht zwecks einer Stellungnahme erreichen. Zu vermuten ist aber, dass die Kalkulation des Unternehmen nicht aufgegangen ist und er die Notbremse ziehen musste, um nicht in wirtschaftliche Schwierigkeiten zu geraten. Denn schließlich ist nicht zu vergessen, dass auch ein Internet Provider für jede genutzte Online-Minute an den Netzbetreiber zahlen muss.

Update vom 31.08.2007

Am späten Freitagabend erreichte die telespiegel-Redaktion eine knappe Pressemitteilung des Providers. Darin teilt er unter anderem mit, dass der Tarif mit sofortiger Wirkung eingestellt ist und Bestandskunden die sofortige Kündigung erhalten. Der Grund der Einstellung des Angebots und eine Begründung für die Kurzfristigkeit geht jedoch auch aus diesem Schreiben nicht hervor.

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