Urteil – Unberechtigte Nutzung privater WLAN-Netzwerke ist eine Straftat

Urteil

Ohne Kabel in dem Internet zu surfen ist angenehmen. Bei schönem Wetter kann der Laptop einfach mit auf die Terrasse mitgenommen werden und auf dem Sofa die Emails zu checken ist auch kein Problem. Vorausgesetzt man bleibt in der Reichweite des eigenen WLAN-Netzwerks, kann man sich frei bewegen, ohne ständig über Kabel zu stolpern oder von ihnen gestoppt zu werden.

Doch das WLAN hat auch Tücken. Unberechtigte könnten sich die drahtlose Verbindung nutzbar machen und unerkannt mitsurfen. Aus diesem Grund sollte es nicht sichtbar und für alle offen verwendet werden. Es soll nämlich Menschen geben, die mit entsprechenden Geräten ausgerüstet durch ihre Nachbarschaft fahren und solche WLAN-Netzwerke suchen. Wurden sie fündig, können sie auf diese Weise Zugang zum Internet gelangen, auf Kosten und mit der IP-Adresse des ahnungslosen Inhabers des WLAN-Netzwerks.

Dass die unberechtigte Nutzung eines fremden und ungesicherten WLAN-Netzwerks strafbar ist, urteilte das Amtsgericht Wuppertal. Der spätere Angeklagte hatte sich nämlich von dem Bürgersteig aus in das WLAN-Netzwerk eines Anwohners eingewählt, ohne dass der ihm das erlaubt hatte. Er tat dies nach eigenen Angaben, um das Geld für einen eigenen Internetzugang zu sparen. Der Anwohner bemerkte die fremde Einwahl in sein WLAN-Netzwerk und verständigte die Polizei, die den Schwarz-Surfer festnahm und dessen Laptop samt Ladegerät als Tatwerkzeug beschlagnahmte.

Das Gericht sah in dessen unberechtigter Nutzer des fremden WLAN einen Verstoß gegen das Abhörverbot, denn bei dem WLAN-Router handele es sich um eine elektrische Sende- und Empfangseinrichtung, also um eine Funkanlage im Sinne des Telekommunikationsgesetzes. Der Angeklagte habe nämlich während der Nutzung auf die IP-Adresse des Anwohners zugegriffen und diese für eigene Zwecke verwendet. Damit habe er auch gegen das Bundesdatenschutzgesetz verstoßen, denn er habe sich mit der IP-Adresse personenbezogene und rechtlich geschützte Daten verschafft. Der Inhaber des WLAN-Netzwerks verfügte über eine Flatrate und trug deshalb keinen finanziellen Schaden davon. Der Angeklagte kam mit einer Verwarnung davon und die Androhung einer Geldstrafe davon.

Amtsgericht Wuppertal, Aktz.: 22 Ds 70 Js 6906/06 vom 03.04.2007

Update vom 11.08.2010

Gerichtsbeschluss – Unerlaubtes Surfen über ungesichertes WLAN ist keine Straftat

Weitere Informationen

Gerichtsurteile – Internet

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


9 − 5 =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Versorgungsauflagen – Telefónica droht Bußgeld der Bundesnetzagentur

Versorgungsauflagen

Telefónica droht Bußgeld der Bundesnetzagentur

Da der Mobilfunkanbieter Telefónica die Versorgungsauflagen nicht fristgerecht realisiert hat, droht nun ein Bußgeld in Höhe von 600 000 Euro von der Bundesnetzagentur. Eine Schonfrist, die Telefónica gewährt wurde, geht bis zum 31. Juli dieses Jahres. […]

Kleinanzeigenportal – Polizei warnt vor angeblichen PayPal-Zahlungen

Kleinanzeigenportal

Polizei warnt vor angeblichen PayPal-Zahlungen

Aktuell warnt die Polizei Niedersachsen vor einer Internetbetrugsmasche, die bereits seit längerer Zeit bekannt ist. Die Betrüger täuschen bei einem Kleinanzeigenportal gefälschte PayPal-Bezahlungen vor. Das Geld wird bei dem betroffenen Verkäufer jedoch nie auf dem Konto eingehen. […]

Home-Router im Test – erhebliche Sicherheitsmängel bei vielen Geräten

Home-Router im Test

Erhebliche Sicherheitsmängel bei vielen Geräten

Sicherheitsforscher des Frauenhofer-Instituts haben 127 Home-Router unter die Lupe genommen und auf verschiedene Sicherheitsaspekte geprüft. Keines der getesteten Geräte war frei von Schwachstellen. Im Gegenteil: einige Router weisen sogar erhebliche Sicherheitsmängel auf. […]

Digitalisierung – Tiefgreifende Veränderung im Unterricht ist notwendig

Digitalisierung

Tiefgreifende Veränderung im Unterricht ist notwendig

Während der Corona-Krise hat sich erneut deutlich gezeigt, dass die Digitalisierung an Schulen in Deutschland nicht ausreichend ist. Neben der Bereitstellung von Hard- und Software, werden ebenfalls ein guter technischer Support sowie Weiterbildungen für die Lehrkräfte benötigt. […]