Smartphone-Apps – Im Test sendeten viele Daten ungefragt und unverschlüsselt

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Die Stiftung Warentest nahm drei Smartphones mit unterschiedlichen Betriebssystemen, ein Samsung Galaxy Nexus mit Android 4.0.2, ein Apple iPhone 4S mit iOS 5.0.1 und ein Nokia Lumia 800 mit Windows Phone 7.5. Diese Mobiltelefone verbanden die Tester per WLAN mit dem Internet. So konnte der Datenverkehr, zwischen den Smartphones und dem Internet mitgelesen und analysiert werden. Es wurden insgesamt 63 beispielhaft ausgesuchte Zusatzprogramme, sogenannte Apps, auf den Smartphones installiert. Einige der Apps sind kostenpflichtig, einige sind kostenlos erhältlich. Die Tester legten Bewertungskriterien fest. Übertragen die Apps persönliche Daten, beispielsweise Telefonnummern, Namen oder Passwörter, nicht anonymisiert beziehungsweise unverschlüsselt, gelten sie als sehr kritisch. Zusatzprogramme, die nicht für den Betrieb der App erforderliche Daten übertragen, werden als kritisch eingestuft. Trifft nichts davon zu, gelten die Apps als unkritisch.

Neun der getesteten Apps wurden als sehr kritisch eingestuft. Dazu zählen die Apps iTranslate, Clever tanken , Facebook, Foodspotting, Gowalla, Whatsapp und Yelp für das iPhone sowie die Navigationssoftware ALK Copilot Live und Sygic GPS Navigation für Android-Smartphones. Alle Apps sendeten Daten unverschlüsselt oder nicht anonymisiert. Außerdem gaben einige die Gerätekennung und/oder die Nutzerstatitistik preis.

Als kritisch bewerteten die Tester den Barcode Scanner, Free App Magic, Torch, NavigonMobile Navigator, Skobbler GPS Navigation, Amazon Mobil, chefkoch.de, iKamasutra lite, Smart Runner, Fahrinfo Berlin Brandenburg, KlickTel Telefonbuch, meineStadt, Weather Live, Weather XXL lite, MacWelt, N-TV iPhone edition, Sport1, Bubble Blast 2, Solitaire und Sudoku für das iPhone. Ebenfalls dazu zählen der Brutto Netto Gehalt Rechner, Mobile Metronom, QR Droid, Stau Mobil, Das Örtliche, KlickTel Telefonbuch, Angry Birds für Android und Nokia Navigation für Windows Phone. Die Applikationen sendeten alle die Gerätekennung und einige die Nutzerstatistik an fremde Server.

Die 26 anderen Apps, darunter Google Maps Navigation, eBay mobile, YouTube und die Tagesschau-App (alle Android) sowie Wikipedia Mobile, Codechecker, die ZDF-App und TomTom Navigations (alle iOS) wurden als unkritisch eingestuft. Um Gegensatz zu den Apps in den anderen Kategorien sendeten sie keine für die Nutzung unnötige Daten an die Server der Entwickler oder Werbenetzwerke.

Dass sensible Nutzerdaten wenn überhaupt, dann verschlüsselt gesendet werden sollten, ist wohl unstrittig. Auch dass beispielsweise Telefonbuchdaten nicht ohne Zustimmung des Nutzers versendet werden dürfen. Es ist jedoch nicht generell von Nachteil, wenn eine App Nutzerstatistiken oder Telefonbuchdaten ausliest und weitergibt. Diese Daten können auch dazu verwendet werden, einen Mehrwert zu schaffen. Beispielsweise ist es so möglich, die Kontaktdaten der Nutzer auf dem Entwicklerserver miteinander zu vergleichen und den Nutzern Kontakte vorzuschlagen, die die App ebenfalls verwenden. Interessant ist dies beispielsweise bei Messenger-Diensten. Auch können dem Nutzer anhand seiner Nutzungsstatistik ausgewählte, spezifische Angebote gemacht werden. So werden dem Pasta-Liebhaber in einer Navigations-App vielleicht ausgezeichnete italienische Restaurants in seiner Umgebung genannt. Die Entscheidung, ob ihm der Mehrwert die Preisgabe seiner Daten wert ist, sollte aber dem Nutzer überlassen werden.
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