Aus dem Leben – Flatrate kann extrem hohe Kosten verursachen

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Eine Flatrate muss nicht vor hohen Kosten schützen. Das musste ein Kunde von 1&1 feststellen. Ein missverstandener Tarif führte zu einer Rechnung, die mit 680 Euro ungefähr beim Zehnfache der üblichen monatlichen Kosten des Kundens lag. Der telespiegel schaltete sich ein und konnte zu einer Kulanzlösung beitragen. Dennoch zeigt dieser Fall, dass auch in einer Flatrate eine Kostenfalle lauern kann.

Der Kunde von 1&1 nutzte den Tarif Doppelflat 6000. Dieser beinhaltete eine Festnetzflatrate, eine DSL-Flatrate sowie vier Gratishandykarten. Daraus resultierten für den Kunden monatliche Kosten von 60 bis 70 Euro für Grund- und Gesprächsgebühren. Seiner nur gebrochen Deutsch sprechenden Frau war bekannt, dass die Familie eine Flatrate bei 1&1 hat. Sie nutzte ab Juli mit einem Smartphone, das eine der Gratishandykarten enthielt, das Internet über das Mobilfunknetz. Dabei entstand in kurzer Zeit ein Datenverbrauch von fast 3.300 MB. Anders als von ihr erwartet, wurde dieser Datenstrom mit 9,9 Cent pro Megabyte abgerechnet. Daraus resultierte eine Rechnung von insgesamt knapp 680 Euro. Der Kunde wandte sich bestürzt an den telespiegel. Nach Anfragen bei 1&1 konnten sich der Kunde und der Anbieter auf einen neuen Vertrag einigen, die Rechnung wurde aus Kulanz storniert.

Der telespiegel weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Anbieter verpflichtet ist, den Kunden frühzeitig über einen ungewöhnlich großen Datenverbrauch zu warnen. Dieses ist nicht rechtzeitig geschehen. 1&1 erklärte dazu: „Grundsätzlich erfolgt bei uns eine Dienstsperre, wenn ungewöhnliche hohe Kosten für die Nutzung des mobilen Internets anfallen. […] Die Information über die Datenverbräuche werden uns vom Netzbetreiber übermittelt. Dabei kommt es zu einer gewissen Verzögerung.„ Zwar kam es nach Intervention zu einer einvernehmlichen Lösung. Ohne Eingreifen des telespiegel hätte der Kunde die Rechnung jedoch zahlen sollen.

Der Fall zeigt, dass Kunden zum Teil von falschen Annahmen ausgehen. Eine Flatrate in einem Bereich bedingt nicht automatisch eine kostenfreie Nutzung in einem anderen Bereich. Speziell Flatrates, in denen der mobile Datenverbrauch nicht enthalten ist oder bei einer Höchstgrenze gekappt wird, sind Kostenfallen. Kunden, die von unerwartet hohen Rechnungen betroffen sind, können sich an den Anbieter wenden. Voraussetzung ist, dass die Rechnung im Vergleich zu den üblichen deutlich überhöht ist. Da der Anbieter die Kunden in solchen Fällen frühzeitig warnen muss, besteht eine Chance auf eine Stornierung oder eine Kulanzlösung. Speziell Bestandskunden mit einem älteren Handyvertrag sollten jedoch regelmäßig überprüfen, ob mit einem Wechsel in einen anderen Tarif das eigene Telefonverhalten besser abzubilden ist.

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