WhatsApp – per Tool lassen sich Nutzer überwachen

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Vor wenigen Wochen hatte der Messenger-Dienst WhatsApp für seine Nutzer endlich eine Datenverschlüsselung umgesetzt. Doch die Freude über scheinbar sichere Privatsphäre währte nicht lange. Denn nun haben Hacker einen großen Programmierfehler gefunden. Über diesen lassen sich Nutzer rund um die Uhr überwachen. WhatsApp kennt diesen Fehler bereits länger, hat aber bisher nicht reagiert.

So funktioniert die Überwachung von WhatsApp-Nutzern

Zwar können die Hacker die Kommunikation nicht abhören, aber die Privatsphäreeinstellungen weisen eine große Lücke auf. Mit einem einfachen Tool (WhatsSpy) konnten die Hacker Nutzer überwachen, indem sie den Online-Status verfolgen. Eben dieser soll über Privatsphäreeinstellungen jedoch eigentlich unsichtbar gemacht werden können. Den aktuellen Status, den Zeitpunkt der letzten Aktivität und das Nutzerbild konnten die Hacker trotz gesetzter Privatsphäreeinstellungen sehen und rund um die Uhr überwachen. Dies sei jedoch kein Hack, sondern ein Designfehler der Software.

Die Hacker nutzten ein simples Trackingtool, um den Online-Status sowie dessen Änderungen zu verfolgen. Erforderlich war neben dem frei verfügbaren Tool lediglich die Handynummer des Nutzers. Der zugrunde liegende Programmierfehler ist bereits seit einigen Wochen bekannt. Schon andere Forscher und Sicherheitsexperten hatten darauf hingewiesen, dass die Privatsphäreeinstellungen falsch programmiert sind, da jeder den Online-Status trotz anderer Einstellungen punktuell abfragen kann, der die Handynummer eines Nutzers kennt. Neu ist nun, dass lediglich ein frei verfügbares Tool ausreicht, um Nutzer über einen längeren Zeitraum zu überwachen.

WhatsApp kennt das Problem, reagiert aber nicht

Erschreckend ist, dass WhatsApp das Problem seit Wochen kennt, aber bisher nicht in der Lage war, ein Sicherheitsupdate bereitzustellen. Zwar klingt das Problem nicht besonders gravierend. Es kann aber für einzelne Nutzer sehr große Auswirkungen haben. Denn wenn der Arbeitgeber beispielsweise den Online-Status eines Nutzers in der Arbeitszeit verfolgt, kann schnell eine Abmahnung oder Kündigung folgen. Auch ein eifersüchtiger Partner könnte auf diese Weise seinen Verdacht nähren.

Die jüngsten Nachbesserungen in Sachen Verschlüsselung und Privatsphäreeinstellungen haben die Kritik an WhatsApp etwas abgemildert. Durch die gravierende Softwarelücke ist jedoch eine Überwachung der Nutzer Aktivitäten möglich. Wer verhindern möchte, dass trotz anders lautenden Einstellungen Dritte diese Aktivitäten verfolgen können, muss zu einer der vielen guten WhatsApp-Alternativen greifen. Hilfreich ist es dann, auch die Kommunikationspartner von einer sichereren Messenger-Plattform zu überzeugen.

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