Annex J – auch Vodafone spendiert größere Uploadbandbreite

Vodafone

Vodafone hat angekündigt, seinen Kunden mit einem DSL-Anschluss von 16 MBit/s eine größere Uploadbandbreite zu spendieren. Diese steigt von 1,0 auf 2,4 MBit/s. Möglich ist dies durch eine Umstellung der DSL-Spezifikation auf Annex J. Die Umstellung erfolgt in den kommenden Monaten automatisch, indem Vodafone die Kundenrouter automatisch synchronisiert. Voraussetzung sind ein IP-basierter DSL-Anschluss und ein Router von Vodafone. Betroffen sind mehrere Hunderttausend Kunden. Andere Anbieter wie die Telekom arbeiten bereits länger mit der Technik.

Was ist Annex J?

Annex J ist eine besondere DSL-Spezifikation. Sie gehört zu einer ganzen Reihe von technischen Standards, die unter anderem für die Übertragung von Sprache und Daten erforderliche Frequenzbereiche definieren. Typisch ist Annex B, das Telefonie und Internet über ISDN definiert. Annex J ermöglicht es, den Frequenzbereich unterhalb von 139 kHz zusätzlich zu nutzen. Dieser niedrigere Frequenzbereich verursacht eine deutlich geringere Dämpfung. Das bedeutet, Sprache und Daten können fehlerfreier und damit weiter transportiert werden. Damit steigt der Datendurchlass im Upstream auf bestehenden Leitungen auf bis zu 3,5 MBit/s. Möglich ist die Annex-J-Spezifikation ausschließlich bei IP-Leitungen. Die meisten Festnetzanbieter stellen derzeit ihre Anschlüsse auf die IP-Technik (VoIP) um.

Wer profitiert von Annex J?

Grundsätzlich profitieren alle Kunden der Anbieter von Annex J, die diese Technik zur Verfügung stellen. Allerdings muss der Router dafür geeignet sein und der Anschluss bereits auf die IP-Technik umgestellt sein. Während Vodafone die Umstellung für die betroffenen Kunden automatisch vornimmt, ist dies bei anderen Anbietern nicht immer der Fall.

Ob ein DSL-Anschluss mit Annex J ausgestattet ist, zeigen oft nur kleine Zusätze. Bei der Telekom haben diese DSL-Anschlüsse beispielsweise den Zusatz „ohne Splitter„. Dahinter verbirgt sich ein weiterer Vorteil der Spezifikation. Denn der Router wird direkt in die Telefondose gesteckt, ein Splitter ist nicht mehr erforderlich.

Mitunter stellen Anbieter die Annex-Spezifikation bei bestehenden Anschlüssen um. Dies bemerken die Kunden durch Routerfehler bei der DSL-Synchronisation. In der Regel reicht es dann aus, den Router vom Splitter zu trennen und direkt in die Telefondose zu stecken.

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