Vorsicht Spam-Falle – Gutschein-Angebote bei Facebook

Vorsicht Spam-Falle - Gutschein-Angebote bei Facebook

In schöner Regelmäßigkeit tauchen auf Facebook und anderen Portalen Werbungen für Gutscheine auf. Darunter immer mal wieder ein 250-Euro-Gutschein für Amazon, Rewe oder eine andere Shopping-Plattform. Hinter dem scheinbaren Schnäppchen versteckt sich jedoch eine Masche, um an Kundendaten zu kommen. Für die Anbieter geht es nur darum, persönliche Daten abzugreifen und die Teilnehmer mit Spam zu bombardieren. Aktuell gibt es wieder Gutscheine, die so beworben werden.

So funktioniert der Spam-Trick

Es klingt zunächst alles ganz verlockend. Ein Amazon-Gutschein über 250 Euro wird auf Facebook angeboten. In früheren und ggf. weiteren Fällen weichen der Betrag oder die Shopping-Plattform ab, immer ist der Gutscheinbetrag jedoch verlocken groß. Um an einen der in begrenzter Zahl vorliegenden Gutscheine zu kommen, müssen die Nutzer das Angebot auf Facebook teilen und kommentieren. Dazu werden sie nach einem Klick auf die Werbung derzeit auf quickvoucher.net weitergeleitet. Vor dieser Seite warnen einzelne Anti-Viren-Programme wie Bitdefender derzeit, da diese Malware verbreiten soll. Bleibt der Virenscanner ruhig, beginnt der Spaß aber erst richtig. Zunächst muss der Beitrag mit einem Like versehen und dann kommentiert bzw. weiterverbreitet werden. Der Nutzer macht also kostenlose Werbung für den Anbieter.

Nach kurzer Zeit leitet die Seite dann auf desktop.deine-auswahl.com um. Dort stellt sich heraus: Der Gutschein ist nur im Rahmen eines Gewinnspiels zu bekommen. Vorab muss der Nutzer dabei aber nicht nur den AGB zustimmen, sondern auch jede Menge persönliche Daten eingeben. Besonders kritisch ist die Verknüpfung aus Zustimmung zu Werbung durch den Anbieter und Dritte mit der Teilnahme am Gewinnspiel. Im Impressum der Seite ist die Firma red lemon media GmbH aus Frankfurt genannt, ein Spezialist für Werbung und das Generieren von Kundendaten.

Ganz am Ende gewinnt der Nutzer den Gutschein jedoch nicht, sondern hat seine Teilnahme mit vielen Daten bezahlt. Ob jemals ein Gutschein übermittelt wurde, lässt sich derzeit nicht nachvollziehen. Klar ist hingegen, dass die Anbieter nicht mit Amazon oder den anderen Unternehmen zusammenarbeiten. Das wird aus dem Kleingedruckten deutlich. Der Anbieter nutzt also die Namen als Lockmittel, um Kundenprofile zu erstellen.

Anbieter senden keinen Gutschein, sondern Spam

Da die Teilnehmer am Gutschein-Gewinnspiel viele Daten preisgeben und Werbeaktionen sowie E-Mail- und Telefonmarketing zustimmen, haben die Anbieter ihr eigentliches Ziel erreicht. Denn diese verkaufen die Daten als Nutzerprofile an Werbeunternehmen. Diese oder die Gewinnspielanbieter senden den Teilnehmern dann Newsletter, persönliche Angebote und andere Spaminfos zu oder rufen sie zu Werbezwecken an. Das gleicht für unbedarfte Teilnehmer mitunter regelrechten Terror. Vermeiden lässt sich das nur, wenn die Facebook-Nutzer auf solche Angebote gar nicht erst reagieren. Spätestens dann, wenn mehr Daten als für ein Gewinnspiel absolut erforderlich abgefragt werden, ist starkes Misstrauen anzuraten.

Auch teure Abo-Fallen möglich

Die Masche hat dennoch Erfolg, denn immer wieder fallen Nutzer auf solche Angebote herein. Die Anbieter freuen sich, denn jedes Nutzerprofil ist viel Geld wert. Die Gutscheine hingegen gibt es scheinbar gar nicht. In einigen ähnlichen Fällen tappten die Teilnehmer sogar in eine Abofalle. Dabei stimmt der Nutzer mit der Teilnahme dem Bezug von Serviceleistungen per SMS zu, hinter denen sich nichts anderes als teuer bezahlte Download-Credits für zweifelhafte Angebote verstecken. Daher gilt für Nutzer: Vorsicht bei vermeintlichen Schnäppchen und Gutscheinangeboten. Eltern sollten zudem ihre Kinder für das Thema sensibilisieren. Nutzer können sich außerdem an die regionale Verbraucherzentrale wenden. Diese Verbände gehen betrügerischen und rechtlich zweifelhaften Lockangeboten nach und reichen bei Bedarf auch Klage ein.

Update 24.02.2015

Der Artikel hat Wirkung gezeigt. Red Lemon Media distanziert sich gegen den nach eigener Aussage nicht autorisierten Hinweis auf ihre Seite und prüft derzeit rechtliche Schritte gegen den Urheber der Aktion auf Facebook. Das Unternehmen erklärt außerdem, es sei nicht für diese Gutschein-Aktion zuständig.

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