TWDM-PON – 40 Gbit/s im Mobilfunknetz?

Datenfluss

Derzeit sind im Mobilfunknetz mit LTE Datenübertragungsraten von rund 100 MBit/s möglich. Damit ist LTE schneller als DSL, lediglich Kabel-Internet bzw. das Glasfasernetz ist ähnlich leistungsstark. Doch damit ist im Mobilfunk noch lange nicht die Obergrenze erreicht. Ein Feldversuch von Alcatel-Lucent und Vodafone hat nun gezeigt, dass die TWDM-PON-Technik eine Datenübertragung von bis zu 40 GBit/s ermöglicht (1 GB = 1024 MB). Eine aus heutiger Sicht unfassbar schnelle Bandbreite. Dabei handelt es sich um eine Technik für Glasfaserkabel, mit der die beiden Unternehmen das Mobilfunknetz entlasten und beschleunigen möchten.

Was ist TWDM-PON?

Die Abkürzung TWDM-PON steht für „Time and Wavelength Division Multiplexed Passive Optical Networks„. Dabei handelt es sich um eine Technik, mit der Daten über Lichtwellen im Glasfaserkabelnetz übertragen werden. Mit TWDM-PON ist es möglich, vier Lichtwellen zu nutzen, die jeweils 10 GBit/s Bandbreite erlauben. Diese Lichtwellen werden parallel auf unterschiedlichen Frequenzen durch das Netz geleitet, sodass die Gesamtbandbreite deutlich größer ist als bei bisherigen Techniken. Im Feldversuch konnte Alcatel-Lucent mit Vodafone die Technik mit zwei Lichtwellen bereits erfolgreich testen. Beide Unternehmen arbeiten seit mehreren Jahren zusammen. Für Vodafone ist Alcatel-Lucent als einer der führenden Anbieter von Übertragungstechnik ein strategischer Partner für den eigenen Netzausbau.

TWDM-PON als Brücke zwischen Festnetz und Mobilfunknetz

Der Clou ist nun, dass diese erfolgreich getestete Kabeltechnik das Mobilfunknetz entlasten soll. Zum einen möchte Vodafone auf den wachsenden Bandbreitenbedarf im LTE-Netz und zukünftigen Netzen reagieren und einen Teil der Daten über das Glasfasernetz leiten. Zum anderen ermöglicht TWDM-PON ein sehr viel schnelleres Umwandeln zwischen Signalen für das Festnetz und das Mobilfunknetz („Backhowl„). Dieses ist zwingend notwendig, um mobile Anfragen auf tatsächliche Internetleitungen und somit zum endgültigen Server weiterzuleiten.

Die mögliche Bandbreite in beiden Netzstrukturen würde durch die Technik letztlich deutlich ansteigen. Dabei ist es nicht einmal erforderlich, neue Leitungen zu verlegen. Denn der Einsatz von TWDM-PON ist auf bestehenden Glasfaserkabeln möglich. So kann Vodafone mehr Nutzer mit schnellem Internet versorgen bzw. den wachsenden Datenverkehr bei bestehender Infrastruktur auffangen.

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