Speed-Update – 1-GBit-schnelle Anschlüsse kommen

1-GBit-schnelle Anschlüsse

Es ist soweit. Tele Columbus hat die Gemeinde Markt Indersdorf bei München mit einem leistungsstarken Breitbandkabel ausgestattet und kündigt den Kunden in der Breite als erster Netzbetreiber ein schnelles Internet mit einer Geschwindigkeit von 1 GBit/s an. Das wäre mehr als eine Verdoppelung der Bandbreite im eigenen Netz und der von Unity Media vor wenigen Monaten angekündigten Leistung.

Schneller im Netz – Super-Breitband für Markt Indersdorf

Tele Columbus hat in der Gemeinde 930 Kilometer Breitbandkabel verlegt. Die Anschlüsse liegen direkt am Gebäude bzw. in den Wohnungen. Diese FTTB/FFTH-Technik erlaubt die große Bandbreite, da es anders als bei alten Kupferkabelanschlüssen keine Verluste auf der letzten Meile gibt. Die Strecken zu den Verteilerkästen sind kurz, was die Leistung zusätzlich unterstützt. Angelegt ist das moderne Kabelnetz sternenförmig. Zum Einsatz kommt GPON. Das heißt: Im Down- und im Upstream wird jeweils eine eigene Wellenlänge genutzt, sodass beides über eine Kabelfaser laufen kann. Das steigert den Datendurchsatz.

Für den Anbieter ist es ein Prestigeprojekt. Zwar hat Tele Columbus in anderen Regionen bereits leistungsstarke Netze realisiert, in der kleinen bayerischen Gemeinde erreicht das Unternehmen als erster Anbieter eine Geschwindigkeit von bis zu 1 GBit/s. Allerdings erfolgt die Bereitstellung schrittweise. Vorerst werden nur Tarife mit bis zu 100 MBit/s angeboten, ab August welche mit bis zu 400 MBit/s. Erst am Jahresende soll die volle theoretische Bandbreite erreicht sein.

1 GBit/s – der Turbo für leistungshungrige Anwendungen

Auch wenn es sich bei diesem Projekt vorerst nur eine Gemeinde und letztlich ein Prestigevorhaben handelt: 1 GBit/s sind zukunftsweisend. Zum einen wird der Konkurrenz gezeigt, dass Vectoring – die Beschleunigung alter Kupferkabel – nur eine kurzfristige Lösung sein kann. Der Breitbandausbau kann nur über Glasfasertechnik gehen, die bis zum Endkunden reicht. Zum anderen wird in den kommenden Jahren der Bedarf an Bandbreite deutlich zunehmen. Streamingdienste wie Netflix drängen mit HD-Angeboten auf den Markt, PC Games werden immer anspruchsvoller, Internet-Fernsehen ist die Zukunft und für Cloud-Anwendungen sind große Bandbreiten erforderlich.

Die dazu erforderlichen Bandbreiten sind auf Dauer auf dem alten Kupferkabelnetz nicht realisierbar. Im Gegenteil: Die Angebote werden zunehmend ressourcenhungriger, sodass mittelfristig ein 1-GBit-Netz nur der Anfang sein kann. Für einen großen Teil der Privatnutzer sind derzeit noch die vorhandenen Leitungen ausreichend. Für Unternehmen ist eine starke Bandbreite aber schon jetzt ein wesentlicher Faktor, um im internationalen Markt bestehen zu können. Daher ist das Prestigeprojekt von Markt Indersdorf richtungweisend, kann aber nur der Startschuss zum eigentlichen Ausbau eines leistungsstarken Breitbandnetzes sein.

Mehr Informationen

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


sechzehn − 9 =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Brexit-Falle – Zusatzkosten beim Einkauf in britischen Onlineshops

Brexit-Falle

Zusatzkosten beim Einkauf in britischen Onlineshops

Aktuell häufen sich die Beschwerden von Verbrauchern, die Ware in britischen Onlineshops bestellt haben. Häufig fallen hohe Zusatzkosten an, da das Land nicht mehr zum EU-Binnenmarkt gehört. Die Händler informieren die Kunden meist jedoch nicht ausreichend über die zusätzlichen Kosten. […]

Zyklus-Apps – Intime Daten häufig ungefragt an Dritte weitergegeben

Zyklus-Apps

Intime Daten häufig ungefragt an Dritte weitergegeben

Millionen Frauen weltweit geben regelmäßig hochsensible Daten in Zyklus-Apps ein. Diese Daten werden jedoch nicht ausreichend geschützt und häufig ungefragt an Dritte weitergegeben. Dies zeigt eine Analyse von Forschern der Newcastle University und der Umeå University. […]

Fake Pop-Up-Fenster – BNetzA schaltet Rufnummern konsequent ab

Fake Pop-Up-Fenster

BNetzA schaltet Rufnummern konsequent ab

Die Bundesnetzagentur warnt vor falschen Pop-Up-Fenster-Fehlermeldungen und schaltet weiterhin konsequent Rufnummern ab, die dort für vermeintliche Hilfe angegeben werden. Hinter den Fake Pop-Ups stecken Betrüger, die Verbraucher zu einem teuren Reparaturauftrag drängen wollen. […]