Betrugsmasche – Jobangebote per Mail sind jetzt personalisiert

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Seit Jahren kennen viele Internetnutzer eine Betrugsmasche. Sie bekommen Spammails, in denen verfügbare Stellen vorgestellt werden. Diese versprechen enorme Provisionen oder Einkünfte praktisch fürs Nichtstun. Bisher waren diese Spammails meistens unpersönliche Massenmails. Diese Masche taucht derzeit wieder verstärkt auf, allerdings mit persönlichem Anschreiben. So denkt der Adressat, dass er tatsächlich gemeint ist. Eine Antwort ist dabei an eine Freemail-Adresse von zum Beispiel GMX zu richten. Bei solchen Mails handelt es sich um eine Betrugsmasche. Kriminelle versuchen, die Geldnot oder das Interesse der Adressaten auszunutzen. Der Empfänger verdient meistens nicht nur nichts, sondern er macht sich auch strafbar, wenn er den Job annimmt.

Offizieller Charakter der Jobbeschreibung im Stellenangebot

Der Aufforderungscharakter der E-Mails ist groß. Es beginnt bereits mit dem Betreff. Derzeit senden die Kriminellen E-Mails mit dem Betreff „Arbeitsagentur Online nennt neue Stellenausschreibung 2016“. Das suggeriert, es handele sich um eine E-Mail von der Arbeitsagentur oder mit Bezug darauf. Weiter geht es im Anschreiben, das die komplette Postanschrift samt Telefonnummer des Empfängers enthält. Das klingt ebenfalls offiziell.

Der weitere Text und der Absender klingen dann eher nach typischen Bauernfänger-Mails. Die Kriminellen stellen heraus, dass keine besonderen Fähigkeiten vorhanden sein müssen und kein Risiko besteht. Selbst Rentner könnten mit sechs Stunden pro Woche bis zu 3.800 Euro im Monat verdienen. Eine Summe, die noch normal genug erscheint, um seriös zu wirken.

Polizei warnt vor Straftat bei Jobannahme

Vor ähnlichen Jobangeboten hat die Polizei bereits in der Vergangenheit gewarnt. Auch in den aktuellen Mails wird zwischen den Zeilen schnell der Bezug zum Strafrecht deutlich. Der Empfänger soll nämlich „Steueroptimierung“ betreiben. Dabei bekommt er Geld auf ein Konto überwiesen, für das er die virtuelle Währung Bitcoins kauft. Dafür erhält er 20 Prozent Provision und übermittelt die Bitcoins an bestimmte Adressen.

Das klingt einfach. Es ist aber eine Straftat. Denn dabei handelt es sich in der Regel um nichts anderes als Geldwäsche. Da Bitcoins der normalen Bankenkontrolle entzogen sind, wäscht der Empfänger Schwarzgeld sauber. Der Weg über die Bitcoins ist dabei besonders effektiv, da diese virtuell sind und auf der ganzen Welt wieder in „sauberes“ Geld umgetauscht werden können. Einen Bezug zu den ursprünglichen – meist aus Betrug stammenden – Geldbeträgen gibt es nicht. Die Kriminellen übertragen dabei das Risiko der Geldwäsche an den E-Mail-Empfänger. Wird dieser erwischt, droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Daher rät die Polizei dringend davon ab, auf solche Job-Angebote zu antworten.

Hinweis: In einem konkreten Fall prüft GMX derzeit, ob der Inhaber einer der in solchen Mails genannten Absendermails gegen die Nutzungsbedingungen des Freemailers verstößt. GMX weist aber auch darauf hin, dass der Account möglicherweise gekapert sein könnte.

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