Gericht – Hirntumor durch Handystrahlen ist Berufskrankheit

Handystrahlung

Die Wirkung von Handystrahlung auf die Gesundheit ist umstritten. Es gibt vereinzelt Forschungen, die auf eine Veränderung von Zellen hindeuten. Die Masse der Studien kommt jedoch zum Ergebnis, dass kein direkter Zusammenhang nachweisbar ist. Umso erstaunlicher ist ein aktuelles Urteil eines italienischen Gerichtes, das derzeit weltweit Schlagzeilen macht. Denn die Richter haben einen Hirntumor durch Handystrahlung als Berufskrankheit angesehen.

Italiener muss dauernd mit Handy telefonieren und entwickelt Hirntumor

Der Fall ist so erschreckend wie traurig. Ein 57-jähriger Italiener hatte seit 1995 über 15 Jahre lang den Einsatz von Technikern der italienischen Telekom per Mobiltelefon zu koordinieren. Demnach telefonierte er täglich mindestens vier Stunden ohne Schutz wie Ohrstöpsel oder Freisprechanlage mit dem Handy. Eine plötzlich auftretende Taubheit im linken Ohr war die Folge. Bei genaueren Untersuchungen stellte sich heraus, dass er einen gutartigen Gehirntumor hatte. Es folgten eine Operation, ein weiterer Hörverlust sowie Komplikationen. Der Mann klagte daraufhin auf Zahlung einer Ausgleichszahlung.

Die Richter in Ivrea (nordöstlich von Turin) sahen den Zusammenhang zwischen Handystrahlung und Gehirntumor als schlüssig erwiesen an und verurteilten die nationale Unfallversicherung auf Zahlung von monatlich 500 Euro. Basis des Urteils war unter anderem ein Gutachten, nach dem die Körperfunktionen des Klägers um 23 Prozent beeinträchtigt sind.

Handystrahlung: wegweisendes Urteil?

Der spezielle Einzelfall lässt nur wenige Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Denn es handelt sich um ein Gerichtsurteil und keine wissenschaftliche Erkenntnis. Allerdings liegen allein in Italien viele weitere ähnliche Klagen vor, die in den kommenden Jahren die Gerichte beschäftigen werden. Mit dem Urteil des Gerichts in Ivrea ist allerdings erstmals Handystrahlung als Ursache für eine Erkrankung anerkannt worden. Noch mehr: Die Folgen von Handynutzung sind als Berufskrankheit richterlich bestätigt.

Damit handelt es sich um einen Einschnitt, durch den die Frage nach der Gesundheitsgefahr durch Handystrahlung neu beantwortet werden muss. Der Kläger selbst hat in diesem Zusammenhang erklärt, er wolle Handys nicht dämonisieren, plädiere aber für einen bewussteren Umgang mit den Geräten.

Mehr Informationen

Ratgeber Handy – hier steckt viel drin

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


zwölf − 6 =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Microsoft Windows – Neues Funktions-Update 1909 verfügbar

Microsoft Windows

Neues Funktions-Update 1909 verfügbar

Seit dem 12. November ist das Funktionsupdate zu Windows 10 Version 1909 verfügbar. Die neue Version 1909 ist per Update-Suche erhältlich. Für eine komplette Neuinstallation des Betriebssystems steht zudem eine ISO-Datei zur Verfügung. […]

Deutsche Telekom – Preselection und Call-by-Call bis 2022 gesichert

Deutsche Telekom

Preselection und Call-by-Call bis 2022 gesichert

Die Deutsche Telekom, VATM und DVTM haben sich gemeinsam auf eine Marktlösung bezüglich Call-by-Call und Preselection geeinigt. Die Telekom wird die Preselection- und Call-by-Call-Möglichkeit gegenüber den Festnetzkunden bis zum 31. Dezember 2022 weiterhin aufrechterhalten. […]

Bundeszentralamt für Steuern warnt – betrügerische E-Mails im Umlauf

Bundeszentralamt für Steuern warnt

Betrügerische E-Mails im Umlauf

Betrügerische E-Mails, in denen sich Cyberkriminelle als das Bundesamt für Steuern ausgeben, sind im Umlauf. Das Bundeszentralamt für Steuern warnt davor, angehängte Dateien zu öffnen. […]