Netztest – Telekom wieder Sieger im Mobilfunknetz

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Nachdem bereits die Fachzeitschrift Connect die deutschen Mobilfunknetze getestet hat, legt Computerbild nach. Auch dort liegt die Telekom grundsätzlich vorn. Vodafone folgt auf dem zweiten Platz und Telefonica (O2) ist abgeschlagen zurück. Die Tester unterscheiden jedoch nach UMTS und LTE. Eine Differenzierung, die interessante Ergebnisse bringt und für viele Handynutzer wichtig ist.

Mobilfunknetz anders testen

Computerbild hat einen anderen Weg gewählt. Die Redakteure haben Ergebnisse der eigenen App Netztest ausgewertet. Über diese App haben Leser dazu beigetragen, ein relativ umfassendes Bild über die Verteilung der Stärken und Schwächen im deutschen Mobilfunknetz sowie über die Unterschiede bei den Anbietern und bei den verschiedenen Technologien zu erhalten. Es handelt sich um eine Massenauswertung von Nutzerdaten. Damit kann es einerseits keinen repräsentativen Anspruch geben, andererseits spiegeln die Ergebnisse die regionale Verteilung innerhalb der Stichprobe gut wieder.

Mobilfunk: Telefonica hinkt bei Datentransfers deutlich hinterher

Ein bemerkenswertes Ergebnis ist der große Abstand von Telefonica zum Testsieger Telekom und zu Vodafone. Das zeigen die detaillierten Daten.

Die Telekom kommt in Großstädten, Kleinstädten und auf dem Land auf eine LTE-Netzabdeckung von 85 bis 88 Prozent bei einer Downloadrate von 40,2 MBit/s. Im UMTS-Netz sieht es deutlich schlechter aus. Hier kommt die Telekom nur auf etwas mehr als 75 Prozent in den Städten und auf magere 54 Prozent auf dem Land.

Bei Vodafone sind es im LTE-Netz knapp über 80 Prozent in den Städten, auf dem Land nur etwas mehr als 72 Prozent. Die Downloadrate liegt bei ca. 33,5 MBit/s. Erfreulich: Die UMTS-Abdeckung entspricht in allen Städten in etwa der LTE-Abdeckung. Nur auf dem Land ist diese mit 68,7 unwesentlich geringer

O2 kommt im Telefonica-Netz nur auf eine Netzabdeckung von 71,3 Prozent in Großstädten, 58,1 Prozent in Kleinstädten und auf 46,7 Prozent auf dem Land. Die LTE-Downloadrate beträgt nur 18,3 MBit/s. Immerhin: Die UMTS-Abdeckung entspricht im Wesentlichen der LTE-Abdeckung.

Ein Punkt geht dennoch an O2: Während bei der Konkurrenz nur etwa jeder Dritte Voice over LTE (VoLTE) nutzt, also im LTE-Netz telefoniert, sind es bei O2 immerhin 40 Prozent. Die Verbindung über VoLTE ist schneller, da beim Aufbau nicht das Netz gewechselt werden muss. Auch sonst ist die Abdeckung zum Telefonieren bei O2 laut Test am besten.

UMTS häufig ausreichend

Außer Telefonica verweigern die Netzbetreiber den Discountmarken weitgehend das LTE-Netz. Damit sind Kunden von Congstar, Klarmobil und vielen anderen auf UMTS beschränkt. Zum einfachen Surfen reicht das häufig gerade so aus. Denn große Datentransfers starten die Nutzer in der Regel über Hotspots. Die Verfügbarkeit von LTE lässt sich zudem vorher über Apps und Karten zur Netzabdeckung abschätzen.

Wer aber bei Großveranstaltungen dringend eine Webseite aufrufen oder unterwegs unbedingt ein Video sehen möchte, ist auf LTE angewiesen. Denn unter der Last vieler Nutzer oder großer Datenmengen wird UMTS schnell zur quälend langsamen Verbindung. Dennoch gilt: Bei einem geplanten und bewussten mobilen Gebrauch des Internets reichen Discount-Verträge ohne LTE häufig aus. Zumal bei LTE-Angeboten das Datenvolumen häufig stark begrenzt ist.

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