Erpressungstrojaner – neue Masche mit Bewerbungen per E-Mail

trojaner

Es handelt sich eigentlich um ein bekanntes Muster: Hacker verschicken aktuell per E-Mail Bewerbungen einen Trojaner als Anhang, der als pdf-Datei getarnt ist. Allerdings ist diesmal der Anhang verschlüsselt. Das Passwort ist im Anschreiben enthalten. Klickt ein Empfänger auf die Datei und gibt das Kennwort ein, startet der bekannte Erpressertrojaner. Auf dem Bildschirm erscheint eine Lösegeldforderung. Der „Bewerbungstrojaner“ ist aktuell wieder verstärkt im Umlauf.

Erpressungs-Trojaner per Mail: der Trick mit dem verschlüsselten Anhang

Die Welle von Bewerbungsmails betrifft nicht nur unbedarfte Privatleute, die neugierig den Anhang anklicken. Vielmehr ist sie eine Gefahr für Personalabteilungen von kleinen und großen Firmen. Zum Teil verschicken die Hacker die Dateien sogar gezielt an die Unternehmen, die aktuell eine Stellenausschreibung geschaltet haben. Typische Absendernamen sind Anne Hedwig, Peter Schnell oder Caroline Schneider. Allerdings ändert sich der Name ständig nach dem Zufallsprinzip.

Zweiteiliger Trick lockt Empfänger in die Falle

Der Trick der Angreifer besteht aus zwei Teilen. Zum einen nutzen sie einen Anhang, der einen normalen Titel einer Bewerbungsmappe wie zum Beispiel den Namen des Bewerbers beinhaltet, dazu aber eine doppelte Dateiendung wie .pdf.exe enthält. Diese Dateiendung wird bei Windows-Computern in der Standardeinstellung nicht angezeigt. Der Empfänger glaubt also, eine normale pdf-Datei vor sich zu haben. Zum anderen haben sie die Datei verschlüsselt. Sie liefern ein Passwort im Anschreiben mit, durch das die Empfänger die Datei öffnen können. Beim Öffnen installiert sich jedoch die exe-Datei und der Trojaner wird aktiv. Der „Vorteil“ dieser neuen Vorgehensweise: Virenscanner können verschlüsselte Dateien nicht durchscannen. Die Malware kommt so ohne Warnhinweis auf den Rechner.

Vorsicht beim E-Mail-Empfang!

Privatnutzer sollten niemals einen Anhang einer Bewerbungsmail anklicken. Es ist ratsam, die Mail sofort zu löschen. Auch eine Antwort auf die Mail ist kritisch, da der Absender gefälscht ist. So erhalten unbedarfte Dritte eine unerwünschte Mail. Je nach Einstellung des E-Mail-Clients wird dabei sogar der Trojaner weiterverbreitet.

Gewerbliche Nutzer sollten wachsam sein. Bewerbungen mit passwortgeschütztem Anhang sind unüblich und sollten gelöscht werden. Da diese Empfänger auf Bewerbungsunterlagen warten, sollte im Unternehmen jeder Computer so eingestellt sein, dass die Endungen der Dateien sichtbar sind. So lassen sich .exe-Dateien oder gepackte Dateien (.zip, .rar) leichter erkennen. Ein gängiger, moderner Weg ist, auf Anhänge ganz zu verzichten und Bewerbungsunterlagen von potenziell geeigneten Kandidaten nur direkt anzufordern.

Lösung beim Erpresser-Trojaner

Es sind verschiedene Dateien im Umlauf. Die aktuellen Erpressertrojaner gehören zur Ransomware GandCrab 5.0.4. Sind diese installiert, helfen Tools wie der Bitdefender. Der Bitdefender löscht offiziell nur bis zur Version 5.0.3 sicher. Die neue Trojaner-Version soll in mehreren Varianten existieren, die aber alle so nah an der Vorgängerversion sind, dass dieses Tool auch die neue Mutation entfernen kann. Die genaue Vorgehensweise zum Löschen der Erpressernachricht und zum Wiederherstellen der Dateien ist beim Hersteller beschrieben.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


neun − drei =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Betrug

Router-Hacking – extreme finanzielle Schäden verhindert

Router-Hacking kann jeden treffen. Die Bundesnetzagentur als zuständige Behörde hat bereits in den ersten drei Januarwochen 2019 eine Reihe von Maßnahmen gegen konkrete Rufnummernbetreiber und Call-by-Call-Anbieter ergriff... mehr
whatsapp

WhatsApp – Verbreitung von Nachrichten wird eingeschränkt

WhatsApp wird die Weiterleitung von Nachrichten für alle User stark beschränken. Die neueste Version des beliebten Messengers erlaubt ab sofort nur noch eine Weiterleitung an maximal 5 Kontakte, statt wie bisher an bis zu 2... mehr
Phishing

Passworthack – 773 Millionen Accountdaten veröffentlicht

Eine riesige Datenmenge von 773 Millionen Zugangsdaten aus E-Mail-Adresse und Passwort - auch aus Deutschland - ist veröffentlicht worden. Alle Internetnutzer sollten ihre Accountdaten prüfen und bei Bedarf neue Passwörter... mehr
Vor den Kopf schlagen

Beschluss – Gigabit-Leitungen in Gebäuden sind zu drosseln

Die Frequenzen von Vectoring-Leitungen in Gebäuden sind nach Meinung der Bundesnetzagentur zu schützen. Dadurch müssen Glasfaseranbieter ihre leistungsstarken Leitungen jedoch drosseln. Der Bundesverband Breko protestiert ... mehr
falle

„Handyvertrags-Agenten“ – Polizei warnt vor Betrüger-Masche

Die Kriminalpolizei warnt vor der Betrüger-Masche „Handyvertrags-Agenten“. Den Opfern wird eine Provision versprochen, wenn sie einen Mobilfunkvertrag abschließen und den Tätern das Smartphone aushändigen. Tatsächlic... mehr
facebook

Facebook – Bundeskartellamt will Like-Button verbieten

Facebook erhebt massenhaft Daten über Plugins, die auf fremden Webseiten installiert sind. Das sieht das Bundeskartellamt als Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung an und fordert das Unternehmen auf, dieses zu unterlas... mehr